»Frau Dichter*in und die Gruppe 47«

Ausstellung und Symposium an der Uni: Literarische Aufbrüche in der Nachkriegszeit und Ilse Schneider-Lengyel.

Die Germanistik der Universität Augsburg widmet den Frauen in der Gründungsphase der berühmten Gruppe 47 am 2. Juni ein Symposium und eröffnet anschließend eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek. Im Zentrum steht die Fotografin und Schriftstellerin Ilse Schneider-Lengyel. Außerdem werden Frauen gewürdigt, die von der Literaturgeschichtsschreibung oftmals vernachlässigt wurden, obwohl sie im Literaturbetrieb der Nachkriegszeit ihren Platz behaupteten.

Anfang September 2022 jährt sich zum 75. Mal das Gründungstreffen der Gruppe 47 am Schwangauer Bannwaldsee im Haus der Fotografin, Kunsthistorikerin, Ethnologi­­­n und Dichterin Ilse Schneider-Lengyel (1903 – 1972). Die damalige Zusammenkunft schreibender Männer und Frauen war ursprünglich als erste Redaktionskonferenz für eine neue literarische Zeitschrift geplant. In zwanglosem Rahmen und mit charismatischer Gastgeberin entwickelte sie sich jedoch zu einem Vorlese- und Diskussionsforum für unveröffentlichte literarische Texte. Dies sollte die Geburtsstunde jener losen, bald schon überaus medienaffinen und wichtigen Autorenvereinigung werden, die unter dem Namen Gruppe 47 in die Literaturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland eingegangen ist.

Ebendiese Gründungszeit, ihre Akteurinnen  und Akteure stehen nun im Mittelpunkt eines Symposiums und einer gleichnamigen Ausstellung in der Universitätsbibliothek: Frau Dichter*in und die Gruppe 47. Literarische Aufbrüche in der Nachkriegszeit. Dabei wird mit der männlich geprägten Perspektive auf das Jahr 1947 gebrochen – Ilse Schneider-Lengyel, deren Todestag sich am 3. Dezember 2022 zum 50. Mal jährt, und weitere schreibende wie auch verlegerisch tätige Frauen rücken in den Fokus von Diskussion und Schau.

Die schreibenden Frauen 1947 – Perspektivenwechsel

Das zwanglose erste Treffen im Seegut Ilse Schneider-Lengyels blieb allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern als beinahe paradiesisch im Gedächtnis: anregende Gespräche unter Gleichgesinnten, entspannte Badefreuden, ausgesprochen gutes Essen und Trinken. Ein halbes Jahr zuvor hatte Hans Werner Richter an die aus dem französischen Exil nach Bayern zurückgekehrte Schneider-Lengyel geschrieben: »Dem Rufkreis fehlen noch ein paar gut schreibende Frauen, die keine sein wollen.« Richters Worte stehen beispielhaft für die auch in der Folgezeit überwiegend männlich geprägte Geschichtsschreibung der Gruppe 47. Mit der Veranstaltung ist das Ziel verbunden, bewusst die Dichterinnen und Publizistinnen des Gründungsjahres 1947 zu würdigen und ihre heute vielfach vergessenen Namen und Werke vorzustellen.

Ausstellung in der Zentralbibliothek

Initiiert von den Kulturhistorikern Heike Drummer und Alfons Maria Arns (Frankfurt am Main) konnte die 2017 von der Gemeinde Schwangau beauftragte Ausstellung Ich bin als Rebell geboren zu Leben und Werk Ilse Schneider-Lengyels für Augsburg gewonnen werden – mit Prof. Dr. Klaus Wolf und Dr. Ulrich Hohoff (Direktor der UB a. D.) als Veranstaltern. Die Ausstellung wurde entwickelt und kuratiert von der Drummer und Arns Historiker GbR, die zugleich Publikationen und erstmals unbekannte Zeitdokumente aus ihrem Privatarchiv einbringen. In Vitrinen, auf Roll-Ups und auf Tafeln rücken dabei jene literarischen Aufbrüche ins Zentrum, die mit den Orten Altenbeuern (Jagdhaus Hinterhör), Schwangau (Seegut Bannwaldsee) und Herrlingen (»Haus Waldfrieden«) verbunden sind.

