Romantik & Ökologie

In Augsburg findet die 19. Internationale Konferenz der Gesellschaft für englische Romantik statt. Gastgeber ist der Lehrstuhl für Anglistik der Universität Augsburg. Das Thema in 2022: Romantic Ecologies.

Die 19th international conference of the Gesellschaft für englische Romantik (Society for English Romanticism) wird vom 29. September bis 2. Oktober 2022 in Augsburg im Haus St. Ulrich statt finden. Gastgeber und Veranstalter ist der Lehrstuhl für Anglistik an der Universität Augsburg, in personae Prof. Dr. Martin Middeke und PD Dr. David Kerler. Vortragende im Programm werden sein Kate Rigby (Universität Ulm), Jeremy Davies (University of Leeds, UK), Timothy Morton (Rice University, Houston/TX, USA), Dewey W. Hall (California Polytechnic Pomona, USA) und Manfred Pfister.

»Romantic Ecologies« lautet das Thema der Tagung. Als »proto-ökologische« Bewegung unterwarf die Romantik die komplexen, sich gegenseitig bedingenden Zusammenhänge von Menschheit, Natur, Umwelt und Ästhetik einem kritischem Blick, der so relevant wie nie zuvor ist. In der aktuellen geochronologischen Epoche des Anthropozäns erlaubt eine Prüfungung des Umweltbewusstseins der Romantik Einsichten in die heutigen fragilen Zusammenhänge verschiedener Ökosysteme, menschlichen Handels und (post-)industrieller Gesellschaft.

Plurales Konzept

Die Konferenz will über traditionelle (öko-)kritische Paradigmen hinausgehen und die Beziehung zwischen Mensch, Natur / Umwelt / Ökologie und Ästhetik in (und durch) Romantik sowohl in Meta-Theorie als auch Praxis neu denken. Der Fokus liegt auf Romantic Ecologies, was als ein weitfassendes und plurales Konzept verstanden werden soll und so zu einer Vielzahl theoretischer Ansätze und Lesarten einlädt.

Das derart weitgefasste, metaphorische Konzept von Ökologie soll auch politische und sozialgeschichtliche Fragestellungen einschließen – wie zum Beispiel Kontexte wie (Post-)Kolonialismus, transatlantische Dialoge, Nachhaltigkeit und Kapitalismus. Eingezogen werden auch die Rolle verschiedener Biosysteme und nicht zuletzt die Neubewertung der formal-ästhetischen Ebene: Lesarten und Theorieansätze die sich mit den Ideen Nachhaltigkeit und Wiedererhalt in und als Kunst beschäftigen.

[pm | Uni Augsburg | auxlit | msc]

• Die Teilnahme an der Konferenz kostet 50 Euro. Eine Registrierung ist > hier < möglich. Die Tagung beginnt am 29. September, 16 Uhr, und endet am 2. Oktober 2022 um 14:30 Uhr.


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Text:Kulturen im Studium

Die Uni Augsburg informiert am Donnerstag, 7. Juli, über den Master-Studiengang »Ethik der Textkulturen«.

Am Donnerstag, 7. Juli , um 11:45 Uhr in Raum D 4072 findet eine Informationsveranstaltung zum Master »Ethik der Textkulturen« für Studieninteressierte sämtlicher Fachrichtungen statt. Die Veranstaltung kann am Dienstag zusätzlich per Zoom besucht werden. Dozierende des Studienstandortes Augsburg stellen im Rahmen der Informationsveranstaltung den interdisziplinären Masterstudiengang für alle Interessent:innen vor.

Folgende Themen sollen dabei im Fokus stehen: Neben den Inhalten des Studiengangs und der Information über Bewerbung und Zulassung soll auch auf besondere Lehrformen im Studiengang und das Mentor:innenprogramm eingegangen werden. Darüber hinaus werden die Möglichkeit des Doppelstudiums und berufliche Perspektiven thematisiert. Abschließend gibt es noch genügend Raum für Fragen zum Studiengang. Interessierte sämtlicher Studienrichtungen sind herzlich eingeladen.

Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.

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Text:Kulturen im Studium

In zwei Veranstaltungen informiert die Uni Augsburg über den Master-Studiengang »Ethik der Textkulturen«.

