Kriegsberichterstattung. Was ist wahr?

Zwei von einander unabhängige Veranstaltungen in Augsburg beleuchten das vielschichtige Thema Kriegsberichterstattung. ZEIT-Reporter und Autor Wolfgang Bauer spricht in der Kresslesmühle über journalistische Berichterstattung aus Kriegs- und Krisengebieten. Der Autor, Journalist und Islamwissenschaftler Fabian Goldmann präsentiert im Café Cardamocca sein kritisches Buch »Staatsräsonfunk«. Es ist seine Untersuchung der Berichterstattung deutscher Medien über das militärische Vorgehen in Gaza.

Medien berichten und spiegeln das Geschehen in Kriegs- und Krisenregionen. Können sie das, was passiert, wirklich abbilden? Was ist wahr, was nicht? Wie berichtet man neutral ohne Wertungen? Ohne Emotion und sachlich? Welche Narrative erzeugt man? Diesem Problemfeld widmen sich diese Woche in Augsburg zwei Veranstaltungen, jeweils aber aus verschiedenen Perspektiven und Haltungen.

So wird am Dienstag, 19, Mai (19 Uhr, Eintritt frei) im Kulturhaus Kresslesmühle der ZEIT-Reporter und Sachbuch-Autor WOLFGANG BAUER zu Gast sein. Im Rahmen eines Podiumsgesprächs berichtet er über seine Arbeit vor Ort in Konfliktregionen. Am Mittwoch, 20. Mai (19 Uhr, Eintritt gegen Spende) ist der Journalist, Autor und Islamwissenschaftler FABIAN GOLDMANN im Cafe Cardamocca zu Gast. Er stellt sein Buch Staatsräsonfunk vor, eine schonungslosen Untersuchung zur deutschen Berichterstattung über das militärische Vorgehen in Gaza, die Veranstaltung ist mit Publikumsgespräch.

Zwei Veranstaltungen, viele Perspektiven

Verschieden und prägend sind die jeweiligen Veranstalter, Kontexte und Perspektiven: das Podiumsgespräch mit Wolfgang Bauer findet im Rahmen der Reihe Denkraum statt, einem Kooperationsformat des Friedensbüros der Stadt Augsburg, der Volkshochschule Augsburg, des Evangelischen Forums Annahof, des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben sowie des Staatstheaters Augsburg.

Die Buchpräsentation von Fabian Goldmann veranstaltet die Gruppe ➽ AKID أكيد (arabisch für in etwa Ja, sicher!). Die Community-geleitete Plattform widmet sich sich Erfahrungswelten und Sichtweisen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color – Menschen aus der afrikanischen, asiatischen oder lateinamerikanischen Diaspora sowie andere, die nicht als weiß oder deutsch wahrgenommen werden).

Die Veranstaltungen im Detail + Buchhinweise

• Dienstag, 19. Mai (19 Uhr) • Kresslesmühle – Eintritt frei
DIE WAHRHEIT DES KRIEGES. Podiumsgespräch über journalistische Berichterstattung aus Kriegs- und Krisenregionen
Wolfgang Bauer, Reporter der Chefredaktion der ZEIT im Gespräch mit
Ann-Kathrin Mittelstraß vom Bayerischen Rundfunk

Wolfgang Bauer • Foto: Andy Spyra
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WOLFGANG BAUER zählt zu den profiliertesten Kriegs- und Krisenreportern im deutschsprachigen Raum. Der Reporter der Chefredaktion der ZEIT berichtet seit vielen Jahren aus Konfliktregionen weltweit, unter anderem aus Afghanistan, Syrien, dem Sudan, der Ukraine, dem Irak, Libyen und zahlreichen weiteren Ländern. Wie seine Arbeit vor Ort aussieht und wie es um das Verhältnis von Wahrheit und Krieg steht – darüber berichtet Wolfgang Bauer im Gespräch mit Ann-Kathrin Mittelstraß vom Bayerischen Rundfunk.

Bauer, geb. 1970, wurde für seine Reportagen u. a. mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Prix Bayeux Calvados-Normandie für Kriegsberichterstattung ausgezeichnet. Er ist Autor von mehrern Büchern, so z.B. Am Ende der Straße (Suhrkamp, 2022) und Bruchzonen. Krisenreportagen (Suhrkamp, 2018).

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Mittwoch, 20. Mai (19 Uhr), Cardamocca – Eintritt gegen Spende
STAATSRÄSONFUNK. Buchvorstellung und Publikumsgespräch
Fabian Goldmann, Journalist, Autor und Islamwissenschaftler stellt sein Buch vor

Fabian Goldmann
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FABIAN GOLDMANN ist Journalist, Autor und Islamwissenschaftler. Als Korrespondent berichtete er viele Jahre aus Westasien, u. a. für ZEIT ONLINE, Spiegel Online und die taz. Er verbindet jahrelange Praxiserfahrung mit einer scharfen Analyse rassistischer Weltbilder in deutschen Leitmedien. Auf Einladung des Augsburger Kollektivs AKID أﻛﻴﺪ stellt er sein Buch Staatsräsonfunk (Manifest Bücher) vor, mit Publikumsgespräch.

Goldmann, der die Vorgänge in Gaza als Genozid bezeichnet, seziert in seinem Buch die deutsche Berichterstattung über das militärische Vorgehen in Gaza. Goldmann berichtet, wie systematische Verzerrungen und das Ausblenden von Kontexten in tausenden Medienbeiträgen zum Standard geworden seien. Es gebe eine Kluft zwischen dokumentierten Fakten und medialer Darstellung. Dies sei kein Zufall, sondern folge Stereotypen, Selbstzensur und einer politisch gewollten Staatsräson. ⟴  pm • auxlit

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