Die Exponate und Texte zeigen, dass publizierende Frauen wie Ilse Schneider-Lengyel und die Verlegerin Ingeborg Stahlberg auch aufgrund hinterlassener Selbstzeugnisse Hans Werner Richters von der Literaturgeschichtsschreibung nach Gründung der BRD bis heute weitestgehend ignoriert wurden.

Ausstellung und Eröffnung

Zur Eröffnung am Donnerstag, 2. Juni, um 19 Uhr in der Ausstellungshalle der Zentralbibliothek laden die Gastgeber herzlich ein. Am Eröffnungsabend tragen Tinka Kleffner und Heiko Dietz vom Sensemble Theater Augsburg unter dem Titel Berichte und Gedichte – Interventionen Texte der frühen Nachkriegszeit vor. Für den musikalischen Rahmen sorgt Alfons Maria Arns am Flügel.

Bis zum 28. Juli kann die Schau montags bis freitags von 8:30 bis 22:00 Uhr und samstags von 9:30 bis 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Symposium

Am Tag der Ausstellungseröffnung lädt die Germanistik der Universität Augsburg zu einem Symposium ein. Es findet unter der Federführung von Prof. Dr. Klaus Wolf von 14 bis 18 Uhr in Raum 3010 der Zentralbibliothek statt (Gebäude E, Universitätsstr. 22). Zu den Frauen in der Gruppe 47 gibt es bislang nur eine literaturgeschichtliche Gesamtdarstellung, deren Verfasserin Dr. Wiebke Lundius (Marburg) für einen Vortrag gewonnen werden konnte. Darüber hinaus sprechen Alfons Maria Arns (Frankfurt am Main), Dr. Kay Wolfinger (München), Prof. Dr. Bettina Bannasch (Augsburg) und Prof. Dr. Stephanie Waldow (Augsburg) über aktuelle Forschungsperspektiven auf das weibliche Netzwerk um 1947, die literaturgeschichtliche Rezeption sowie über prägende Textmuster und Schreibstrategien bei Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger.

Die Teilnahme am Symposium ist frei, es wird um Anmeldung gebeten (E-Mail: klaus.wolf@philhist.uni-augsburg.de).

>> pdf-Download Veranstaltungsflyer

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Rosenaktion des Brechtkreises

Auch dieses Jahr nimmt der Brechtkreis Augsburg an der alljährlichen Rosenaktion des Vereins Literaturlandschaften teil. Literaturfreunde im In- und Ausland sowie alle literarischen Einrichtungen und Institutionen werden dazu aufgerufen, am ersten Samstag im Juni Rosen am Grab eines Schriftstellers niederzulegen. Die Wahl des Brechtkreises fiel diesmal auf den in Friedberg bestatteten Dichter Kurt Virneburg.

Kurt Virneburg, am 20. April 1906 in Berlin geboren und am 27. Juli 1969 in Friedberg verstorben, begann seinen literarischen Werdegang in Berlin als Verfasser expressionistischer Gedichte, als Mitherausgeber des Sammelbands Junge deutsche Dichtung und als Verleger. Sein Verlag Der Aufbruch bot jungen Dichtern Publikationsmöglichkeiten, und als Rezensent der Illustrierten Zeitung von 1932 befasste er sich mit den weiblichen Vertretern der damaligen Dichtergeneration, u.a. mit Marieluise Fleißer. Das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg machten diesen literarischen Bemühungen ein jähes Ende. Entwurzelt und gezeichnet von den zurückliegenden Erfahrungen gelangte Virneburg mit seiner Familie 1946 nach Friedberg, wo er schließlich als Leiter des dortigen Volksbildungswerks seinen Lebensunterhalt verdiente. Vergeblich versuchte er, u.a. über den im New Yorker Exil lebenden Schriftsteller Hermann Kesten, wieder in Kontakt mit der bundesdeutschen Literaturszene zu treten. So blieb sein Werk schmal, die Öffentlichkeit nahm ihn kaum noch wahr, obwohl gerade seine Gedichte von einem großen Talent zeugen.

