Gysi, Martenstein & Kluftinger

Die Stadthalle Gersthofen startet mit Lesungen, Literatur und Buchpräsentationen in den Herbst. Gregor Gysi und Harald Martenstein kommen, aber auch Klüpfel & Kobr mit ihrem neuen »Kluftinger«. Der Fotograf und Geograf Michael Martin präsentiert sein Buch »Terra«.

auxlitera präsentiert: Star-Kolumnist Martenstein liest, Clementi singt

Harald Martenstein mit Georg Clementi. Foto: Leo Fellinger

Die Stadthalle Gersthofen geht in die Herbstsaison 2022 – und hat Lesungen, Literatur und Buchpräsentationen im Gepäck. Mit Strahlkraft in die gesamte Region: Am Freitag, 30. September, ist der ZEIT-Kolumnist Harald Martenstein zu Gast. Die Stadthalle Gersthofen lädt dazu in das Ballonmuseum ein.

Der Starkolumnist kommt dabei als literarisch-musikalisches Doppel der Güte Klasse 1a: »Martenstein liest, Clementi singt – ZEITkolumnen & Zeitlieder« heißt das Programm. Das heißt: Der Starkolumnist Martenstein liest und der preisgekrönte Chansonnier Georg Clementi verwandelt sie in packende Lieder. Neben diesen Kolumnen liest Martenstein weitere Texte, die auf Clementis Chansons thematisch abgestimmt sind. Ein Abend voller Humor, guter Musik und blitzgescheiter Texte.

auxlitera präsentiert:
Freitag, 30. September | Ballonmuseum Gersthofen | 19.30 Uhr | 24,60 Euro | > Tickets <

Gregor Gysi: Ein Leben ist zu wenig

Gregor Gysi. Foto: Deutscher Bundestag

Am Freitag, 28. Oktober, wird Gregor Gysi in Gersthofen zu Gast sein und bei »Ein Leben ist zu wenig« gemäß seinem gleichnamigen Buch von seinen zahlreichen Leben erzählen: als Anwalt, als Politiker, als Autor, als Moderator und als Familienvater.

Sein Leben macht die Erschütterungen und Extreme, die Entwürfe und Enttäuschungen des 20. Jahrhunderts auf sehr persönliche Weise erlebbar. Kaum ein deutscher Politiker wurde so geschmäht, kaum einer schlug sich so erfolgreich durchs Gestrüpp der Anfeindungen – hin zu einer anerkannten Polit-Prominenz. Das autobiographische Gespräch mit dem prominenten Politiker wird Hans Dieter Schütt führen.

Freitag, 28. Oktober | Stadthalle Gersthofen | 19.30 Uhr | 28,00 Euro |
> Tickets mit Platzwahl <

Zehn Gesichter der Erde

Michael Martin.

Am Freitag, 18. November, wird der Fotograf und Diplom-Geograf Michael Martin mit seiner neuer Multivision »Terra« sein neues, gleichnamiges Buch präsentieren, das ein einzigartiges Portrait des Planeten Erde zeichnet.

Fünf Jahre reiste er mit der Kamera um die Welt und fotografierte in der Arktis, im Himalaya, in den Anden, im Südpazifik, in Arabien, im Amazonasbecken, in den Savannen Ostafrikas sowie in der Taiga Sibiriens und den Steppen Zentralasiens. So entstanden zehn Gesichter der Erde, welche neben faszinierenden Landschaften auch Tiere, Pflanzen und Kulturen in allen Klimazonen unserer Erde vorstellen.

Freitag, 18. November | Stadthalle Gersthofen | 19 Uhr | 29,00 Euro | > Tickets <

Affenhitze im Allgäu: Kluftinger kommt ins Schwitzen

Klüpfel & Kobr. Foto: Jens Oellermann

Am Mittwoch, 30. November, präsentiert das erfolgreiche Autoren-Duo Klüpfel & Kobr den lang erwarteten, neuen Kluftinger-Krimi. »Affenhitze« heißt der, und vor lauter Hitze ist es dem Kommissar viel zu schwül, vor die Tür zu gehen.

Aber Kluftinger hat keine Wahl:  Er muss in der Tongrube ermitteln, in der Professor Brunner vor einiger Zeit das berühmte Skelett des Urzeitaffen »Udo« ausgegraben hat. Nun wurde Brunner verscharrt unter einem Schaufelbagger gefunden. Der Wissenschaftler, der mit seinem Fund beweisen wollte, dass die Wiege der Menschheit im Allgäu liegt, hatte viele Feinde. Kluftinger hat deshalb gleich mehrere Verdächtige im Visier, darunter die Mitglieder einer obskuren Sekte…Hingehen, zuhören, lachen.

Mittwoch, 30. November | Stadthalle Gersthofen | 19.30 Uhr | 24,60 Euro | > Tickets <

www.stadthalle-gersthofen.de

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Heimatsuche in Böhmen

Die in Augsburg geborene und aufgewachsene Autorin Claudia Nentwich legt mit »Königswald« ihr neues Buch vor.

Claudia Nentwich. Foto: Lisa Schroeder

Königswald heißt die Erzählung, die Claudia Nentwich, geboren und aufgewachsen in Augsburg, nun im KLAK-Verlag Berlin veröffentlicht hat. Königswald ist eine autofiktionale Erzählung, die zwischen Deutschland und Tschechien spielt. Die Autorin wurde 1962 im Vincentinum geboren und wuchs dann bei ihren Großeltern im Landkreis Augsburg auf.

Claudia Nentwich, die in Augsburg ab dem 18. Lebensjahr eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin machte, ist eng mit der Augsburger Musikszene der frühen 80er verwoben. Ihre Pferseer Wohnung übernahm sie vom Gründer des Spectrums, mit ihrer Punkband Sagrotan spielte sie unter anderem im einstigen Subway in der Gögginger Straße. Mit dessen Inhaber Nono Neumann war sie bis zu seinem Tod vor einigen Monaten befreundet. Er war wie Nentwich später nach Berlin gegangen und hatte dort die Kultkneipe Ex & Pop aufgezogen.

Von Böhmen nach Deubach

Der Song »Lost Country«, der die Vertreibungsgeschichte der Vorfahren Nentwichs verarbeitet.

Nentwich lebte zwei Jahre in Barcelona, bevor sie nach Berlin zog, wo sie heute noch lebt, als Autorin und Songwriterin (> Youtube <), die auch schon mit Manfred Maurenbrecher zusammenarbeitete. »Für mich ist Augsburg nach wie vor ein wichtiger Ort, auch weil ich hier aufgewachsen bin«, sagt Nentwich, die regelmäßig auf Besuch in die Fuggerstadt kommt, weil sie hier noch Freunde hat. Ihr zweites Buch Schlaf gut, Böhmen! Lebenswege 1911-1948 (BoD – Books on Demand, 2. Aufl. 2015) entstand auf der Basis von Interviews, die sie mit ihren Großeltern über deren Leben in Nordböhmen und ihrer Ankunft in Deutschland geführt hat.

Der Großvater war vor dem Zweiten Weltkrieg bei der Bahn in Sachsen angestellt. Als Busfahrer hatte er viele Fernfahrten gemacht, die ihn auch nach Augsburg geführt haben. »Er hat mir oft erzählt, dass er immer nach Augsburg wollte, weil es ihm da so gut gefiel«, so Nentwich. Ihre Großeltern arbeiteten schließlich eine Zeitlang bei der SWA (Mechanische Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg), bis der Großvater eine Anstellung bei der Bahn als Oberbauschweisser bekam und sie nach Deubach zogen. Im Buch Schlaf gut, Böhmen! gibt es dazu ein paar Passagen.

»Königswald«: Zwei Frauen entdecken Geheimnisse der Vergangenheit

Und nun, 2022, Nentwichs Erzählung Königswald. Auch hier spielen die Themen Tschechien, Heimat und Vergangenheit eine Rolle. Zum Inhalt: Als Anna, Buchhändlerin aus Berlin, erfährt, dass ein Versteck im ehemaligen Haus ihrer Urgroßeltern in Tschechien entdeckt wurde, macht sie sich auf die Reise ins Nachbarland. Sie trifft auf die Journalistin Milena, die gerade ganz andere Sorgen hat.