Am Dienstag, 28. Juni, um 19:00 Uhr im Raum D 1006 und am Donnerstag, 7. Juli , um 11:45 Uhr in Raum D 4072 finden Informationsveranstaltungen zum Master »Ethik der Textkulturen« für Studieninteressierte sämtlicher Fachrichtungen statt. Die Veranstaltung kann am Dienstag zusätzlich per Zoom besucht werden. Dozierende des Studienstandortes Augsburg stellen im Rahmen der Informationsveranstaltung den interdisziplinären Masterstudiengang für alle Interessent:innen vor.

Folgende Themen sollen dabei im Fokus stehen: Neben den Inhalten des Studiengangs und der Information über Bewerbung und Zulassung soll auch auf besondere Lehrformen im Studiengang und das Mentor:innenprogramm eingegangen werden. Darüber hinaus werden die Möglichkeit des Doppelstudiums und berufliche Perspektiven thematisiert. Abschließend gibt es noch genügend Raum für Fragen zum Studiengang. Interessierte sämtlicher Studienrichtungen sind herzlich eingeladen.

Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich. Wer am Dienstag über Zoom teilnehmen möchte, kann dies unter diesem Link.

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Papst.Macht.Frieden.

Macht und Grenzen der »Diplomatenpäpste«: Der Augsburger Kirchenhistoriker Prof. DDr. Jörg Ernesti untersucht in seiner Monographie die Außenpolitik des Vatikans als Friedensmacht. Das Buch ist die erste Gesamtschau auf 150 Jahre päpstliche Außenpolitik.

Forschungsimpuls aus der Friedensstadt Augsburg: In seinem jüngst beim Herder Verlag erschienen Monographie Friedensmacht. Die Vatikanische Außenpolitik seit 1870 weist der Augsburger Kirchenhistoriker Prof. DDr. Jörg Ernesti (Universität Augsburg) auf einen Umstand hin, der in der Forschung bisher noch kaum untersucht wurde: Fast alle Päpste im Zeitraum zwischen 1878 und 1978 hatten eine diplomatische Ausbildung und wirkten vor ihrer Wahl als Diplomaten oder Mitarbeiter der päpstlichen Außenpolitik. Die katholische Kirche wurde also ein Jahrhundert lang von politisch-diplomatisch versierten Männern geleitet. Diese Prägung sollte nicht ohne Einfluss auf die Ausrichtung des Heiligen Stuhls bleiben. 

Prof. Dr. Dr. Jörg Ernesti. Foto: Universität Augsburg

»Man könnte also durchaus von einem Zeitalter der Diplomatenpäpste sprechen«, so fasst Jörg Ernesti, Professor für Mittlere und Neue Kirchengeschichte und Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg, diesen Aspekt seiner Forschung zusammen. In seiner Monographie zeigt er auf, dass das Jahr 1870 eine Zäsur darstellt, insofern es seither zu einer Neuumschreibung des päpstlichen Rollenbildes kam. Nach dem Verlust der territorialen Herrschaft suchten sich die Päpste schon bald als Vermittler in internationalen Konflikten zu profilieren. Die entscheidenden Schwerpunkte dieser neuen Politik wurden bereits während des Ersten Weltkriegs ausgebildet. So verurteilte Benedikt XV. zwar diesen Krieg mit scharfen Worten und ließ keine Rechtfertigung gelten, ihn zu führen. Doch wahrte er ansonsten eine strikte Überparteilichkeit, um die humanitären Interventionen des Heiligen Stuhls nicht zu gefährden und die Möglichkeit einer Friedensvermittlung offenzuhalten. Das sollte in allen kriegerischen Konflikten des 20. und 21. Jahrhunderts so bleiben.

Humanitäre Aktivitäten (wie zum Beispiel ein Vermisstensuchdienst) waren im Ersten und Zweiten Weltkrieg mit Einschränkungen möglich, nicht aber eine echte Friedensvermittlung. »Als Hemmschuh für das außenpolitische Standing des Vatikans sollte sich nach 1945 eine theologische Prämisse erweisen: Die Päpste hatten seit der Französischen Revolution immer wieder die Religionsfreiheit sowie die Trennung von Staat und Kirche verurteilt«, so Ernesti. Erst nach einer längst überfälligen Korrektur dieser Position in den sechziger Jahren sei eine Mitarbeit des Heiligen Stuhls bei der UNO und ihren Sonderorganisationen, beim Europarat und der OSZE möglich gewesen. In den letzten 40 Jahren stieg auch die Zahl der diplomatischen Vertretungen im Vatikan auf heute 184 Staaten an. Neben die klassische Friedensvermittlung trat nun der Einsatz für Menschenrechte, globale Entwicklungschancen, Flüchtlinge und Umweltschutz.