Die Rosenaktion des Augsburger Brechtkreises zu Ehren von Kurt Virneburg findet statt am Samstag, 4. Juni, ab 11 Uhr. Treffpunkt ist der nordwestliche Eingang des Friedhofs der Wallfahrtskirche Herrgottsruh in Friedberg. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich gemeinsam von dort aus zu Virneburgs Grab begeben, wo sein Leben und Werk gewürdigt werden sollen, auch in Form einer kurzen Lesung, bevor die Rosen abgelegt werden.

Augsburg. Crime.

Mit »Die Escort-Lady« gibt es wieder einen neuen Augsburg-Krimi von Alfred Wallon.

Frank Gerber, der finanziell immer etwas klamme Privatdetektiv, ermittelt wieder. Autor Alfred Wallon hat sich mit der Figur seines Ermittler spielerisch an amerikanischen Fernsehdetektiv Rockford orientiert. Gerber löst seine Fälle auf ganz spezielle Weise und Ironie kommt dabei nicht zu kurz. So auch nun bei Die Escort-Lady.

Der Privatdetektiv, im Roman wohnhaft in der Fichtelbacher Straße in Augsburg, steht auch in der neuen Krimi-Folge im Mittelpunkt. Wie bereits im letzten Roman Sprung in den Tod wird er erneut in einen brisanten Fall verwickelt, der sogar zu einer persönlichen Angelegenheit wird. Und natürlich führt der Krimi wieder an zahlreiche bekannte Augsburger Schauplätze. Tatsächlich hat Wallons neuer Roman einen realen Hintergrund: Eine Bekannte hatte ihm von einer Frau erzählt, die Escort-Service mache, und meinte zu ihm, es sei doch bestimmt interessant für Wallon als Schriftsteller, wenn er etwas aus deren Leben erfahren würde. Das Gespräch kam zustande – und die Geschichte der Escort-Lady Ismenia beruht auf tatsächlichen Ereignissen. Sie ist sogar nun auch auf dem Titelcover zu sehen.

Der Roman Die Escort-Lady ist als ebook auf allen gängigen Online-Plattformen und als Taschenbuch-Sammlerausgabe direkt beim BLITZ-Verlag erhältlich. Die Taschenbuch-Sammlerausgabe gibt es direkt beim Verlag, kann aber auch über den Buchhandel bestellt werden, wenn dieser direkt beim Verlag ordert. Die Schlosser’sche Buchhandlung Augsburg hat mit Erscheinen des Romans einige Exemplar für den Verkauf bekommen. Außer diesem Buch erscheinen ebenfalls am 1. Mai noch sieben weitere Titel von Alfred Wallon im BLITZ-Verlag.

Besonders bekannt ist Wallon für seine historischen Western und auch als einziges deutsches Mitglied bei der amerikanischen Schriftstellervereinigung Western Fictioneers. Seine Romane spielen alle vor einem detailliert recherchierten historischen Hintergrund. Seine beiden Serien Die Forts am Bozeman Trail sowie Texas Ranger werden von den Lesern begeistert aufgenommen.

Wallon stammt eigentlich aus Hessen, zog aber im Januar 2014 aus privaten und beruflichen Gründen nach Augsburg. Seitdem lebt und arbeitet er hier – und wohnt im Augsburger Hotelturm. 2021 konnte Wallon auf 40 Jahre Tätigkeit als Schriftsteller zurückblicken. In dieser Zeit veröffentlichte der Autor um die 200 Romane bei verschiedenen Verlagen in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. Erst jetzt im Mai 2022 feierte Alfred Wallon seinen 65. Geburtstag.

Eine erste Lesung aus Die Escort-Lady wird am Donnerstag, 2. Juni, ab 18:30 Uhr für Kunden und Freunde des Immobilien-Analysten Mladen Krčmar in dessen privaten Goldenen Salon in der Völkstraße 8 stattfinden. Begrenzte Zahl an Sitzplätzen, Anmeldung über E-Mail: info@mladenkrcmar.com.


Alfred Wallon: Die Escort-Lady
Reihe »Der Regional-Krimi Augsburg«, Band 06
176 Seiten, Taschenbuch, exklusive Sammler-Ausgabe
E-Formate: ePub/Mobi

Das literarische Duett

Am Mittwoch, 1. Juni, diskutieren Kurt Idrizovic (Buchhandlung am Obstmarkt) und Michael Schreiner. In der Stadtbücherei und live auf Youtube!

