Miles ahead: Codes aus der Trompete

BUCH | VERLOSUNG | LESEPROBE ★ Hubertus Sichler, Vorstand im Jazzclub Augsburg, über die neu bei Reclam erschienene Miles Davis Biografie. Das Buch »Miles Davis. Sound eines Lebens« des preisgekrönten Jazzjournalisten Stefan Hentz erscheint zum 100. Geburtstag des verstorbenen Musikers. Aus dem selben Anlass lädt der Jazzclub Augsburg zur Miles-Davis-100th-Anniversary-Week. ➽ auxlitera verlost 3 x das Buch »Miles Davis. Sound eines Lebens«.

📷 Foto: CC BY-SA 3.0 | Dr. Jean Fortunet | via Wikipedia

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Er ist eine der größten Musikerpersönlichkeiten, seine Silhouette eine Ikone: Miles Davis war eine Naturgewalt, ein Virtuose der Wandlungen, der den Jazz mehrfach neu erfand. Zu seinem 100. Geburtstag erscheint bei Reclam eine neue Miles-Biografie, In 🛒 Miles Davis. Sound eines Lebens zeichnet der preisgekrönte Jazz-Journalist Stefan Hentz das Leben eines widersprüchlichen Genies nach. Das Buch enthält ein faszinierendes Kapitel über die berühmte Fotoserie A Day in the Life of Miles Davis von Glen Craig.

Autor Stefan Hentz, geb. 1957, arbeitet als Kulturjournalist (u.a. für DIE ZEITNZZWDR 3) und erhielt 2019 den Preis für deutschen Jazzjournalismus.

Hubertus Sichler, Vorstand im Jazzclub Augsburg hat das Buch gelesen und für auxlitera seine Rezension verfasst. Dies nicht nur, weil Sichler zwischen 1975 und 1990 Besucher einiger Konzerte des Prince of Darkness war – sondern auch, weil der Jazzclub den 100. Geburtstag des Jazzfürsten mit einer ihm gewidmeten Jubiläumswoche begeht: der ➽ Miles-Davis-100th-Anniversary-Week (26. bis 30. Mai 2026 – mehr zum Programm siehe auch weiter unten). ⟴  pm • auxlit


WE WANT MILES
📖 Buchrezension • ein Gastbeitrag von Hubertus Sichler

Miles Davis. Sound eines Lebens von Stefan Hentz, aktuell erschienen im Verlag Reclam, kommt zum 100. Geburtstag des 1991 verstorbenen Ausnahmemusikers. Gut 35 Jahre nach seinem Ableben ist dieser Musiker immer noch so interessant, dass in Deutschland ein Buch über ihn geschrieben wird. Für dieses Buch benötigte der Autor Stefan Hentz drei Jahre und – um es vorweg zu nehmen – diese zeitliche Investition hat sich gelohnt.

Ziemlich genau vor 35 Jahren hat der Autor dieser Rezension das erste Buch über Miles Davis gelesen. Es war Miles Davis Autobiographie von Quincy Troupe, einem damaligen Hochschullehrer und Freund von Jean-Paul Sartre, der wiederum Miles Davis aus seiner Zeit in Paris durch Juliette Gréco kannte. Das neue Buch von Stefan Hentz unterscheidet sich in einem wesentlich Punkt von der »Autobiographie« aus der Feder von Q. Troupe: Es geht distanzierter mit Miles Davis um. Und das ist gut so, denn ein Egozentriker, wie es Davis war, sollte 35 Jahre nach seinem Tod etwas differenzierter dargestellt werden.

Das gelingt Stefan Hentz gut, ohne dabei seine Bewunderung für Miles Davis zu opfern. Allein die ersten Seiten des Buches machen bei der Lektüre klar, das Hentz ein Fan war und ist. Wie er seine Eindrücke beschreibt, als er Miles Davis zum ersten Mal in Hamburg auf der Bühne sah, zeugt von großer Faszination. Trotzdem gelingt es ihm, Miles Davis eher neutral zu portraitieren, indem er sich stark auf den musikalischen Werdegang konzentriert. Dabei arbeitet er die wichtigen Wendepunkte im Lebenswerk des Künstlers heraus und führt aus, welche Konsequenzen das alles auf die Fortschreibung der Jazz-Geschichte hatte. Und das war in der Summe epochal, wie wir heute wissen.

Ein Musiker, der polarisierte – teilweise hochgradig

Besonders auffallend ist die Erzählung der »Pariser Zeit«, von Hentz eher nüchtern und auf Fakten reduziert erläutert und damit ganz im Gegensatz zu der »Ich-Erzählung« von Q. Troupe in der »Autobiographie« von 1990. Hier lesen sich intime Details und emotionale Dramen, dort klingt es eher beiläufig wie eine Anekdote aus dem von Höhen und Tiefen geprägten Leben von Davis. In der Autobiographie kommt immer wieder der Macho Davis raus, der prügelte, rumhurte, soff und fixte. Bei Hentz wird etwas distanzierter klar, dass Miles Davis, wie man heute sagt, polarisierte. Teilweise hochgradig.

Sound eines Lebens ist keine Anleitung zum Hören der Musik von Miles Davis. Obwohl die Diskographie beiliegt. Aber dem Autor gelingt es gut, die wichtigen Alben in ihrem Kontext darzustellen und hilft dabei, wenn man das nächste Mal Miles Ahead auflegt, zu verstehen, welche Codes aus der Trompete kommen. Insofern gilt für dieses Buch eine klare Kaufempfehlung für alle, die den Jazz und seine Protagonisten mögen. Stefan Hentz muss man danken, es dem Leser leicht zu machen, sich mit der Materie zu befassen. Dem Reclam-Verlag muss man danken, dieses Buch ermöglicht zu haben. Wem auch immer ist zu danken, dass es Miles Davis gab. ~ Hubertus Sichler



Autor dieser Rezension ist HUBERTUS SICHLER, Vorstand im Jazzclub Augsburg und Besucher einiger Miles Davis- Konzerte zwischen 1975 und 1990.


jazzclub.de
Miles-Davis-100th-Anniversary-Week im Jazzclub Augsburg (siehe unten)


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Erhältlich als:
📖 Buch
💻 eBook [ePUB3]

Reclam 2026
Hardcover

383 Seiten mit 35 schwarz-weiß Abbildungen
Format:  215 mm x 135 mm

Preis: 32 €

ISBN: 978-3-15-011453-7

► Regional kaufen & inhabergeführte Buchhandlungen unterstützen.
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LESEPROBE:


Miles-Davis-100th-Anniversary-Week
im Jazzclub Augsburg

Dienstag, 26. Mai (20:30): ➽ AUXBURG JAMSESSION im Zeichen der Jazztrompete

Freitag, 29. Mai (20 Uhr, Eintritt frei) – ➽ LISTENING BAR: Miles Davis pur – mit Überraschungen.  Sammler können ihre Miles Davis-Platten mitbringen und spielen lassen

Samstag, 30. Mai LIVE (20:30 Uhr | TICKETS): ➽ ANGELA AVETISYAN spielt Miles Davis und mehr ́́́

́ www.jazzclub.de


 

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