Die beiden Frauen stoßen auf längst vergessene Ereignisse und begeben sich auf eine Suche in die Vergangenheit, die sie vor die Frage stellt, was diese Vergangenheit mit ihrem Leben in der modernen europäischen Wirklichkeit zu tun hat. Eine Erzählung, in der Claudia Nentwich (auch wenn Augsburg hier nicht vorkommt) eigene Lebensthemen, geschichtliche Fakten und Fiktion zu einer berührenden Geschichte vermengt. [pm / auxlit / msc]

Claudia Nentwich. Jahrgang 1962, schreibt Songs und Bücher. Sie lebt in Berlin, hat Sprachen und Gesang studiert und als Musical-Darstellerin, Gesangslehrerin und Journalistin gearbeitet. Seit 2007 veranstaltet sie regelmäßig Konzerte und Lesungen unter dem Label »Songs ohne Boot«. www.claudia-nentwich.de | Foto: Lisa Schroeder


Claudia Nentwich: Königswald. Erzählung
136 Seiten
KLAK-Verlag, Berlin 2022
ISBN 978-3-948156-61-9

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Kreolistik-Kongress in Augsburg

Augsburg ist Austragungsort des 20. Kongresses der Associação de Crioulos de Base Lexical Portuguesa e Espanhola (ACBLPE). Er findet vom 8. bis 19. September an der Universität Augsburg statt.

Die Vorträge werden unter anderem Themen der Kreolistik behandeln, wie sprachliche Veränderungen durch verschiedenste Sprach- oder Kulturkontakte. Darüber hinaus werden komplexe sprachpolitische und sprachgeogaphische Fragestellungen erörtert. Die Konferenz ist Teil einer Veranstaltungsreihe zu Studien der Kontaktlinguistik an der Universität Augsburg, die auch den Workshop Creoles in motion umfasst, sowie das zweite Treffen des wissenschaftlichen internationalen Netzwerks Red BayMIS.
Die offiziellen Sprachen des Kongresses sind Portugiesisch, Spanisch, Deutsch und Englisch.

Die Veranstalter wollen u.a. auch Themen aufgreifen, »die direkt oder indirekt die Geisteshaltung der Gastgeberstadt Augburg aufgreifen«. Diese speise sich aus zwei historischen Gegebenheiten: »Zum einen wird Augsburg nicht von ungefähr auch als Friedensstadt bezeichnet, denn es gibt hier eine jahrhundertelange Tradition friedlicher Zusammenkünfte zwischen traditionell gegensätzlichen Ideen und Religionen. Zum anderen war Augsburg im 16. Jahrhundert, durch die hiesigen Familiendynastien Fugger und Welser, prägend in der Entstehung transatlantischer Handelsnetzwerke, was leider auch eine maßgebliche Beteiligung im Sklavenhandel bedeutete. Von diesen historischen Linien ausgehend, begrüßen wir Beitragsvorschläge zu Analysen von sozialen und sprachlichen Konflikten und deren möglichen Lösungen, die auch Aspekte der Sprachpolitik und mehrsprachiger Bildung umfassen können. Ebenso werden Vorträge zu den Anfängen des Kapitalismus in der frühen Neuzeit und zu sprachlichen Auswirkungen der Globalisierung akzeptiert.«
Weitere Infos auf der Homepage des Kongresses.

Foto: Ausschnitt aus dem Konferenz-Poster

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BoD startet neue Schreibplattform

Das in Frankreich initiierte Projekt kommt nun nach Deutschland.

Den Zugang zum Schreiben erleichtern, das Arbeiten an Texten verbessern und den Schritt zur Buchveröffentlichung vereinfachen – das will die neue Online-Schreibplattform WriteControl des Self-Publishing-Dienstleisters BoD (Books on Demand) für Autorinnen und Autoren ermöglichen.

WriteControl sei eine All-In-One-Schreibplattform mit umfassenden Funktionen zur Plot- und Figurenentwicklung, zum Verfassen und Bearbeiten von Texten sowie zum Erstellen und Export von Manuskriptdateien für die Buchveröffentlichung. So bietet die Plattform unter anderem Zugriff auf Figurensteckbriefe, Schreibziele und -statistiken, eine Kapitelgliederung samt automatischer Zusammenfassung zur Überprüfung der inhaltlichen Kohärenz, Notizfunktionen, die Erstellung von Mindmaps, einen Texteditor mit Formatierungshilfe, eine automatisierte Fußnotenverwaltung und die Möglichkeit, Rechercheergebnisse wie Bilder, Dokumente und Webseiten per Upload an einem Ort zu sammeln. Sprach-Tools wie ein integriertes Wörterbuch, eine Synonym-Suche, eine Online-Enzyklopädie sowie Korrekturhilfen und ein Detektor für Wortwiederholungen unterstützen Autor*innen zusätzlich bei der Texterstellung.

Für den Export von Manuskripten ermöglicht WriteControl die Konvertierung des Buchtextes in eine Word-Datei, ein druckfähiges PDF oder eine ePub-Datei sowie in eine Ansicht als HTML-Datei. Die Schreibplattform übernimmt zudem die Formatierung von Texten in ein gewünschtes Buchformat und ermöglicht Nutzer*innen das Verwalten und Gestalten der Titelei-Seiten.

Die Entwicklung von WriteControl startete 2016 als ein Projekt einer Autorin in Frankreich. 2021 übernahem BoD als europaweit agierender Self-Publishing-Dienstleister die Plattform und entwickelte sie weiter. Heute zählt WriteControl bereits mehr als 35.000 Nutzer*innen, umfasst über 50.000 Buchprojekte und besitzt eine aktive Schreibcommunity. Nun erfolgt die Ausbreitung der Plattform in weiterere europäische Länder. Dabei wird die Plattform kontinuierlich weiterentwickelt. Neuestes Feature ist das kollaborative Schreiben, bei dem Autor*innen zeitgleich im Team an einem Manuskript arbeiten können. WriteControl gibt es als kostenfreie und als kostenpflichtige Version.
[pm | msc]

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»Damit wir uns selber besser verstehen können.«

auxlese #01 | Matthias Ferber, Kunstförderpreis-Juror in der Sparte Literatur, Autor und Herausgeber zu Gast beim literarischen Questionnaire. Am Donnerstag, 4. August, ist Ferber Diskutant beim Literarischen Sommersalon.

Matthias Ferber (55) ist Juror beim Kunstförderpreis der Stadt Augsburg in der Sparte Literatur, außerdem ist er tätig als Herausgeber und Autor (u.a. context Verlag, Lit Verlag, Kunstverlag Josef Fink), insbesondere zu den Alten Sprachen und zur Geschichte Augsburgs. Der in Augsburg wohnende Gymnasiallehrer für Griechisch, Latein, Deutsch und Theater führt regelmäßig Literaturprojekte mit Schülerinnen und Schülern durch. Am Donnerstag, 4. August (19:30 Uhr), ist Matthias Ferber Gast beim Literarischen Sommersalon im Brunnenhof, wo er über Die Diplomatin von Lucy Fricke sprechen wird.

In Folge 1 der neuen Serie auxlese beantwortet Matthias Ferber die Fragen des literarischen auxlitera-Questionnaires.


AUXLESE:
das literarische Questionnaire
#01: mit Matthias Ferber

Welche Autorin oder welchen Autor würden Sie gerne einmal persönlich kennenlernen? Und wenn Sie ihn/sie zu sich zum Dinner einladen, was würden Sie ihm/ihr kochen?
Der Mann heißt Georg Mader (1874-1921), geboren in Zusamzell, Postsekretär in Augsburg, der in aller Einfachheit faszinierende schwäbische Mundartgedichte geschrieben hat. Zum Essen gibt’s Apfelspätzla mit Zucker und Zimt.

Was ist das kostbarste oder teuerste Buch, das Sie besitzen?
Das Nibelungenlied in Leder gebunden von 1923, nichts Exorbitantes, aber sehr schön.

Welches Buch lesen Sie zur Zeit?
Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García von Moritz Rinke.

Welches Buch ist vollkommen zerfleddert, kaputt und längst in neuer Auflage erhältlich und Sie werfen es trotzdem nicht weg?
Eine Schulausgabe der Apologie des Sokrates, deren persönliche Eintragungen unersetzlich sind.