Am Mittwoch, 1. Juni, um 19.30 Uhr ist es wieder so weit: Bei Lesezeichen – Lektüre im Dialog diskutieren und plaudern der Buchhändler Kurt Idrizovic (Buchhandlung am Obstmarkt) und der Kulturjournalist Michael Schreiner wieder in der Stadtbücherei Augsburg über ihre Lektüren, Entdeckungen und Enttäuschungen, Bestseller, den literarischen Betrieb und was ihnen so alles aufgefallen ist.

Youtube-Link:

Deutsche Sprache, beurkundet

»Wir Ludwig von Gottesgnaden. Die deutschsprachigen Urkunden Ludwigs des Bayerns im Vergleich«: eine Online-Ausstellung des Staatsarchivs Augsburg, konzipiert von Studierenden der Fächer Geschichte und Germanistik an der Universität Augsburg unter Leitung von Archivdirektor Dr. Thomas Engelke und der Professoren Klaus Wolf und Thomas Krüger.

In der Regierungszeit des römischen Königs und Kaisers Ludwig IV., genannt »der Bayer« (geb. 1282/86, reg. 1314-1347, Kaiser seit 1328), lässt sich eine erhebliche Bedeutungszunahme der deutschen Sprache, die zuvor nur in Einzelfällen Verwendung fand, in der königlichen Kanzlei feststellen. Betrachtet man den Anteil deutschsprachiger Königsurkunden an der Gesamtzahl der von Ludwig ausgestellten Urkunden, so beträgt dieser (im hier untersuchten Fall für schwäbische Empfänger, überliefert im Staatsarchiv Augsburg) 55 %.

Nach Ludwigs Regierungszeit änderte sich das Verhältnis der deutschsprachigen zu den lateinischen Urkunden nicht mehr. Im Gegenteil: Die lateinische Königsurkunde wurde zum Ausnahmefall. Zu Recht kann davon ausgegangen werden, dass sich Deutsch als Urkunden- und Kanzleisprache in der Zeit Ludwigs durchsetzte. Dies ist Grund genug, jenen Prozess zu würdigen und sich die deutschsprachigen Urkunden Ludwigs genauer anzusehen.

Gegenstand der Ausstellung sind ausgewählte Beispiele deutschsprachiger Urkunden Ludwigs aus den Beständen des Staatsarchivs Augsburg, unterteilt nach Empfängergruppen, Themen und Anlässen der Urkundenausstellung. Hinzu kommen zwei herausragende Exponate aus den Beständen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und der Bayerischen Staatsbibliothek in München: eine Prunkurkunde Ludwigs IV. und das »Oberbayerische Landrecht«. Die Dokumente aus der Kanzlei Ludwigs des Bayern werden eingerahmt von kurzen Ausblicken auf die Entwicklung der Königsdiplome vor und nach Ludwig IV. sowie auf frühe Beispiele der Verwendung der deutschen Sprache im nicht königlichen Urkundenwesen.

Die somit vorwiegend aus den reichen Beständen des Staatsarchivs Augsburg schöpfende Ausstellung demonstriert auch die fruchtbare Zusammenarbeit dieses Hauses mit der Universität Augsburg und ist ein Ergebnis des hierbei praktizierten interdisziplinären Lehrkonzeptes.

Die Online-Ausstellung ist hier hier zu besuchen:
https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000003154?lang=de

Helmut »Jean Paul« Mayer ist tot

Der Lyriker, Autor und Dramatiker Helmut Mayer verstarb am 19. Mai.

Der Lyriker, Autor, Dramatiker und poetische Innenstadt-Flaneur Helmut Mayer, genannt »Jean Paul«, ist tot. Geboren 1944 wohl im Raum Nürnberg, lebte und arbeitete Mayer seit Mitte der 1980er Jahre in Augsburg. Bereits 1974 erschien sein erster Gedichtsband Transpirationen. 1987 erhielt Helmut Mayer den Sonderpreis für Literatur der Stadt Gersthofen, 1996 folgte der Augsburger Kleinkunstpreis. 1999 erschien dann im Erwin Rauner Verlag Augsburg sein Gedichtsband Lichtflossen.

