Helmut »Jean Paul« Mayer ist tot

Der Lyriker, Autor und Dramatiker Helmut Mayer verstarb am 19. Mai.

Der Lyriker, Autor, Dramatiker und poetische Innenstadt-Flaneur Helmut Mayer, genannt »Jean Paul«, ist tot. Geboren 1944 wohl im Raum Nürnberg, lebte und arbeitete Mayer seit Mitte der 1980er Jahre in Augsburg. Bereits 1974 erschien sein erster Gedichtsband Transpirationen. 1987 erhielt Helmut Mayer den Sonderpreis für Literatur der Stadt Gersthofen, 1996 folgte der Augsburger Kleinkunstpreis. 1999 erschien dann im Erwin Rauner Verlag Augsburg sein Gedichtsband Lichtflossen.

Arno Loeb hielt zwei Jean Paul Mayer beim Vortrag zweier Liebesgedichte auf Video fest.

Im Februar 2020 wurde sein Theaterstück Trumpelstilzchen mit Arno Loeb als Regisseur mit Heinz Schulan in der Projektschmiede Lechhausen aufgeführt. »Jean Paul war auf jeden Fall einer der originellsten und kreativsten Menschen in Augsburg«, schreibt Loeb auf seiner Facebook-Seite. Helmut Mayer wurde 76 Jahre alt. Er verstarb am Abend des 19. Mais im Universitätsklinikum Augsburg an den Folgen eines Schlaganfalls.

Helmut Mayers Tod im Mai erinnert an das erste Gedicht Ecce Poeta in Mayers Gedichtsband Lichtflossen; es spricht vom Mai, der Poet gelähmt vom Biss der Metapher – verscharrt in den Sand des Gedichts:

ECCE POETA

Gerissen
von der Pranke des Sommers.
Getaucht
in ägyptisches Licht.
Klingend im Lied der Zikade
unter den Fiebern des Mai.
Gelähmt vom Biß der Metapher.

Verscharrt in den Sand des Gedichts.


– Helmut »Jean Paul« Mayer

Aus: Lichtflossen. Erwin Rauner Verlag, 1999.


Abdruck des Gedichtes »Ecce Poeta« mit freundlicher Genehmigung des Erwin Rauner Verlags Augsburg.
Verwendung der Fotos mit freundlicher Genehmigung von Arno Loeb und Lina Mann.



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msc
Author: msc

1 Kommentar zu „Helmut »Jean Paul« Mayer ist tot“

  1. Er fehlt – Er fehlt – Er fehlt – Er fehlt ——-
    Danke Arno für die Würdigung dieses phantatischen Menschen, einem Dichter der es verstand Worte zu setzen, dass wie bei geschlagenen Feuersteinen die Flamme des Geistes herausbrach, einem Kabarettisten – ich nannte ihn oft ‚Makaberettist‘ – der uns nicht nur zum Lachen brachte und einem Schriftsteller, der leider nicht veröffentlichte. – Ohne ihn erscheint mir nun mein Augsburg wie ein steriles Heimatmuseum. – Er fehlt. Er fehlt. Er fehlt.
    Weiter verbunden im Witz und Geiste sein Freund Norbert

    Den eigenen Tod den stirbt man nur
    mit dem Tod der anderen muss man leben
    Mascha Kaleko

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