Haunstetten in alten Fotos

Mit dem Buch Wenn ich an früher denk’… – Haunstetten in alten Fotos gedenkt der Kulturkreis Haunstetten an die Eingemeindung vor 50 Jahren.

Mit der Veröffentlichungs des Bildbandes Wenn ich an früher denk’… – Haunstetten in alten Fotos gedenkt der Kulturkreis Haunstetten an die Eingemeindung Haunstettens vor 50 Jahren. Auf 80 Seiten versammelt der aufwändig recherchierte, im quadratischen Format gehaltene Band alte Aufnahmen und Impressionen des südlichsten Stadtteil Augsburgs von der Jungsteinzeit bis heute. Kulturkreisvorsitzende Jutta Goßner, Gerlinde Eberle und Anita Höfle schrieben erklärende Texte und ordneten die Bilderflut in Themenkapiteln, die ein vielfältiges Haunstetten zeigen.

Natürlich finden Einzug auch das Alte Rathaus, Krankenhäuser, die Stadtbücherei, die Siedlungen, das Naturfreibad, das Stadion und der alte Rodelhügel.

Faszinierend und kurios sind die Aufnahmen, die die Ausstellungsstücke der einst 1965 durch Privatinitiative entstanden Deutsch Miniatur samt Besuchern zeigen. An der Inninger Straße waren in einer Art Miniaturstadt – wie ein Vorläufer des heute berühmten Miniatur Wunderland in Hamburg – markante Gebäude aus ganz Deutschland im Maßstab 1:25 nachgebaut und ausgestellt worden. Hierzu zählten der Frankfurter Flughafen, Münchens Frauenkirche oder das Holstentor in Lübeck.

Abgerundet wird der Bildband mit seinen überwiegend Schwarzweißfotos (die mit einem leichten, angenehmen Sepiaton versehen wurden) mit Bildern aus Kunst, Fasching, von Volksfesten und Vereinen. Haunstetten, wie es leibt und lebt. Der heutige Ausburger Stadteil (rund 28.000 Einwohner, fast 1.400 ha Fläche) kann auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken. Diese begann mit der Besiedlung in der Spätsteinzeit um 2.500 vor Christus. Ungefähr 4000 Jahre später, im Jahr 1972, wurden Haunstetten dann im Zuge der bayerischen Gebietsreform in die Stadt Augsburg eingemeindet. Die Gebietsreform 1972 erfolgte zum Teil gegen größte Widerstände der betroffenen Kommunen und ihrer Bürger*innen. Auch Haunstetten hatte versucht, die Eingemeindung abzuwehren – u.a. durch Bürgerversammlungen, Plakataktionen, Flugblätter an alle Haushalte und einer Abstimmung der Haunstetter Bürger*innen.

• Das Buch Wenn ich an früher denk’… – Haunstetten in alten Fotos ist erhältlich zum Preis von 10 Euro beim Kulturkreis Haunstetten, bei Augenoptik »Ihre Brille«, Inninger Straße 6, und in der Stadtteilbücherei Haunstetten, Tattenbachstraße 1.



Wenn ich an früher denk’… Haunstetten in alten Fotos.
Herausgegeben vom Kulturkreis Haunstetten e.V., 2022

80 Seiten, zahlreiche Abbildungen, überwiegend in Schwarzweiß
Bildband, Fadenheftung, Format: 21 x 21 cm
Texte: Jutta Goßner, Gerlinde Eberle und Anita Höfle
Layout: Anita Ulrich.
Fotos: Archiv Kulturkreis Haunstetten.
ISBN: 978-3-98191718-5

Weitere beim Kulturkreis Haunstetten erhältliche Publikationen:
Matzke, Wilfried: Die Straßennamen von Haunstetten, 2022. 14,90 Euro
Haunstetten. Archäologie eines Augsburger Vororts. Zehn Jahre Ausgrabungen von 1986 bis 1996.
Haunstetten im Bombenkrieg. Zur 50 Wiederkehr des ersten Luftangriffs am 25. Februar 1944.
Ulrich, Anita: Ein Aquarell erzählt dir was… Aquarelle aus Haunstetten und Siebenbrunn. 11,95 Euro

Broschüren (je 5 Euro):
Haunstetten – Archäologie.
• Haunstetten im Bombenkrieg.
Haunstetten im Jahre 1945.