Arno Loeb hielt zwei Jean Paul Mayer beim Vortrag zweier Liebesgedichte auf Video fest.

Im Februar 2020 wurde sein Theaterstück Trumpelstilzchen mit Arno Loeb als Regisseur mit Heinz Schulan in der Projektschmiede Lechhausen aufgeführt. »Jean Paul war auf jeden Fall einer der originellsten und kreativsten Menschen in Augsburg«, schreibt Loeb auf seiner Facebook-Seite. Helmut Mayer wurde 76 Jahre alt. Er verstarb am Abend des 19. Mais im Universitätsklinikum Augsburg an den Folgen eines Schlaganfalls.

Helmut Mayers Tod im Mai erinnert an das erste Gedicht Ecce Poeta in Mayers Gedichtsband Lichtflossen; es spricht vom Mai, der Poet gelähmt vom Biss der Metapher – verscharrt in den Sand des Gedichts:

ECCE POETA

Gerissen
von der Pranke des Sommers.
Getaucht
in ägyptisches Licht.
Klingend im Lied der Zikade
unter den Fiebern des Mai.
Gelähmt vom Biß der Metapher.

Verscharrt in den Sand des Gedichts.


– Helmut »Jean Paul« Mayer

Aus: Lichtflossen. Erwin Rauner Verlag, 1999.


Abdruck des Gedichtes »Ecce Poeta« mit freundlicher Genehmigung des Erwin Rauner Verlags Augsburg.
Verwendung der Fotos mit freundlicher Genehmigung von Arno Loeb und Lina Mann.



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Neue Direktorin für Uni-Bibliothek

Constance Dittrich ist neue Direktorin der Universitätsbibliothek Augsburg. Erstmals hat in Augsburg eine Frau dieses Amt inne.

Zum 1. Mai 2022 trat Constance Dittrich den Dienst als Direktorin der Universitätsbibliothek Augsburg an – und übernahm so den Staffelstab von Dr. Ulrich Hohoff, der bereits am 1. Februar nach 23 Jahren in den Ruhestand eintrat, zur feierlichen Staffelstabübergabe aber nochmals im Senatsaal der Universität erschien. Mit der Verleihung einer Goldenen Ehrennadel verabschiedete Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel den langjährigen Direktor der Augsburger Universitätsbibliothek (UB) und verband mit dieser Ehrung ihren persönlichen Dank an Dr. Hohoff. Die Präsidentin betonte, dass Dr. Hohoff als zweiter Leiter der UB seit 1999 nicht nur erfolgreich den digitalen Wandel der Bibliothek und ihrer Bestände gestaltete, sondern in ihrer Geschichte insgesamt eine besondere Prägung ausübte.

Dr. Ulrich Hohoff wurde durch die Präsidentin mit der Goldenen Ehrennadel verabschiedet. Foto: © Universität Augsburg

Doering-Manteuffel hob beispielhaft die Begleitung des Bibliotheksbaus, sichtbar etwas in der 2019 eröffneten neuen Teilbibliothek Medizin, und die Weiterentwicklung im Bereich Sondersammlungen hervor. Hohoff gründete im Jahr 2008 eine eigene Abteilung Handschriften, Alte Drucke und Sondersammlungen und erweiterte durch Ankäufe den Bestand der Neugründungsuniversität um einzigartige Sammlungen, darunter die Bibliothek der verbrannten Bücher Georg Salzmanns, historische Schulbücher und Musik der Synagoge Augsburg. So waren die zahlreichen herausragenden Ausstellungen in seiner Dienstzeit aus dem Fundus der Sondersammlungen geprägt, 2021 erlebbar als beeindruckende Gesamtschau in der Ausstellung Ein Reichthum, den kein Maß bestimmen kann anlässlich des Jubiläums der Universität.  

