Die zweite Generation. Erinnerung und Zeitzeugenschaft.

Lizzie Doron stellt am 26. April im Gespräch mit der neuen Direktorin des JMAS, Dr. Carmen Reichert, ihren neuesten Roman vor. Es liest: Tinka Kleffner.

Dr. Carmen Reichert, neue Direktorin des JMAS. Foto: jmas
Lizzie Doron. Foto: Heike Bogenberger

Was bedeutet es für die Erinnerungskultur, wenn die letzten Überlebenden, die von den Verbrechen der Nationalsozialisten erzählen können, gestorben sind? Dieser Frage geht das Jüdische Museum Augsburg Schwaben in der aktuellen Ausstellung »Ende der Zeitzeugenschaft?« nach. Im Mittelpunkt steht die Erinnerung an den Holocaust, wie sie in Interviews und Aufnahmen von öffentlichen Auftritten der Zeitzeug*innen überliefert ist. Aber auch die Kinder der Überlebenden kommen zu Wort. Im Begleitprogramm haben die Organisatoren eine Angehörige dieser sogenannten »zweiten Generation« zu Gast. Die Autorin Lizzie Doron wird ihren neuesten Roman Was wäre wenn (dtv, 2021) vorstellen und im Gespräch mit der neuen Direktorin Dr. Carmen Reichert einen Einblick in das Selbstverständnis dieser Generation geben. Aus dem Roman liest die Schauspielerin und Sprecherin Tinka Kleffner.

Es liest: Tinka Kleffner.

Lizzie Dorons autobiographischer Roman beginnt mit einem Anruf aus dem Hospiz: Yigal, ein Kindheitsfreund, den sie vierzig Jahre lang nicht gesehen hat, bittet sie, sein letzter Besuch zu sein. Aber warum ausgerechnet sie? Yigals Erfahrungen in der israelischen Armee machten ihn zum Aktivisten gegen die Politik seines Heimatlandes. Als Tochter einer Holocaust-Überlebenden hielt auch Lizzie Doron ihn für einen Verräter und wandte sich von ihm ab. Jetzt stellt sich die Frage, wer damals wen verraten hat.

Lizzie Doron: 1953 in Tel Aviv geboren, erhielt 2018 den Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung. 2019 war sie Friedrich Dürrenmatt Gastprofessorin für Weltliteratur an der Universität Bern. Lizzie Doron lebt in Tel Aviv und Berlin.

• Die Lesung findet statt am Dienstag, 26. April (19 Uhr) im S-Forum der Stadtbücherei Augsburg.
Eintritt: 10,00 | 8,00 € ermäßigt.
Anmeldung unter Tel. 0821-51 36 11 oder E-Mail empfang@jmaugsburg.de
In Kooperation mit der Stadtbücherei Augsburg und der Thomas-Dehler-Stiftung.



Ausstellung
Die Ausstellung »Ende der Zeitzeugenschaft« ist im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben bis 5. Juni 2022 zu sehen.
www.jmaugsburg.de

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