Alle Bücher sind erhältlich beim Kulturkreis Haunstetten und im gut sortierten Buchhandel.

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Blumenbücher & Buchkunst

Der Katalog zur aktuellen Ausstellung »Tulpenschau im Gartenbau« in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg präsentiert Preziosen aus Buchillustration, Buchdruck und Lyrik.

Der reich bebilderte, schmuck aufgemachter Katalog zur Ausstellung Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg (bis 8. Juli) stellt die neuesten Erkenntnisse zur Tulpe in Augsburg vor. Er ist der bereits achte Band in der Bibliotheksschätze-Reihe Cimeliensaal. Und er zeigt: Augsburg ist nicht nur Römerstadt, Fuggerstadt, Renaissance- und Barockstadt, Wasser- und Welterbestadt, Augsburg ist auch Tulpenstadt. Hier hat sich nämlich der früheste Beleg einer blühenden, aus dem Osmanischen Reich importierten Tulpe im christlichen Europa erhalten. Und 1959 wurde zum 400-jährigen Jubiläum eine Tulpe Augsburg neu gezüchtet, die sich leider heute aber trotz intensiver Suche nicht mehr nachweisen lässt.

Im Zentrum des durchgehend farbig, zum Teil ganzseitig bebilderten Buches (Wißner Verlag) stehen die auch in der Ausstellung zu sehenden Einzelblätter aus einem der seltenen Tulpenbücher des 17. Jahrhunderts. Die wunderschönen Gouache-Malereien auf feinstem Pergament, bezeichnet mit goldenen Lettern, wurden ausgeschnitten und dann auf schwarzbraun gefärbtes Papier geklebt verbreitet. 1846 gelangten sie in die heutige sSaats- und Stadtbibliothek Augsburg. Die Bibliothek verfügt über einige der wichtigsten in Europa gedruckten Pflanzenbücher aus dem 16. Jahrhundert, aber auch drei Blumenbücherhandschriften aus dem 17. Jahrhundert.

Eine auf 1557 datierte kolorierte Zeichnung einer in Augsburg im Garten des Augsburger Ratsherren Johann Heinrich Herwart (1520 – 1583) wachsenden Tulpe gilt als die wohl früheste Darstellung einer aus der Türkei stammenden Tulpe im christlichen Europa – der darauf basierender Holzschnitt sogar als erstes publiziertes Tulpenportrait überhaupt. Die in der Ausstellung zu sehende Zeichnung der ersten Augsburger Tulpe von 1557 (in der auxlitera-Galerie oben links) wird heute ansonsten in der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg aufbewahrt.

Copyright der Bilder: Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (links)
und Staats- und Stadtbibliothek Augsburg | Details per Klick auf das jeweilige Bild

Das aufwendig bedruckte Cover des Katalogs.
Foto: auxlit

Der Katalog führt die Themen Tulpe und Buch immer wieder zusammen: Er zeigt Bilder aus Blumenkatalogen, aus dem Scheler’schen Gartenbuch 1615, aus dem Blumenbuch des Augsburger Goldschmieds Daniel Preiss (1. Hälfte des 17. Jhs.) und dem Halder’schen Tulpenbuch (vermutlich Ende des 17. Jhs.), einem Augsburger Blumenkatalog von 1665, einem Pflanzen- und Zwiebelkatalog von 1681, einem Gedichtsdruck von 1751 und dem Buch Tulipanen-Flor (1752) von Sigmund Richter.

Der Katalog ist erhätlich oder bestellbar in der Bibliothek zum Preis von 22 Euro.

Eine gleichnamige virtuelle Ausstellung ist in Vorbereitung. Sämtliche gezeigte Tulpenbilder und -bücher aus dem Besitz der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg wurden komplett digitalisiert und sind zur Ausstellung und auch danach dauerhaft über den Katalog über QR-Code bequem vom individuellen Endgerät bzw. vom Computer am Schreibtisch kostenfrei weltweit durchblätterbar.

Staats- und Stadtbibliothek wird ab Oktober 2022 saniert

Es handelt sich übrigens vorerst um die letzte Ausstellung der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg in seinen bisherigen Räumlichkeiten – das prächtige Bibliotheksgebäude wird ab Oktober 2022 saniert. Danach zieht die Staats- und Stadtbibliothek wieder neu ein.