Open Access und Digital Turn

Gleichzeitig begrüßte Doering-Manteuffel die Nachfolgerin in diesem wichtigen Amt innerhalb der Universität: Constance Dittrich (47) wechselte zum 1. Mai 2022 von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt nach Augsburg und ist hier die erste weibliche UB-Direktorin. Die studierte Altphilologin und Historikerin bringt umfangreiche Führungserfahrungen aus Eichstätt mit, wo sie zuletzt als stellvertretende Bibliotheksdirektorin und Leiterin der Abteilung Bestandsentwicklung wirkte. Langjährig verantwortete sie dort auch die historischen Sonderbestände, das Ausstellungsmanagement und die Digitalisierung – hervorragende Anknüpfungspunkte für den Start in Augsburg. »Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung und die Zusammenarbeit mit dem Team der Universitätsbibliothek«, erklärte Constance Dittrich.

Übergabe des Direktorats der Universitätsbibliothek an Constance Dittrich. Von links: Constance Dittrich, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Dr. Ulrich Hohoff. Foto: © Universität Augsburg

Durch den Wechsel nach Augsburg möchte sie in einer »großen Universitätsbibliothek die Veränderungen der Informationslandschaft für und mit der Universität zukunftsorientiert gestalten«. Herausforderungen in den kommenden Jahren sieht sie zum einen in der Begleitung der globalen Open-Access-Initiative und in dem Ausbau forschungsnaher Dienste, die eng an den Bedarfen der Wissenschaft ausgerichtet und umgesetzt werden. Zum anderen stellten sich mit und nach der Pandemie sowie angesichts des vollzogenen Digital Turn in Forschung und Lehre veränderte Nutzungsgewohnheiten an die Bibliothek als Lern- und Arbeitsraum. Auch der Tradition der Ausstellungen und guten Kommunikation mit der Stadtgesellschaft Augsburgs möchte Constance Dittrich treu bleiben: »Natürlich werden wir weiterhin unseren Bestand auf eindrucksvolle und inspirierende Art in Ausstellungen und Publikationen präsentieren.«

Beide Bibliothekare kennen einander aus der Zusammenarbeit in der Bibliothekscommunity Bayern und können so besonders gut den Wechsel vollziehen. Die Universität Augsburg profitiert davon, dass ihre UB unter der Leitung von Dr. Hohoff bayernweit und national stets gut vernetzt war – und auch Dittrich sieht in Kooperation und Austausch einen Arbeitsschwerpunkt für ihre Amtszeit. [pm/auxlit]

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Heimat, unter Dach und Fach

Das Ellgauer Anwesenbuch zeigt Wohnstätten eines Dorfes, das einst mit 35 Feuerstellen begann.

Die Gemeinde Ellgau hat zusammen mit dem Arbeitskreis Dorfchronik einen rund 140-seitigen Bildband heraus gebracht. Das Fotobuch Ellgau. Anwesen – damals und heute zeigt Wohnstätten des Ortes von der Hausnummern 1 bis 100 in zum Teil historischen Fotos und aktuellen Fotos ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Abgaben zu den Besitzern, aufgeführt in der Regel in drei Zeitepochen, ergänzen den Spaziergang durchs Dorf. Dazu kommen zehn Kurzportraits: »In zehn Kurzbiografien werden Personen lebendig, die aus heutiger Sicht etwas Besonderes waren«, so Hermine Zwerger vom Arbeitskreis Dorfchronik. »Sie übten einen Beruf aus, den es heute nicht mehr gibt, der meisterten Lebensumstände, wie wir sie heute nicht mehr vorfinden, wie Anna Laske und Walter Biehal, die Heimatvertriebenen, die sich eine neue Existenz aufbauen mussten.« Die Idee zu dem Fotobuch entstand bereits, als die Dorfchronik 2013 in Druck ging. Nicht alle Bilder und Geschichten konnten damals untergebracht werden.

Wie Ellgaus 1. Bürgermeisterin Christine Gumpp im Vorwort des Buches ausführt, wurden bereits vor über 270 Jahren die Ellgauer Anwesen in einem Plan erfasst. Im sognannten Kollefel-Plan, der 1750 vom Kartografen Johann Lambert Kolleffel (1706 – 1763) mit einfachsten vermessungstechnischen Mitteln zu Papier gebracht worden seien, sei Ellgau als Dorf mit 35 Feuerstellen beschrieben worden. 1835 zählte man schon 59 Anwesen, im Jahr 2021 konnte die Bürgermeisterin auf 353 Haushalte blicken.