Haben Sie einen Lieblingsverlag oder gibt es einen Verlag, von dem Sie denken, dass er ein bemerkenswertes Portfolio hat?
Mir gefällt die Art des Büchergestaltens bei der Büchergilde Gutenberg ausgesprochen gut.

Welche Literaturveranstaltung, der Sie beiwohnten, war bisher die denkwürdigste, seltsamste oder eindrücklichste?
Da irrlichtert eine bizarre Autorenbegegnung zwischen Schülern und dem Österreicher Franzobel in meiner Erinnerung.

Bei welchem Buch ist es Ihnen etwas peinlich, es gelesen und für gut befunden zu haben?
Das ist mir tatsächlich nicht widerfahren, eher umgekehrt. Kafka ist mir im Studium noch sehr schwer gefallen, während er mir mittlerweile schwer gefällt.

Welche/n Augsburger Nicht-Literaten/in würden Sie gerne einmal als Gesprächsteilnehmer beim Literarischen Quartett oder als Jury-Mitglied des Bachmann-Preises sehen?
Den Gedanken empfinde ich als unzugänglich. Mir würde eine Literatursendung mit Hausmeistern oder Taxifahrern gefallen.

Mit welcher Autorin, welchem Autor möchten Sie auf keinen Fall im Aufzug stecken bleiben?
Ich würde gerne mit Georg Büchner im Aufzug stecken bleiben!

Matthias Ferber


Wohnort: Augsburg-Innenstadt
Alter: 55 Jahre
Geboren in: Augsburg

Beruf: Gymnasiallehrer für Griechisch, Latein, Deutsch und Theater

Thema der Abschlussarbeit im Studium:
»Gastlichkeit in Homers Odyssee: Strukturelement und Zivilisiertheitsmerkmal
«
Thema der schulischen Facharbeit:
»Auswertung einer deutschen Literaturgeschichte aus den 1770er Jahren«

Juror beim Kunstförderpreis der Stadt Augsburg in der Sparte Literatur • Autor • Herausgeber

Welches Buch besitzen Sie mehrmals?
Büchners Woyzeck, Kafkas Verwandlung, Goethes Faust, Homer, Platon, Sophokles, Cicero …

Von welchem Autor haben Sie die meisten Bücher im Regal?
Platon, Cicero, Goethe, Fontane, Friedrich Christian Delius …

Gibt es Werke, die Sie in Fremdsprache gelesen haben?
Die antiken Klassiker, deren Sprachen mir gut vertraut sind.

Wo, wann, wie oft und wie lesen Sie? Haben Sie eine bestimmte Eigenart beim Lesen?
Gelesen wird täglich, bevorzugt im Liegen. Im Sitzen gehören Bücher und Schwarzer Tee zusammen.

Welches Buch sollte jeder gelesen haben?
Goethes Faust sollte jede und jeder kennen, lesen sollte man ihn freilich unter Anleitung und gedanklichem Austausch mit anderen Lesern.

Mein Lieblingsgedicht:
Reisen von Gottfried Benn und Die Kraniche des Ibykus von Friedrich Schiller

Welche literarische Figur würden Sie gerne heiraten?
Ganz unumwunden keine.

Bei welchem Krimi-Autor (oder welchem Ermittler in der Krimi-Literatur) wären Sie gerne das fiktive Mordopfer?
Krimis interessieren mich so gut wie gar nicht, ich fühle mich nicht auskunftsfähig.


Mein Verständnis
von Literatur:

Das Leben ist ein Geflecht, von verworren bis verfilzt. Literatur macht den einen oder anderen Faden sichtbar, damit wir uns selber besser verstehen können.

– Matthias Ferber –

Welche literarische Verfilmung / Vertonung / Bühneninszenierung / literarisch-musikalische Begegnung halten Sie für gelungen und hat Sie begeistert?
Die Buddenbrooks-Verfilmung von Heinrich Breloer und die Verfilmung des Englischen Patienten (Michael Ondaatje) von Anthony Minghella.

Mit Ihrer Begeisterung für welche Autorin, welchen Autor fühlen Sie sich alleine?
Ich schätze den griechischen Historiker Herodot ausgesprochen, der bis heute zu Unrecht als fabulierender Märchenerzähler abgestempelt ist.

Welchen Autor werden Sie wohl nie verstehen?
Mir ist bewusst, dass man jedes gute Buch immer nur ansatzweise erfassen kann.

Welches Buch haben Sie immer wieder abgebrochen, es sich aber fest vorgenommen, es endlich ganz zu lesen?
Wenn ich an Büchern scheitere – oder Bücher an mir –, dann war das bisher immer endgültig.

Welchen Klassiker lieben Sie?
Es sind viele: Goethe, Schiller, Fontane, Keller, Büchner, Kafka …

Gibt es ein Gedicht, ein literarisches Zitat oder eine literarische Szene, welche(s) Sie auswendig können und Ihnen im Alltag immer wieder mal durch den Kopf geht?
Reisen von Gottfried Benn mit der grandiosen Strophe: »Bahnhofstraßen und Ruen, / Boulevards, Lidos, Laan – / selbst auf den Fifth Avenuen / fällt Sie die Leere an.«

DER SCHNELL-CHECK mit Matthias Ferber:

Marcel Reich-Ranicki, Thea Dorn oder Denis Scheck?Trotz allem: Marcel Reich-Ranicki.
Goethe, Schiller oder Hölderlin?Alle drei und noch mehr.
Comic oder Graphic Novel? Comic.
Buch, E-Reader oder Hörbuch? Selbst nach vielen Experimenten: Buch!

Bei welcher Malerin oder Musikerin, welchem Maler oder Musiker hätten Sie es spannend gefunden, wenn er/sie Schriftsteller(in) geworden wäre?
Die Frage ist mir zu fiktiv. Spannender finde ich beispielsweise Gerhart Hauptmann, der als Bildhauer grandios scheiterte, bevor er die Literatur als seine Ausdrucksform entdeckte.

Welchen Autor, welche Autorin aus Augsburg und Region schätzen Sie?
Das ist fraglos Bert Brecht.

Welche/r Augsburger/in, der/die kein Schriftsteller ist, sollte einmal ein Buch oder einen Gedichtband schreiben? Wie sollte der Titel des Werks sein?
Der Bademeister vom Plärrerbad sollte Gedichte schreiben unter dem Titel Vom Beckenrand aus.

Was würden Sie Bert Brecht fragen, wenn er heute an Ihrer Haustüre klingelt?
»Hättest du Lust, gleich einmal ein paar Gedichte einzulesen? Wir brauchen mehr O-Ton von dir!«

Was vermissen Sie in Augsburg als Literatur- und Buchfreund?
Der Literaturbetrieb hat durchaus etwas zu bieten. Wünschen würde ich mir mehr Regionalliteratur, dazu als Kulturfreund ein Römisches Museum, ein Schwäbisches Architekturmuseum, ein Museum zur Augsburger Buchdruckerkunst, ein Deutsches Zeitungsmuseum, mehr aufbereitete Stadtgeschichte im Stadtraum – gerade auch für Gäste, einen sanierten Perlachturm, kulturelle Fördertöpfe und Mäzenatentum …

Fragen: Martin Schmidt | auxlitera

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Manga Day 2022

Acht Buchhandlungen in Augsburg und Region laden zum ersten Manga Day ein: Am Samstag, 27. August, gibt es kostenlose Sonderausgaben für Comic-Fans.

Am Samstag, 27. August 2022, findet erstmals der erste Manga Day in Deutschland und Österreich statt! Frei nach dem Vorbild des Gratis-Comic-Tags können sich Interessierte an diesem Tag in teilnehmenden Comic- und Buchhandlungen kostenlose Sonderausgaben ausgewählter Manga sichern. Die insgesamt 25 Sonderproduktionen stammen aus acht verschiedenen Manga-Labels und bestehen sowohl aus etablierten Serien als auch Manga-Neuheiten von altraverseCarlsen MangaEgmont MangaHayabusaKazéManga CultReprodukt und Tokyopop.

In Augsburg nehmen teil: J.A. Schlosser’sche Buchhandlung, Thalia, Bücher Pustet Augsburg, Hugendubel und Comic-Time. In Gersthofen nimmt Der Buchladen, in Schwabmünchen die Buchhandlung Albert Schmid teil. In Landsberg macht Osiander mit.