In der Woche nach Ostern bietet die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg einen Führungsmarathon durch ihre Ausstellung an. Von Dienstag, 19., bis Freitag, 22. April 2022, werden täglich um 10 Uhr und 16 Uhr kostenlose Führungen durch die bereits jetzt schon sogar international viel beachtete und begeistert aufgenommene Ausstellung angeboten. Die Tulpe, passend zur Osterwoche, galt im Barock auch als Zeichen der Auferstehung. Im Vorgarten der Bibliothek waren im Herbst 2021 300 Tulpen gesetzt worden – sie sollen hoffentlich in der Woche nach Ostern blühen.
Voranmeldung zu den Führungen: sekretariat@sustb-augsburg.de oder Telefon 0821. 71013-2738.


Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg
Katalog zur Ausstellung vom 8. April bis 8. Juli 2022 in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Herausgegeben von Karl-Georg Pfändtner.

Band 8 in der Reihe »Cimeliensaal« der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg.
104 Seiten, Taschenbuch-Bindung, ca. 21,2 x 27,8 cm
Wißner Verlag 2022

Ein Buch über die Lila-Weißen.

Der Historiker Dr. Christian Kreikle portraitiert den ältesten und aktivsten Fußballverein Bayerisch Schwabens: den TSV 1847 Schwaben Augsburg. »Wir sind die Schwaben … ! Lila-Weiße Fußball-Leidenschaft« bildet in Texten, Spielerportraits und Archivbildern die zwei Vereins-Epochen 1899 bis 1969 sowie 1970 bis 2021 ab.

»Wir sind die Schwaben…! Lila-Weiße Fußball-Leidenschaft«, erhältlich bei christian.kreikle@web.de.

Sie blicken auf die wohl älteste Geschichte eines Fußballvereins in Bayerisch Schwaben zurück. Und ihre Fußballabteilung ist mit 31 Mannschaften die größte in der Region. Drei Erwachsenenmannschaften, 11 Frauenteams und 17 Jugendmannschaften bilden heute eine Abteilung, die schon 19 Nationalspieler bzw. -Trainer in ihren Reihen zählen konnte. Die Rede ist von den Fußballern des TSV 1847 Schwaben Augsburg. Liebevoll werden Sie »die Violetten«, »Schwabenritter«, »die Lila-Weißen« oder einfach »die Schwaben« genannt.

Mit dem Buch »Wir sind die Schwaben…! Lila-Weiße Fußball-Leidenschaft« legt Dr. Christian Kreikle eine Chronik der Fußballgeschichte des TSV 1847 Schwaben Augsburg vor: Die zwei Epochen 1899 – 1969 und 1970 – 2021 werden in Text, Spielerportraits, vielen historischen und neueren Archivbildern in Farbe und Schwarzweiß beleuchtet.

Die »neue« Fußballabteilung des TSV 1847 feierte 2020 sein 50-jähriges Jubiläum. Entsprechend sollte das nun vorliegende Buch bereits 2021 erscheinen – es war u.a. auch die Corona-Pandemie, die das verhinderte. Nun kann es der Historiker Kreikle endlich vorlegen: Im Band wird die fußballerische Vergangenheit der «Lila-Weißen« noch einmal lebendig: Fußballidole wie Ernst Lehner, Georg Lechner sen., Peter Struzina, Georg Lechner jun., Kurt Haseneder und viele andere. Zu ihrer Zeit waren die Schwaben Bestandteil der 1. oder 2. Liga und gefragte Gegner für Gastspiele von Klubs wie den FC Everton, Espanyol Barcelona, Santiago de Chile oder den FC Nacional de Montevideo.

Das Wappen der »Schwabenritter«.

Das Buch widmet sich in erster Linie der 1. Herren-Mannschaft des Vereins, 34 Ordner an Archivalien wurden von zahlreichen Helfern und Helferinnen gesichtet, gewichtet und ausgewertet. Besonders interessant und wertig macht die im Print-on-demand erscheinende Chronik, dass ihr Verfasser ein Historiker ist: Dr. Christian Kreikle ist nicht nur glühender Fandes TSV 1847 Schwaben Augsburg (und Archivar der Fußballabteilung des TSV), der Lehrer ist auch Historiker, der sich als Autor auch mit der Epoche des Nationalsozialismus befasste. Entsprechend hat Kreikle auch bei seiner Chronik der Fußballabteilung versucht, die dunklen Jahre 1933 bis 1945 aufzuarbeiten. »Wer es mit seinem Verein wirklich ernst meint, darf auch vor den dunklen Seiten den Blick nicht verschließen«, so der Archivar. »Nur aus dem ehrlichen Umgang mit der eigenen Vergangenheit können wir lernen.«