Von links: Petra Götz (Bildbearbeitung), Ellgaus 1. Bürgermeisterin Christine Gumpp (Redaktion), Hermine Zwerger (Arbeitskreis Dorfchronik, Redaktion) und 2. Bürgermeister Johannes Gollinger. Foto: Birgit Weber.

Das Anwesenbuch ist erhältlich im Ellgauer Rathaus zu den geltenden Öffnungszeiten und in der Buchhandlung Eser in Meitingen.

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Fugger als Comic-Held

Michael Moratti, Verlagsleiter des Wißner-Verlags, legt als Zeichner mit »Jakob und das goldene Fugger-Ei« den ersten Fugger-Comic vor.

Jakob und das goldene Fugger-Ei (Wißner-Verlag 2022) ist nicht nur das erste Comic-Album Morattis, sondern auch der erste Fugger-Comic überhaupt. 2021 hatte der Comic-Künstler Paul Rietzl die historische Graphic Novel Augsburg 1521 veröffentlicht; sie zeichnet ein Sittengemälde der damaligen Zeit. Nun rückt Jakob Fugger selbst als Protagonist ins Zentrum eines klassischen Comics. Dabei lehnt sich Michael Moratti in Cover-Aufmachung und Anmutung ganz an die Asterix-Bände Goscinnys und Uderzo an; der Zeichenstil und Humor bleibt aber ganz der des Augsburger Zeichners.

Jakob und das goldene Fugger-Ei ist der erste Band der Serie Die unbekannten Abenteuer des Jakob Fugger. Moratti arbeitet bereits am zweiten Comic, der den Titel Jakob und das verlorene Ulrichskreuz tragen soll. Im Debüt-Band aber geht es erst einmal rund um die Gründungsidee der historischen Fuggerei, die 2021 ihren 500. Geburtstag feierte und der aktuell gerade auch auf dem Augsburger Rathausplatz mit dem »Fuggerei NEXT500 Pavillon« gedacht wird.

In Band 1 sieht man: Auch der reichste Mann der Welt hat Probleme. Vor allem, wenn die Pleite, ein Ehekrach und ein Krieg drohen. Plötzlich ist für den ersten sozialen Wohnungsbau, die Fuggerei, kein Geld mehr da und um seine Ehe zu retten, muss Jakob Fugger einen Krieg verhindern. Dem Himmel sei Dank stehen ihm sein Leibwächter, der Ritter Eugenius Brechtig (sic!), und der Mohikaner Gekreuzte Schlange treu und tapfer zur Seite. Doch Jakob ahnt nicht, dass sein Geschenk zum 10. Hochzeitstag für seine Sybilla längst zum Spielball einer europäischen Verschwörung geworden ist: das goldene Fugger-Ei.

Diese Geschichte hat Michael Moratti natürlich frei erfunden, aber mit historischen Fakten und Gegebenheiten gewürzt. Der Autodidakt und bekennende Nostalgiker arbeitet mit Bleistift und Tusche auf 350g/m2-Aquarellkarton und koloriert dann direkt auf das Original mit Aquarellfarben. Den Comic bezeichnet der geborene Donauwörther, der den Wißner-Verlag seit 2014 leitet und Autor mehrerer Bilderbücher ist, als die »Neunte Kunst«: Er zeichnet sie nicht nur, sondern sammelt sie auch. Schönes Detail im Comic-Band: Die Förder-Anzeigen der Firmen Senser-Druck und Vollwertbäckerei Schneider kommen als Comicbilder von »MiMo« (= Michael Moratti) daher


.Jakob und das goldene Fugger-Ei
Band I der Reihe »Die unbekannten Abenteuer des Jakob Fugger«
Text, Zeichnungen und Farbe: Michael Moratti
Comic. 48 Seiten, Abbildungen: ganzseitig farbig illustriert, Paperback
Format 29,7 x 21,0 cm
Wißner-Verlag 2022

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Ines Geipel bei den 29. Ingolstädter Literaturtagen

Der Kartenvorverkauf für das Event vom 18.6 bis 6.7 hat begonnen. Die aktuelle Marieluise-Fleißer-Preisträgerin Ines Geipel gestaltet einen Teil des Festivals.