Die Fachbuchhandlung Comic Time (Augsburg-Göggingen) veranstaltet eine Glücksrad-Aktion, bei der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Cosplay-Kostüm zwei Mal drehen dürfen; in der Schlosserschen Buchhandlung ist @andys_cosplay zu Gast.
[pm / auxlit]

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Brennpunkt Westafrika

Buchpräsentation von Olaf Bernau zum Beginn der Afrikanischen Wochen Augsburg.

Im Rahmen der Afrikanischen Wochen 2022 (vom 29. August bis 1. Oktober) stellt der Autor, Soziologe und Aktivist Olaf Bernau sein Buch Brennpunkt Westafrika. Die Fluchtursachen und was Europa tun sollte (C.H. Beck, März 2022) vor. Dafür kommt er am Dienstag, 30. August, in den Hollbau im Annahof.

Bernau hält sich jedes Jahr mehrere Wochen in Westafrika auf, insbesondere in Mali, wo er im Rahmen des transnationalen Netzwerks Afrique-Europe-Interact mit Migrantinnen und Migranten, bäuerlichen Gemeinschaften und Menschenrechtsgruppen zusammenarbeitet. Bernau wird im Rahmen seiner Buchvorstellung auch vertiefend über die aktuelle Situation in Mali informieren.

Bilder, Orte, Menschen

Im Laufe des Buches Brennpunkt Westafrika bezieht sich Bernau immer wieder auf konkrete Orte, die für ihn in den letzten zehn Jahren – im Rahmen seiner Tätigkeit bei Afrique-Europe-Interact – eine wichtige Rolle gespielt haben. Er hat diese in Bildern festgehalten. Sie vermitteln ergänzend zum Buch einen visuellen Eindruck der Orte. Auf der Webseite von Olaf Bernau finden sich hierzu ingesamt sechs Bilderstrecken. Mit freundlicher Genehmigung von Olaf Bernau bildet auxlitera hier einige dieser Aufnahmen in einer Diashow-Galerie ab (alle Bildunterschriften vom Autor):

Das Buch: Die Fluchtursachen und was Europa tun sollte

Die Bekämpfung von Fluchtursachen ist in Europa spätestens seit 2015 zu einer Art Mantra avanciert. Viele Politikerinnen und Politiker versprechen sich davon eine deutliche Reduzierung der Ankunftszahlen afrikanischer Migrantinnen und Migranten, auch in Verbindung mit einer immer stärkeren Überwachung der EU-Außengrenzen. Der Soziologe und Menschenrechtsaktivist Olaf Bernau widerspricht dieser verbreiteten Perspektive in seinem Buch vehement. Er zeigt, warum Menschen in Westafrika aufbrechen – und was die Dauerkrise dieser Region mit Europa zu tun hat. Dabei kommt auch das koloniale Erbe ausführlich zur Sprache.

Buch Brennpunkt Westafrika bei einer der auxlitera Partnerbuchhandlungen bestellen:
ISBN: 978-3-406-78246-6
Buchhandlung am Obstmarkt, Fon 0821. 518804,
E-Mail: post@buchhandlung-am-obstmarkt.de

Olaf Bernau ist Soziologe. Er hält sich jedes Jahr mehrere Wochen in Westafrika auf, wo er im Rahmen eines transnationalen Netzwerks mit Migrantinnen und Migranten, bäuerlichen Gemeinschaften und Menschenrechtsgruppen zusammenarbeitet. Er veröffentlicht und bloggt insbesondere zum Sahel.
www.olafbernau.de



Olaf Bernau: Brennpunkt Westafrika. Die Fluchtursachen und was Europa tun sollte.
Softcover, 317 Seiten, mit 2 Karten
C.H. Beck, 14. März 2022
978-3-406-78246-6

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Stadtbücherei bietet Online-Bezahlung an

Alle Beiträge und Gebühren können nun direkt über das Benutzerkonto bezahlt werden.

Ab sofort können Kundinnen und Kunden der Stadtbücherei Augsburg und der einzelnen Stadtteilbüchereien ihre Gebühren auch online bezahlen. Ob Jahresbeitrag, Vormerk- oder Mahngebühr:  Über das Benutzerkonto kann die Bezahlung orts- und zeitunabhängig abgewickelt werden. Dazu können über den Reiter »Gebühren« die offenen Zahlungen und die Zahlungsmethode ausgewählt werden. Das neue Angebot ist so einfach wie jede andere Online-Bezahlung zu handhaben. Tanja Fottner, Leiterin der Stadtbücherei, freut sich: »Mit der Online-Bezahlung machen wir es unseren Besucherinnen und Besuchern noch einfacher, die Angebote der Stadtbücherei unabhängig von Ort und Zeit zu nutzen und am kulturellen und digitalen Leben teilzuhaben.« (pm / auxlit)

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Jury für Deutschen Buchhandlungspreis 2022 steht fest

Die Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth (Augsburg) hat die Jury für 2022 einberufen.

Die Jury für den 7. Deutschen Buchhandlungspreis steht fest. Die von der Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth berufene Jury wählt unter den Bewerbungen die Nominierten für die Verleihung der Gütesiegel aus und schlägt diese für die Auszeichnung vor. 2022 besteht die Jury unter dem Vorsitz von Knut Cordsen (Bayerischer Rundfunk) aus Jim Baker (Querverlag), Monika Bilstein (Peter Hammer Verlag), Christian Geschke (Verlagsvertreter), Britta Jürgs (AvivA Verlag), Shelly Kupferberg (Journalistin) und Manuela Reichart (Autorin).

Die seit Juli laufende Frist für Bewerbungen endet nun zum 22. August. Mit dem Deutschen Buchhandlungspreis werden inhabergeführte Buchhandlungen mit Sitz in Deutschland ausgezeichnet, die ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten, die innovative Geschäfts­modelle verfolgen oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung engagieren.

Die dotierten Gütesiegel werden in drei Kategorien an Buchhandlungen vergeben, deren durchschnittlicher Jahresumsatz in den vergangenen drei Jahren unter einer Million Euro lag:

  • Gütesiegel verbunden mit einer Prämie in Höhe von jeweils 7.000 Euro für bis zu hundert hervorragende Buchhandlungen, die mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet werden.
  • Gütesiegel verbunden mit einer Prämie in Höhe von jeweils 15.000 Euro für bis zu fünf Buchhandlungen, die aus den für den Deutschen Buchhandlungspreis nominierten Buchhandlungen besonders herausragen.
  • Gütesiegel verbunden mit einer Prämie in Höhe von jeweils 25.000 Euro für die drei besten der für den Deutschen Buchhandlungspreis nominierten Buchhandlungen.
  • Zusätzlich wird ein undotiertes Gütesiegel an bis zu zehn Buchhandlungen vergeben, deren Jahresumsatz in den vergangenen drei Jahren über einer Million Euro lag.

Im Herbst 2022 wird der Deutsche Buchhandlungspreis von der Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, zum siebten Mal verliehen. »Buchhändlerinnen und Buchhändler finden in ihren unabhängigen und inhabergeführten Buchhandlungen aber nicht nur individuelle Lösungen für die Leserinnen und Leser, sie leisten mit ihrer Arbeit auch einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Deutsch­land«, so Claudia Roth.

Partner des Deutschen Buchhandlungspreises sind die Kurt-Wolff-Stiftung und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

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Bundesverband Druck und Medien: Sorge um deutschen Printmarkt

Signifikante Papierpreiserhöhungen führen zum Verzicht von Printkunden auf gedruckte Produkte und gefährden die Rentabilität des Printgeschäfts. Das Präsidium des Bundesverbands Druck und Medien (bvdm) zeigt sich in großer Sorge.

Erst kürzlich haben mehrere namhafte Papierproduzenten ihre Papierpreise erneut signifikant und kurzfristig erhöht. »Das Präsidium des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) verfolgt diese Anstiege mit großer Sorge um die zukünftige Entwicklung des deutschen Printmarktes«, sagt Wolfgang Poppen, Verleger der Badischen Zeitung und Präsident des bvdm. »Wir sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem wir aufpassen müssen, dass das Printgeschäft angesichts der dramatischen Verteuerungen überhaupt noch rentabel ist«, warnt Poppen.

Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlage hätten kaum Möglichkeiten, die erhöhten Papierkosten an die Leser oder Anzeigenkunden weiterzugeben. Poppen: »Für die deutsche Presselandschaft ist das mittlerweile eine ernstzunehmende Bedrohung.« Die Flucht ins Digitale ersetze nicht die Glaubwürdigkeit gedruckter Produkte, sondern mindere zudem noch die Erreichbarkeit des Lesers und gefährdet die Meinungs- und Pressefreiheit.

Immer mehr Auftragsreduzierungen

Printkunden reagieren laut bvdm auf die Preiserhöhungen mit Umfangs- und Auflagenreduzierungen. »Wir stellen fest, dass die wirtschaftliche Grenze, Preiserhöhungen mitzutragen, bei vielen unserer Kunden erreicht ist«, erläutert Poppen. Gedruckte Prospekte seien nach wie vor eines der wichtigsten Instrumente des Handels, Kunden in großer Zahl auf Angebote aufmerksam zu machen. Genauso seien sie gerade in Zeiten steigender Preise eine wichtige Informationsquelle für die Verbraucher bei der Planung des eigenen Einkaufs. Deshalb sei es bedauerlich festzustellen, dass immer mehr Druckereien über Auftragsreduzierungen klagten, wie Poppen unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage des bvdm unter Mitgliedern mitteilte.

Auf Unverständnis stoßen in der Druckindustrie einseitige Preiserhöhungen mit kurzer Ankündigungsfrist, nachdem kurz zuvor noch bis Ende September Preise vertraglich festgeschrieben worden waren. »Die Schieflage in der Kommunikation im vergangenen Winter hatten alle Beteiligten eigentlich korrigieren wollen – Vereinbarungen verdienen Gültigkeit«, kommentierte Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer des bvdm, die jüngsten Entwicklungen.

Angesichts der schwierigen Lage der gesamten Printbranche appelliert der Bundesverband Druck und Medien an die Papierindustrie, auch weiterhin für ausreichende Produktionskapazitäten für grafische Papiere zu sorgen, zugesagte Liefermengen und -preise einzuhalten sowie Preisänderungen sorgfältig und mit langfristigem Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette zu prüfen. »Wir laufen sonst Gefahr, in einen Teufelskreis zu geraten, bei dem sich immer mehr Kunden wegen der hohen Preise aus dem Printgeschäft verabschieden und Printaufträge vollständig wegbrechen«, warnt Poppen eindringlich.

Von 6. bis 8. Oktober wird in Regensburg der Bayerische Druck- und Medientag 2022 statt finden. [pm / auxlit]

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»Sprache sollte ein Genuss sein«

SERIE | Dr. Yasemin Uçan, Trägerin des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien 2022, zu Gast in Teil 1 der neuen auxlitera-Serie »Speak & Spell | subtext sprache«.

Um Sprache und Sprechen geht es in der neuen auxlitera-Serie Speak & Spell | subtext sprache. Gast in der ersten Folge – siehe nach diesem Artikel / nach unten scrollen – ist die aktuell mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2022 ausgezeichnete Wissenschaftlerin Dr. Yasemin Uçan (Universität Köln). Im Juli 2022 verlieh die Universität Augsburg zusammen mit dem Forum Interkulturelles Leben und Lernen (FiLL e.V.) und der Friedensstadt Augsburg den Preis an die Sprachforscherin, die an der Universität Kassel promovierte.

Uçan erhielt den Preis für ihre Dissertation über mehrsprachige Erziehung. Mit ihrer Arbeit Erziehungsziel Mehrsprachigkeit. Eine qualitative Studie zu Erziehung und Elternschaft im Kontext von Migration untersuchte Uçan, wie vielfältig und differenziert sich die Perspektiven der Eltern auf familiäre Mehrsprachigkeit darstellen und wie viel (unsichtbare) Arbeit und Reflexionsleistung in die mehrsprachige Erziehung des Kindes fließen. Von diesen Prozessen ist in Wissenschaft und Öffentlichkeit bisher wenig bekannt. Yasemin Uçan erhofft sich mehr Anerkennung und gesellschaftliche Würdigung des Themas Elternschaft und Mehrsprachigkeit im Kontext von Migration.

Mehrsprachiger Zugang

Dr. Yasemin Uçan bei der Auszeichnung im Goldenen Saal der Stadt Augsburg. Foto: © Universität Augsburg.

Die Bearbeitung erforderte die Verknüpfung unterschiedlicher theoretischer und disziplinärer Ansätze und Zugänge. Yasemin Uçans Forschung war gekennzeichnet durch einen mehrsprachigen Zugang in der Erhebung und Auswertung der Interviews. Dies ging einher mit vielen methodischen und methodologischen Fragen und Reflexionen von Verstehen, Nichtverstehen und Übersetzen. »Der Preis bedeutet somit auch eine Würdigung mehrsprachigen Forschens«, so die Universität Augsburg in einer Pressemitteilung.

Uçan reichte ihre Dissertation im Jahr 2020 an der Universität Kassel ein. In Zukunft möchte sie sich wissenschaftlich mit der Verwobenheit von Sprachen und Biografien auseinandersetzen. Ausgehend von den Erkenntnissen ihrer Dissertation folgen Untersuchungen, wie sprachenbezogene Erfahrungen von Sprechern und Sprecherinnen von Migrations- und Minderheitensprachen in der eigenen (auch familiären) Biografie verhandelt werden. Methodische und methodologische Fragen des mehrsprachigen Forschens werden sie dabei weiterhin begleiten.
[pm | auxlit| msc]

Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien: Erstmals ausgeschrieben 1997 auf Initiative des Gründers von FiLL e. V., des Unternehmers und späteren Augsburger Friedenspreisträgers Helmut Hartmann, zeichnet der Preis hervorragende Leistungen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus, deren Forschung sich mit der interkulturellen Wirklichkeit in Deutschland und den damit zusammenhängenden Fragen und Herausforderungen auseinandersetzt. Die Ausschreibung wendet sich an alle wissenschaftlichen Disziplinen. (> Ausschreibung 2023 <) | Foto: Universität Augsburg


Für auxlitera beantwortete Dr. Yasemin Uçan, die Germanistik, Romanische Phiologie und Erziehungswissenschaften studierte, unsere Fragen in der neuen Serie speak & spell | subtext sprache:

Speak & Spell

: subtext sprache :

Teil 1 mit: Dr. YASMIN UÇAN
Augsburger Wissenschaftspreis für interkulturelle Studien 2022

– wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln, Forschungsschwerpunkte: u.a. Mehrsprachigkeit in Familien, (Sprachen-)Biografieforschung.

Kurzvita: Geboren und aufgewachsen in Bochum, Studium in Germanistik, Romanische Philologie und Erziehungswissenschaften (M. Ed.) in Düsseldorf und Bochum. Promotion an der Universität in Kassel. Lebt und arbeitet seit ca. zwei Jahren in Köln.

Webpräsenz auf der Seite der Universität Köln.


Frau Uçan, welches Buch lesen Sie gerade beruflich und welches privat?
Beruflich lese ich momentan verschiedene Fachartikel und -aufsätze. Privat: Zusammenkunft von Natasha Brown.

Welches Buch über Sprache(n) sollte man gelesen haben?
Die Macht der Mehrsprachigkeit von Olga Grjasnowa.

Welche(s) Wort(e) konnten Sie als kleines Kind als erstes sprechen?
Leyla
war eines der Worte und ist der Name meiner Tante. Als ich ca. ein Jahr alt war, telefonierte meine Mutter mit meiner Tante, die in der Türkei lebt. Als sie mir den Hörer ans Ohr hielt, rief ich ihren Namen hinein.

Das schönste Wort, das Sie kennen, lautet…?
emek – für dieses türkische Wort gibt es meiner Meinung nach keine passgenaue Entsprechung. Es beschreibt die Mühe und die Kraft, die Menschen in körperliche und geistige Arbeit investieren. Nach meinem Sprachverständnis drückt es auch eine Wertschätzung für menschliches Schaffen jeglicher Art aus.

Welchen Anglizismus, welches Fremdwort, welchen Begriff der Jugendsprache oder
welches Blähwort finden Sie ganz schrecklich?