Der Band beleuchtet aber natürlich zu Genüge die großen sportlichen Momente der Fussballabteilung. Die legendären Pokalschlachten gegen den FC Bayern München (7:3) und Schalke 04 (5:7 n.V.) 1964/65 waren ebenso Höhepunkte jener Zeit. Nach der Fusion mit dem BC Augsburg 1969 gründeten sich die Violetten noch einmal neu und kamen mit Spielern wie Zoglauer, Tripbacher, Kindermann, Jürgen
Haller
u. a. unter Trainern wie Roland Zarschler und Helmut Haller – im Band zu sehen: eine Autogrammkarte Hallers, die den 33-fachen Nationalspieler mit seinem TSV-Team zeigt – zu neuen Erfolgen.

Dr. Christian Kreikle, Autor von »Wir sind die Schwaben…!«

Nach schwierigen Jahren spielen die Schwaben heute wieder unter namhaften Trainern wie Sören Dreßler, Halil Altintop und Janos Radoki in der fünftklassigen Bayernliga. Für ihre Fans sind die Schwaben vor allem eines – eine Leidenschaft.

Das Buch ist über E-Mail christian.kreikle@web.de erhältlich oder im Buchhandel unter der ISBN 978-3-7557-9954-2 bestellbar.


Dr. Christian Kreikle: Autor und Historiker, arbeitet als Lehrer in Höchstädt. Beim TSV 1847 Augsburg Schwaben ist er als Archivar der Fußballabteilung tätig. Auswahl-Bibliografie: Eine lange Linie brennender Dörfer: Zerstörung, Leid und Tod im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 (Verlag Edition AV 2020), »Volksgemeinschaft« statt Klassenkampf Band 1 + 2: Der verloren gegangene Kampf für eine soziale Republik und der Aufstieg des Nationalsozialismus im Allgäu 1918-1933/34 (Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, 2021), Kriegshaber in Bildern: Am Straßenrand der Weltgeschichte (Wißner, 2016).


Christian Keikle: Wir sind die Schwaben …! Lila-Weiße Fußball-Leidenschaft. Fußballgeschichte des TSV 1847 Schwaben Augsburg
172 Seiten, DIN-A4, 25 Euro
Books on Demand, 2022
ISBN 978-3-7557-9954-

Über einen Höhepunkt des Augsburger Musikdrucks

In dem neuen Buch »Same Same but different« untersucht Torge Schiefelbein die Geschichte des »Augsburger Liber selectarum cantionum« (1520), der ersten Motettensammlung, die nördlich der Alpen in den Druck gegangen ist.

Same Same but different. Die erhaltenen Exemplare des »Liber selectarum cantionum« (Augsburg 1520) lautet der Titel der Studie, jetzt in der Reihe Wiener Forum für ältere Musikgeschichte im‎ Hollitzer Wissenschaftsverlag (Wien) erschienen ist. Der Autor Torge Schiefelbein promovierte mit seiner Arbeit über den 500 Jahre alten Augsburger Musikdruck in Philosophie im Gebiet Musikwissenschaft. Im Wiener Hollitzer Verlag erscheinen auch die 1991 begründeten Mozart Studien, herausgegeben vom in Augsburg aufgewachsenen Mozartexperten Manfred Hermann Schmid (*1947 – ✝ 2021 in Augsburg).*)

Zum Buch: Die Motettenanthologie Liber selectarum cantionum, gedruckt im Jahr 1520 in Augsburg, ist ein Husarenstück ihrer Zeit. In der vorliegenden Publikation offenbart Torge Schiefelbein das soziale Netz, in dem das Buch entstanden ist, diskutiert mögliche Auftraggeber, porträtiert das gedruckte Repertoire und beleuchtet die Provenienz jedes einzelnen Exemplars.