Sharon Dodua Otoo liest am Donnerstag, 30. Juni, aus ihrem Roman »Adas Raum«. Foto: Ralf Steinberger

Die 29. Ingolstädter Literaturtage starten am Samstag, 18. Juni, und enden am Mittwoch, 6. Juli. Bereits zum zweiten Mal wird ein Teil der Ingolstädter Literaturtage von der aktuellen Marieluise-Fleißer-Preisträgerin gestaltet: Ines Geipel widmet sich zusammen mit Studierenden des 47. Jahrgangs des Studiums Zeitgenössische Puppenspielkunst der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlinder Ingolstädter Schriftstellerin Marieluise Fleißer. An vier Abenden (26. – 29. Juni, Beginn jeweils 20 Uhr, Altstadttheater) dreht sich alles rund um »Frau Fleißer«. Es werden Puppen und Menschen auf der Bühne zu sehen sein und das Publikum wird ihre Sprache hören, als Fusion der Kunstformen der Studierenden. Das komplette Programm hierzu finden Sie HIER.

Des Weiteren stehen auf dem Programm: Romy Hausmann mit Perfect Day (Freitag, 24. Juni, 20 Uhr, Kavalier Dalwigk) sowie Christoph Dallach und Andreas Dorau mit Future Sounds (Samstag, 25. Juni, 20 Uhr, Neue Welt). Zudem kann sich das Publikum freuen auf: Sharon Dodua Otoo mit Adas Raum (Donnerstag, 30. Juni, 20 Uhr, Dachgarten KAP94), Doron Rabinovici mit Die Einstellung (Freitag, 1. Juli, 20 Uhr, Innenhof Kulturoasis) und Karen Köhler mit Miroloi (Samstag, 2. Juli, 19 Uhr, Dachgarten KAP94). Letztere ist eine Kooperation mit dem SÜDWIND Festival/ Stadttheater Ingolstadt. Speziell für Kinder, aber natürlich auch für Erwachsene, steht die Lesung mit Steven Cloos auf dem Programm: Superheld liest … No.6 Geschichten für Alle (Samstag, 2. Juli, 14:30 Uhr, Dachgarten KAP94). Auf ein literarisches Schmankerl dürfen sich auch die Schüler*innen der August-Horch-Schule freuen. Dort liest Dita Zipfel am Freitag, 24. Juni, 10 Uhr aus ihrem Roman Brummps.

Das Programm wird ergänzt mit einer Lesung des Ingolstädter Autorenkreises (Samstag, 18. Juni, Dachgarten des KAP94), der Preisverleihung beim Schanzer Schreibwettbewerb für Schülerinnen und Schüler (Sonntag, 19. Juni, Neue Welt) sowie Workshops für Jungliteraten mit Poetry-Slammerin Vero Scholz (3., 5. und 6. Juli, Anmeldung unter urbankultur@ingolstadt.de oder unter 0172-5645900), kulminierend in der Veranstaltung Spoken Word – Von Rap bis Slam-Poetry am Mittwoch, 6. Juli, auf dem Theaterplatz, Bau mit!-Rampe.

Tickets für die 29. Ingolstädter Literaturtage.

Bei schlechtem Wetter finden die Open-Air-Veranstaltungen alle in der Neuen Welt statt. Mit zwei Ausnahmen: Die Lesung mit Romy Hausmann wird in das Trafohaus und die Abschlussveranstaltungen der Workshops in die Werkstatt / Junges Theater verlegt. Bei unsicheren Witterungsverhältnissen am Tag der Veranstaltung können Sie sich unter 0172 – 5645900 informieren, ob die Veranstaltung wie geplant Open Air oder indoor stattfindet.

Tickets gibt es über www.ticket-regional.de, vor Ort in der Tourist Information am Rathausplatz (Moritzstraße 19), im Westpark Ingolstadt, im Achtzig20 GmbH co. und im Schanzer Ludwig Store (Theresienstr. 13). Aktuelle Sicherheits- und Hygienehinweise finden Sie unter: www.kulturamt-ingolstadt.de

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