After Baby Body. Ich finde das Wort schrecklich, weil es den Körper nach Schwangerschaft und Geburt zu einem Objekt der Bewertung macht.

Welchen Dialekt hören Sie besonders gern – und warum? Sprechen Sie selbst in Dialekt?
Leider habe ich wenig Berührungspunkte zu Dialekten. Der Großvater meines Partners spricht Plattdeutsch; wenn wir ihn besuchen, nennt er zwischendurch mal Begriffe auf Platt und erläutert sie. Das finde ich sehr schön.


SPRACHE UND HEIMAT.
Wie hängt das zusammen?

»Bestimmte Sprachen und Erfahrungen in diesen, wie z.B. Unterhaltungen, Musik, Fernsehen und Bücher, können ein Gefühl von Zuhause vermitteln. Das Zuhause kann dabei Länder- und Sprachgrenzen überschreiten. Einen großen Teil meiner Erfahrungen in türkischer Sprache habe ich in Deutschland gemacht, während ich in der Türkei auch gerne deutschsprachiges Fernsehen geschaut und mich mit meiner Schwester auf Deutsch unterhalten habe.

Auch gibt mir türkische Musik ein Gefühl von Zuhause, da es mich an meine Kindheit und Familie in Deutschland und in der Türkei erinnert. Für mich ist die Verbindung von Sprachen und Heimat somit vieldeutig. Je nachdem welche Erfahrungen in Sprachen gemacht werden, können auch mehr als zwei Sprachen ein Gefühl von Heimat und Zuhause vermitteln.«
– Yasemin Uçan


Welche prominente Person bewundern Sie für ihre Sprachfertigkeit / seine Art, zu sprechen?
Den Journalisten Mohamed Amjahid. Ich liebe seine pointierte und eloquente Sprache, mit der er seine kritischen Analysen ausführt.

In welchem literarischen Werk ist Ihnen bislang die schönste Sprache begegnet?
Sehr gefallen hat mir die Sprache in dem Buch Im Park der prächtigen Schwestern von Camila Sosa Villada. Darin geht es u.a. darum, wie eine Gruppe von Transfrauen ein verlassenes Kind findet und es aufzieht. Die Liebe und der Umgang der Frauen mit dem Kind werden mit Zärtlichkeit und ausdrucksstark erzählt.

Welche Abkürzungen aus dem Bereich Social Media bzw. der digitalen Kommunikation mussten Sie kürzlich nachschlagen?
Zwar keine Abkürzung, aber ich musste mal Rant nachschlagen.

Welche aktuelle Sprachentwicklung betrachten Sie mit Sorge?
Hatespeech auf Social Media.


SPRACHE UND ERINNERUNG.
Wo sind die Verbindungen?

»Für mich als mehrsprachige Person ist auch diese Verbindung nicht immer eindeutig. Manchmal erinnere ich mich an Situationen oder auch Träume und weiß nicht mehr, in welcher Sprache diese stattfanden. Das ist mir auch nicht so wichtig, für mich können Situationen, Räume, Personen auch mit mehreren Sprachen verbunden sein.«
– Yasemin Uçan


Ein Vergleich: Welches Gemälde oder Musikstück oder welcher Duft/welches Essen vermag es widerzuspiegeln, wie menschliche Sprache idealerweise sein sollte?
Sprache sollte ein Genuss sein, wie süße Schokolade, die auf der Zunge zergeht. Wenn Sprache aber aufgezwungen wird, ist sie ungenießbar.

Mit welcher Tierart würden Sie sich gerne in deren Sprache verständigen können wollen?
Mit streunenden Katzen in Großstädten, die sicherlich viel gesehen haben und viel erzählen könnten.

Welches Fremdwort sprechen Sie regelmäßig falsch aus? Beziehungsweise: Bei welchem Wort sagt man Ihnen nach, Sie sprächen es anders aus als andere Menschen?
Authentizität.

Geben Sie uns mit den zwei Wörtern »Subtext Sprache« eine Probe Ihrer Handschrift. Dankeschön.

Wenn Sie mitten in der Nacht aufgeweckt werden und Sie würden nach einem Kinderlied oder einem Abzählreim gefragt werden, was würden Sie sofort auf den Lippen haben?
Ali Baba’nın bir çiftliği var (übersetzt etwa: Ali Baba hat einen Bauernhof).

Welchen Liedertext – unabhängig von der Melodie – finden Sie wunderschön?
Ich nehme Musik eher über die Melodie wahr, daher fällt mir leider kein Lied ein.

Welches Wort, sagt man Ihnen nach, benützen Sie am meisten?
Egal – wobei mir eigentlich kaum etwas egal ist =)


In welcher Form mögen Sie Sprache am liebsten?
Multiple Choice: 3 Antworten erlaubt

gesprochen
□ mit Musik
□ übers Telefon
□ handgeschrieben

□ als Klang erinnert
□ SMS / WhatApp
□ von einem bestimmten
Geschlecht: ____
□ zu zweit

□ Kindermund

■ Buch / E-Book
■ geflüstert
□ Hörbuch
□ auf der Theaterbühne
□ gesungen

□ Stimmengewirr im Bus
□ SMS / WhatApp
□ Voicemail

anders: getippt in
verschiedenen Schriftarten


Sind auf Ihrem Smartphone bei SMS/Whatsapp Autokorrektur eingeschaltet?
Ja, beschleunigt das Verfassen von Nachrichten.

Schreiben Sie am Smartphone Nachrichten oder hinterlassen Sie lieber Sprachnachrichten?
Ich schreibe und erhalte lieber Textnachrichten.

In welches Land würden Sie allein der dortigen Sprache wegen reisen?
Nach Japan. Über japanische Literatur (Haruki Murakami, Sayaka Murata, Mieko Kawakami) habe ich angefangen, mich für die Sprache und die Kultur Japans zu interessieren.

Vom wem haben Sie in ihrem Leben das meiste in Sachen Sprache und Sprechen gelernt?
Von meiner Mutter. Sie kennt sie für jede Situation im Leben eine passende türkische Redewendung oder ein Sprichwort.


SPRACHE UND SPRECHEN LERNEN / STIMME.
Wo ist für Sie der wichtigste Zusammenhang?

»Eine neue Sprache zu lernen sollte mit schönen Erfahrungen verbunden sein. Viele Studien zeigen allerdings, dass Orte des Deutschlernens – z.B. KiTa, sogenannte DaZ(Deutsch als Zweitsprache)-Klassen und Integrationskurse – für mehrsprachige Kinder und Jugendliche mit negativen Zuschreibungen und Normierungen einhergehen; z.B. wenn ihnen eine Unterhaltung in einer anderen Sprache als Deutsch verboten wird. Das wird als belastend erlebt und kann dazu führen, dass manche gar nicht mehr sprechen wollen. Ich würde mir wünschen, dass Orte des Sprachenlernens sichere Räume sind, in denen Sprecher*innen sich sprachlich ausprobieren können und Lust an Sprachen gewinnen.«
– Yasemin Uçan


In welchen Sprachen haben Sie Bücher zuhause?
Deutsch, Türkisch, Italienisch und Englisch.

Welche Sprache würden Sie gerne einwandfrei sprechen können (oder einmal lernen wollen)?
Kurdisch – es ist eine der Sprachen meiner Mutter und meiner Familie mütterlicherseits, die ich allerdings nicht gelernt habe. Von meinen (mittlerweile verstorbenen) Großeltern konnte ich allerdings ein paar Worte lernen.


SPRACHE KANN . . .
SPRACHE IST AUßERDEM
. . .:

»In der Gesellschaft werden verschiedene Sprachen leider nicht als gleichwertig betrachtet. Während (west-)europäische Sprachen mit sehr viel Prestige und Möglichkeiten des Erwerbs verbunden sind, werden viele Migrationssprachen in Deutschland nicht gleichermaßen wertgeschätzt und mit den gleichen Möglichkeiten versehen. Darüber hinaus sind global betrachtet viele Sprachen, die nicht Nationalsprachen sind, vom Aussterben bedroht. Ich wünsche mir, dass wir etablierte Sprachhierarchien in Frage stellen und nicht als selbstverständlich akzeptieren.«

Yasemin Uçan

Konzept & Fragen: Martin Schmidt | auxlitera


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Augsburg in der Literatur. Buch-Haltung.com – Buch lesen, komm!