»Diplomatenpäpste«

All diese Entwicklungen wurden von den »Diplomatenpäpsten«, so der Begriff von Jörg Ernesti, der letzten 150 Jahre stark vorangetrieben. »Beim Begriff ›Diplomatenpapst‹ mag manchen Beobachter ein gewisses Unbehagen überkommen. Denn Außenpolitik, Diplomatie, Einsatz für Menschenrechte und Vermittlung in internationalen Konflikten sind ja nicht die primäre Aufgabe des Papstes – ist dieser doch in erster Linie Leiter der Gesamtkirche und ihr oberster theologischer Lehrer«, führt der Kirchenhistoriker weiter aus und formuliert: »Im Evangelium steht nichts von Friedensdiplomatie, wohl aber die Weisung Christi: ›Darum gehet hin und lehret alle Völker…‹«

Dennoch gehört das außenpolitische Engagement heute zum Rollenbild eines jeden Papstes, zwar nicht als zentrales, aber doch als ein wichtiges Element. In der Politikwissenschaft ist die Außenpolitik des Heiligen Stuhls als Soft Power beschrieben worden. Soft Power basiert im Unterschied zu Hard Power nicht auf wirtschaftlichem Gewicht oder militärischer Stärke, sondern auf Glaubwürdigkeit und moralischer Überzeugungskraft. »Wenn den Päpsten diese Autorität zugestanden wird, können sie wirksam in Konflikten vermitteln und sich für humanitäre Belange einsetzen – aber eben nur dann.«

Franziskus, Putin und Kyrill

Stehen nun der 1978 zum Papst gewählte Johannes Paul II und der aktuelle Papst Franziskus in der Tradition der »Diplomatenpäpste« oder verkörpern sie einen anderen Typus? Prof. DDr. Jörg Ernesti erklärt: »Mit dem polnischen Papst assoziiert man gewiss nicht sogleich die Diplomatie, sondern man denkt eher an seine kompromisslose Haltung gegenüber dem kommunistischen Regime in Polen.« Dennoch fiel in seinen Pontifikat auch die Vermeidung eines Krieges zwischen Argentinien und Chile im Jahr 1980 durch einen päpstlichen Schiedsspruch – »ein diplomatisches Meisterstück«.

Vor dem Dritten Golfkrieg tat der Papst zwar alles, um diesen zu verhindern, doch blieben Gespräche mit den Regierungschefs der damaligen »Koalition der Willigen« ergebnislos. »Ähnlich verhält es sich mit Papst Franziskus, der als unkonventioneller, ja, vielleicht als revolutionärer Geist erlebt wird, der eine offene und undiplomatische Sprache spricht«, beschreibt Ernesti den aktuellen Papst: »Dennoch zeigen seine Interventionen im Ukrainekrieg, dass er auf dem Boden einer langen diplomatischen Tradition agiert. Dazu gehören die strikte Überparteilichkeit und der Verzicht darauf, den Aggressor zu verurteilen (eine zuletzt nicht unumstrittene Haltung!); dazu zählen diplomatische Bemühungen um humanitäre Korridore; und dazu zählt schließlich der Versuch, Einfluss auf den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill zu nehmen, der als ein wichtiger Unterstützer des russischen Präsidenten Putin gilt. Wie jetzt deutlich wird, ist Franziskus sicherlich mehr Diplomat, als viele Zeitgenossen das erwartet hätten. Das Zeitalter der Diplomatenpäpste endet nicht im Jahr 1978, sondern es wird bis in die Gegenwart fortgeschrieben.« [pm | auxlit]

Jörg Ernesti: Studium in Paderborn, Wien und Rom, 1993 Priesterweihe, 1997 Promotion in Kirchengeschichte in Rom und 2007 in Ökumenischer Theologie in Paderborn, 2003 Habilitation in Mainz, seit 2013 Professor für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Universität Augsburg.