Der volle Titel der Motettensammlung lautet Liber selectarum cantionum quas vulgo mutetas appellant sex quinque et quatuor vocum, lateinisch für »Buch ausgewählter Gesänge, die man gemeinhin Motetten nennt, zu sechs, fünf und vier Stimmen«. Der Musikdruck, von dem heute noch 20 Exemplare vorhanden sind, wurde in Augsburg in der Werkstatt Sigmund Grimms und Markus Wirsungs gedruckt. Deren Druckoffizin galt im vorreformatorischen Augsburg als die wichtigste Publikationsstätte humanistischer Literatur.

Titelseite des Liber Selectarum Cantionum. Foto: Public Domain

Der Arzt und Apotheker Grimm war mit einer Verwandten von Margarete Welser, der Ehefrau Konrad Peutingers, einem der namhaftesten Vertreter des Humanismus in Obderdeutschland verheiratet und damit Mitglied einer der angesehensten Familien in Augsburg. Würsung (ca 1460 – 1520/21) war ein Ausburger Kaufmann, Apotheker, Buchhändler und Verleger. Peutinger, der auch das Nachwort zum Liber verfasste, gründete 1500 die Sodalitas litteraria Augustana. Der Liber selectarum ist einem der Mitglieder dieser humanistischen Gesellschaft gewidmet, dem Augsburger Matthäus Lang von Wellenburg. Dieser galt als rechte Hand Maximilians I.

Der Liber selectarum cantionum wurde am 28. Oktober 1520 veröffentlicht. Das Herzstück der Studie von Torge Schiefelbein bildet eine Rekonstruktion und Analyse des Herstellungsprozesses der Motettensammlung: Auf der Basis eines vollständigen Vergleichs aller 20 erhaltenen Exemplare – mit insgesamt mehr als 10.000 Seiten – können erstmals sämtliche Differenzen aufgelistet, manche Lesarten bedenkenlos als falsch ausgeschlossen und Schlüsse über die Druckreihenfolge gezogen werden. Jedes Exemplar des Liber ist einzigartig. Die noch gängige Auffassung, alle Kopien einer Auflage wären gleich, muss künftig angepasst werden: Nicht identische, sondern ähnliche Produkte sind die Regel.

Das Herzstück der Studie bildet eine Rekonstruktion und Analyse des Herstellungsprozesses: Auf der Basis eines vollständigen Vergleichs aller 20 erhaltenen Exemplare – mit insgesamt mehr als 10.000 Seiten – können erstmals sämtliche Differenzen aufgelistet, manche Lesarten bedenkenlos als falsch ausgeschlossen und Schlüsse über die Druckreihenfolge gezogen werden. Jedes Exemplar des Liber ist einzigartig. Die noch gängige Auffassung, alle Kopien einer Auflage wären gleich, muss künftig angepasst werden: Nicht identische, sondern ähnliche Produkte sind die Regel.

Torge Schiefelbein studierte und promovierte an der Universität Wien. Der Liber selectarum cantionum (Augsburg 1520) war Thema seiner Diplomarbeit (2013), eines von ihm verfassten Artikels für das Handbuch der Musik der Renaissance (2014) und seiner Dissertation (2016).

Im Hollitzer Verlag erscheinen auch die Mozart Studien des verstorbenen Augsburger Herausgebers Manfred Hermann Schmid.

(* In Band 27 der Mozart Studien (2020) schrieb Schmid den Augsburg-spezifischen Beitrag »Über Augsburg als ein Zentrum der Mozartforschung 1939 – 1954: Ferdinand Kleindinst und Ernst Fritz Schmid«. Manfred Hermann Schmid wuchs in Augsburg auf, studierte Violine am Augsburger Konservatorium, später in Salzburg Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte. Schmid lebte nach seiner Emeritierung bis zu seinem Tod 2021 in Augsburg. Die Mozart Studien veröffentlichen Beiträge in deutscher, italienischer, französischer oder englischer Sprache. Im Mittelpunkt stehen wissenschaftliche Arbeiten zum Werk von Wolfgang Amadeus Mozart.

Torge Schiefelbein: Same Same but Different. Die erhaltenen Exemplare des „Liber selectarum cantionum“ (Augsburg 1520)
Wien: Hollitzer Verlag, 2022 (Wiener Forum für ältere Musikgeschichte, Band 12)
428 S., 16,5 x 24,5 cm, Deutsch, Hardcover
ISBN 978-3-99012-992-0 (hbk) € 70,00
ISBN 978-3-99012-993-7 (pdf) € 69,99