Auf seinem Literaturblog buch-haltung.com präsentiert Marius Müller, Ex-Leiter der Stadtteilbib Göggingen, einen literarisch-digitalen Spaziergang durch Augsburg.

Marius Müller, leidenschaftlicher Literaturblogger, ehemaliger Leiter der Stadtteilbibliothek Augsburg-Göggingen und heute Leiter der Studienbibliothek Dillingen konzipierte für ein bibliothekarisches Fortbildungsangebot einen digitalen literarischen Spaziergang durch Augsburg. Warum aber das Angebot nicht allen Interessierten zur Verfügung stellen, fragte er sich. Jetzt gibt er auf seinem Literaturblog buch-haltung.com Einblick auf paar Fundstellen zu Augsburg in der Literatur. Die Reise geht dabei u.a. von Tanja Kinkel, Sophie van La Roche und Peter Dempf und Thomas Hettche bis Bert Brecht. Müller stellt dabei sieben Bücher vor, die Augsburg literarisch aufgreifen. >> Hier << geht es zum Blog.

Auf seinem in seiner Freizeit engangiert betriebenen Literaturblog bemüht sich Marius Müller, der auch wiederkehrender und gern gesehener Gast auf dem Podium des Augsburger Literarischen Salons ist, »um eine möglichst breite Besprechung der Fülle, die die Gegenwartsliteratur bereithält.« Das Spektrum reicht vom gesellschaftskritischen Krimi oder historischen Roman über Veröffentlichungen aus unabhängigen Verlagen bis hin zu Neuerscheinungen oder Titel der Backlist. Einmal im Monat, und zwar am ersten Tag desselbigen, bietet Müllers Blog zudem die Möglichkeit, alle im vergangenen Monat erschienen Besprechungen kumuliert als Newsletter zu erhalten. Einen Überblick über alle Rezensionen bietet auf Buch-Haltung.com der Kritikenkatalog, wo nach Titel oder Autorenname gesucht werden kann.

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Marius Müller im Podcast der Augsburger Allgemeinen (Youtube-Link): > hier <

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Ein akustisches Lyrikfestival

100 Jahre, 122 Dichter*innen: Am 17. August erscheint das Audio-Standardwerk »Lyrikstimmen« (der Hörverlag). auxlitera verlost zwei Mal eine 3er-CD.

122 Autorinnen und Autoren, 420 Gedichte, 100 Jahre Lyrik – das bietet die 3er-CD Lyrikstimmen (der Hörverlag, 2022). auxlitera verlost zwei der mp3-Triple-CDs. Die Tonaufnahmen bieten auf mehr als 10 Stunden ein akustisches Lyrikfestival. Hier sind sie alle versammelt, von Hugo von Hofmannsthal bis Helga M. Nowak, von Franz Werfel bis Friederike Mayröcker: deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker im Originalton in Aufnahmen von den ersten Tonaufzeichnungen von 1908 bis heute. Das große Panorama der Lyrik entfaltet sich im gesprochenen Wort, in Reim, Rhythmus und Klang, vom Raunen und Rauschen des Jahrhundertauftakts zum Sound und Slam an dessen Ende. Mit dabei: die Augsburger Dichter Bert Brecht und Wolfgang Bächler.

Lyrikstimmen. >> Hörprobe <<

Der Schuber mit den drei mp3-CDs enthält ein 150-seitiges Booklet mit Kurzbiografien der Dichterinnen und Dichter sowie drei Begleittexten der Herausgeberin Christiane Collorio (Hrsg. der Audio-Anthologien Erzählerstimmen und The Poets‘ Collection) sowie den Herausgebern Peter Hamm (u.a. Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung), Harald Hartung (u.a. Literaturblatt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) und Michael Krüger (u.a. Akzente, Carl Hanser Verlag).

Vertreten auf den CDs sind: • Friedrich Achleitner • Ilse Aichinger • Erich Arendt • Hans Arp • H.C. Artmann • Rose Ausländer • Wolfgang Bächler • Ingeborg Bachmann • Johannes R. Becher • Jürgen Becker • Gottfried Benn • Werner Bergengruen • Thomas Bernhard • Marcel Beyer • Johannes Bobrowski • Elisabeth Borchers • Nicolas Born • Bas Böttcher • Volker Braun ´ • Bertolt Brecht • Rolf Dieter Brinkmann • Georg Britting • Christine Busta • Hans Carossa • Paul Celan • Heinz Czechowski • Franz Josef Czernin • Theodor Däubler • Hilde Domin • Kurt Drawert • Albert Ehrenstein • Günter Eich • Adolf Endler • Hans Magnus Enzensberger • Elke Erb • Erich Fried • Günter Bruno Fuchs • Franz Fühmann • Peter Gan • Robert Gernhardt • Elfriede Gerstl • Eugen Gomringer • Günter Grass • Ludwig Greve • Durs Grünbein • Michael Guttenbrunner . • Michael Hamburger • Peter Handke • Rolf Haufs • Raoul Hausmann • Manfred Peter Hein • Helmut Heißenbüttel • Günter Herburger • Stephan Hermlin • Hermann Hesse • Hugo von Hofmannsthal • Walter Höllerer • Ricarda Huch • Peter Huchel • Richard Huelsenbeck • Steffen Jacobs • Ernst Jandl • Mascha Kaléko • Marie Luise Kaschnitz • Norbert C. Kaser • Erich Kästner • Alfred Kerr • Rainer Kirsch • Sarah Kirsch • Wulf Kirsten • Thomas Kling • Barbara Köhler • Alfred Kolleritsch • Werner Kraft • Theodor Kramer • Karl Kraus • Karl Krolow • Johannes Kühn • Günter Kunert • Reiner Kunze • Elisabeth Langgässer • Christine Lavant • Wilhelm Lehmann • Michael Lentz • Hermann Lenz • Paula Ludwig • Rainer Malkowski • Friederike Mayröcker • Christoph Meckel • Ernst Meister • Karl Mickel • Franz Mon • Heiner Müller • Helga M. Novak • Albert Ostermaier • Bert Papenfuß • Oskar Pastior • Dirk von Petersdorff • Reinhard Priessnitz • Christa Reinig • Joachim Ringelnatz • Gerhard Rühm • Peter Rühmkorf • Nelly Sachs • Robert Schindel • Friedrich Schnack • Raoul Schrott • Kurt Schwitters • Lutz Seiler • Jürgen Theobaldy • Ernst Toller • Christian Uetz • Guntram Vesper • Georg von der Vring • Jan Wagner • Peter Waterhouse • Josef Weinheber • Franz Werfel • Anton Wildgans • Paul Wühr • Albin Zollinger • Stefan Zweig.

Verlosung: auxlitera verlost 2 x eine 3er-CD »Lyrikstimmen«

Mitmachen ist einfach:

• Entweder bis Mittwoch, 17. August, Mail an redaktion@auxlitera.de,
Kennwort »Lyrikstimmen«.
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Die Herausgeber:

Christiane Collorio ist u. a. Herausgeberin der Originalton-Sammlungen »Lyrikstimmen. Die Bibliothek der Poeten. 122 Autorinnen & Autoren, 420 Gedichte, 100 Jahre Lyrik im Originalton« (2009, ausgezeichnet als Hörbuch des Jahres der hr2-Hörbuchbestenliste 2009), »Erzählerstimmen. Die Bibliothek der Autoren. 183 Autorinnen & Autoren, 100 Jahre Erzählung im Originalton« (2012, ausgezeichnet mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2013) und »The Poets‘ Collection. Englischsprachige Lyrik im Originalton und in deutscher Übersetzung« (2018).

Peter Hamm, geboren 1937, ist Lyriker, Schriftsteller und Literaturkritiker und war viele Jahre Kulturredakteur beim Bayerischen Rundfunk. Für seine Fernsehdokumentationen, u. a. über Ingeborg Bachmann, Robert Walser, Fernando Pessoa und Peter Handke, erhielt er den Grimme-Preis. Peter Hamm, Autor mehrerer Gedicht- und Essaybände und Herausgeber zahlreicher Anthologien, ist derzeit Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Harald Hartung, geboren 1932, ist Lyriker, Essayist und Kritiker. Etliche Jahre unterrichtete er als Professor für Deutsche Sprache an der TU Berlin und leitete das Literarische Colloquium Berlin. Er ist Mitarbeiter am Literaturblatt der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Für seine Werke erhielt er zahlreiche Preise, zuletzt 2003 den Würth-Preis für europäische Literatur und 2009 den Johann-Heinrich-Merck-Preis.