Jörg Ernesti: Friedensmacht. Die vatikanische Außenpolitik seit 1870.
Gebunden mit Schutzumschlag und Leseband, 368 Seiten
Verlag Herder 2022
ISBN: 978-3-451-39199-6

Sprachdebatten: Czernowitz 1908

Uni Augsburg veröffentlicht Sammelband zu Debatten um eine jüdische Nationalsprache. Projektkoordinatorin Dr. Carmen Reichert ist ab Mai 2022 die neue Leiterin des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben.

Der Moment, in dem die Teilnehmer – und die wenigen Teilnehmerinnen – der ersten internationalen Sprachkonferenz für Jiddisch (קאָנפֿערענץ פֿאָר דער יודישער שפּראַך) sich im Herbst 1908 in Czernowitz darauf verständigten, Jiddisch zu einer nationalen Sprache der Juden zu erklären, gilt als wichtiger Durchbruch für die Entwicklung des Jiddischen. Ihre Erklärung stellte zugleich ein Ereignis in den nationalsprachlichen Debatten dar, die in Österreich-Ungarn und Nachbarstaaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts geführt wurden.

Der von Bettina Bannasch, Alfred Wildfeuer und Carmen Reichert nun herausgegebene Sammelband Zukunft der Sprache – Zukunft der Nation? eröffnet einen neuen, interdisziplinären Blick auf die Sprachkonferenz in der Bukowiner Hauptstadt.

Die Beiträge des vorliegenden Bandes fragen, welche Vorstellungen von nationalen Sprachen und Literaturen diese Auseinandersetzungen prägten. Wie gliedert sich die Czernowitzer Sprachkonferenz in die nationale Frage in Österreich-Ungarn ein? Welche Bedeutung hatte die Konferenz jenseits des Jiddischismus? Wie schlug sich die Sprachdebatte in den jüdischen Literaturen Mittel- und Osteuropas nieder?

Hervorgegangen ist diese soeben erschienene Publikation aus der internationalen Abschlusstagung zum Thema »Zukunft der Sprache – Zukunft der Nation? Debatten um jüdische Sprache und Literatur im Kontext von Mehrsprachigkeit und Nationbuilding«. Diese fand als Abschluss eines dreijährigen Forschungsprojekts an der Universität Augsburg statt. Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Ukraine, Tschechien, Polen, Kanada, der Schweiz und Deutschland beschreiben ihre Perspektiven aus unterschiedlichen Disziplinen.

Das Forschungsprojekt zum Jiddischen als Nationalsprache und zur Czernowitzer Konferenz wurde durch die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) der Bundesregierung gefördert. Die Projektleitung lag bei Prof. Dr. Bettina Bannasch (Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Universität Augsburg) und Prof. Dr. Alfred Wildfeuer (Variationslinguistik und DaZ/DaF, Universität Augsburg). Projektkoordinatorin war Dr. Carmen Reichert. Sie arbeitete drei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowie ein Jahr finanziert über den Innovationsfond in diesem Projekt. Ab Mai 2022 nimmt sie ihre Arbeit als Leiterin des Jüdischen Museums Augsburg auf.

Kooperationspartner waren die Juniorprofessur für Ostmitteleuropäische Geschichte (Prof. Dr. Maren Röger, heute Leipzig), das Bukowina Institut Augsburg sowie die Jiddisch-Dozentur der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU München (Dr. Evita Wiecki). Projektpartner sind die germanistischen Institute der Universitäten Tscherniwzi (in Kooperation mit dem dort angesiedelten Zentrum GEDANKENDACH) und Plzeň (in Kooperation mit dem dortigen Zentrum für Interregional-Forschung). // pm | ms | auxlit


Zukunft der Sprache – Zukunft der Nation? Verhandlungen des Jiddischen und Jüdischen im Kontext der Czernowitzer Sprachkonferenz. Herausgegeben von: Carmen Reichert, Bettina Bannasch und Alfred Wildfeuer.
Band 97 der Reihe Conditio Judaica.
De Gruyter, März 2022.
ISBN: 9783110754780 | E-Book: 9783110755138