Michael Krüger, geboren 1943 in Wittgendorf, Kreis Zeitz, in Sachsen-Anhalt, war jahrzehntelang Lektor und Verleger des Carl Hanser Verlags in München und Herausgeber der Literaturzeitschrift »Akzente« und der »Edition Akzente«. Von 2013 bis 2019 war er Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste; außerdem ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Berliner Akademie der Künste und der Mainzer Akademie der Wissenschaft und Ehrendoktor der Literatur der Universitäten Bielefeld und Tübingen. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen und Essays, zuletzt »Mein Europa«(2019),»Meteorologie des Herzens. Über meinen Großvater, Zbigniew Herbert, Petrarca und mich«(2021) und »Im Wald, im Holzhaus«(2021). Für den Hörverlag war er Mitherausgeber der Hörbuch-Originalton-Anthologien »Lyrikstimmen«, »Erzählerstimmen« und »The Poets‘ Collection« und hat eigene Werke und Sigmund Freuds »Literatur, Religion, Krieg« eingelesen.


Christiane Collorio (Hrsg.), Peter Hamm (Hrsg.), Harald Hartung (Hrsg.), Michael Krüger (Hrsg.):
Lyrikstimmen. 120 Autorinnen und Autoren, 420 Gedichte, 100 Jahre Lyrik im Originalton.
Hörbuch MP3-CD, 3 CDs, Laufzeit: 10h 38min
der Hörverlag, 2022
ISBN: 978-3-8445-3924-0
– Erscheint am 17. August 2022 –

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Bücher, Handschriften, Grafikblätter

Hochkarätiger Zuwachs für die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg: Förderverein übergibt namhafte Bücherspende.

Der 2. Vereinsvorsitzender Michael Ritter (rechts) mit Bibliotheksleiter Dr. Karl-Georg Pfändtner. Foto: © StuStB Augsburg / Initiative SuStB Augsburg e. V.

Anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins übergab der Vorstand der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg e.V. an den Bibliotheksleiter Dr. Karl-Georg Pfändtner mehr als 80 gedruckte Bücher, Handschriften und Grafikblätter zur Erweiterung des Bibliotheksbestands. Der Verein, gegründet 2010, als die damalige Stadtregierung den Fortbestand der Bibliothek in Frage stellte, konzentrierte sich während der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie in seiner Tätigkeit zur Unterstützung der Bibliothek auf die Erwerbung von antiquarischen Büchern zur Bestandsergänzung. Auch wenn die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg (SuStBA) über einzigartige Bestände zu Stadt, Umkreis und insgesamt Bayerisch-Schwaben verfügt, ist bei weitem nicht jedes in Augsburg gedruckte Buch vorhanden. »Die alte Stadtbibliothek wurde bis weit ins 19. Jahrhundert ausschließlich von protestantischen Direktoren geleitet, die mit katholischer Erbauungsliteratur wenig anfangen konnten. Dabei machte gerade diese Literatur jahrhundertelang den Hauptanteil der Augsburger Verlagsproduktion aus«, erklärt Michael Ritter, 2. Vorsitzender der ‚Initiative‘.

Aufgrund der äußerst beengten Verhältnisse im alten, bis 1893 genutzten Bibliotheksgebäude im Annahof wurden zahlreiche wertvolle Werke, weil von ihnen noch weitere Exemplare vorhanden waren, als sogenannte Doubletten abgegeben. Dadurch wurde der historische Bestand erheblich dezimiert. Zwei der auf diese Weise abhanden gekommenen Bücher, deren Bewahrung oft wegen ihrer Provenienz heute trotzdem interessant gewesen wäre, konnten nun von der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg wieder zurückgeführt werden. Eines davon hatte 1563 der damalige Stadtbibliothekar Hieronymus Wolf (1516–1580) aus Anlass der Fertigstellung des Gebäudes im Annahof kostbar binden lassen und »seiner« Bibliothek geschenkt.

Erste von einer Frau verfasste Schrift über Kosmetik in deutscher Sprache

Zu den bemerkenswertesten Neuerwerbungen gehört die 1833 im Verlag Dannheimer in Kempten erschienene Kosmethik des weiblichen Geschlechts, die erste von einer Frau verfasste Schrift über Kosmetik in deutscher Sprache. Erforscht hat dieses außerordentlich seltene Werk bislang noch niemand. Auch über die Verfasserin Jakobine Weiler weiß man bisher nur, dass sie eine Tochter der Sophie Juliane Weiler, der Autorin des in zahlreichen Auflagen erschienenen Augsburgischen Kochbuchs, war. Ansonsten kennt man nicht einmal ihre Lebensdaten. Ähnlich selten sind zahlreiche weitere Werke aus der Schenkung der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, wie etwa der 1838 in Ottobeuren gedruckte Auszug aus meinem Tagebuche während meines dreijährigen Aufenthaltes in Griechenland, verfasst von einem Freiwilligen, der sich 1835 den bayerischen Unterstützungstruppen für König Otto angeschlossen hatte. Zur Erweiterung der bedeutenden Einbandsammlung der Bibliothek konnte ihr Freundeskreis sechs außergewöhnliche Stücke erwerben, zwei Fugger-Einbände und vier Wappeneinbände aus der Bibliothek des Jaroslav Borsita von Martinitz (1582–1649), der als eines der Opfer des Prager Fenstersturzes in die Geschichte eingegangen ist.

Werkausgaben für aktuelles Dissertationsprojekt

Einen besonderen Schwerpunkt der Schenkung der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg e.V. bilden Ausgaben von Werken des Jugendschriftstellers Christoph von Schmid (1768–1854), dessen weltberühmtem Weihnachtslied Ihr Kinderlein kommet die Bibliothek 2018 eine Ausstellung gewidmet hatte. Die 3. Vorsitzende Katrin Holly erläutert hierzu: »Zu den Illustrationen der Werke Christoph von Schmids läuft aktuell ein Dissertationsprojekt. Wenn nun die Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg Ausgaben erwirbt, die in der Schmid-Sammlung der Bibliothek fehlen, vermehrt sie damit nicht nur die weltgrößte, aber noch lange nicht komplette Sammlung von Werken Schmids. Vielmehr unterstützt der Verein zugleich die Doktorandin und kommt seinem satzungsmäßigen Auftrag nach, Forschungen zu den Beständen der Bibliothek zu fördern.«

Über die unerwartete Bescherung mitten im Sommer zeigte sich Bibliotheksleiter Dr. Karl-Georg Pfändtner positiv überrascht und höchst erfreut: »Das sind tolle Stücke, um die sich Helmut Zäh bemüht hat. Nicht nur die Geld- und Sachspenden der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg für unser Haus sind bemerkenswert, sondern vor allem auch das persönliche Engagement, allen voran des Ersten Vorsitzenden. Alleine könnte die Bibliothek das sicher nicht stemmen.«

Die Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg e.V. ist ein gemeinnütziger und unabhängiger Verein zur Unterstützung einer der ältesten und bedeutendsten Bibliotheken im deutschsprachigen Raum. Zentrales Anliegen des Vereins ist die Unterstützung der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg bei ihrem Ausbau zu einer modernen Regional- und Forschungsbibliothek. Zu den Aktivitäten des Vereins zählen • Veranstaltungen wie Vorträge, Ausstellungen, Tage der offenen Tür • konstruktive Begleitung der Zukunftsplanung für die Bibliothek • Unterstützung der Bibliothek bei der Erhaltung und Erweitung ihrer Sammlungsbestände • Unterstützung der Bibliothek bei Erschließungsmaßnahmen • Verbesserung der Sachausstattung der Bibliothek und •Förderung von Forschungsarbeiten.

Kontaktadresse des Vereins: Hildegard Pitzl | Kleeanger 17 a | 86391 Stadtbergen.
E-Mail: vorstand@initiative-stabi.org
>> Anmeldeformular <<

[pm | auxlit]

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