Biedermann, ganz Frisch

Das Sensemble Theater Augsburg zeigt den Max-Frisch-Klassiker »Biedermann und die Brandstifter«.

Das satirische Stück Biedermann und die Brandstifter zählt seit seiner Uraufführung 1958 zu den bekanntesten und am meisten inszenierten Dramen Max Frischs. Das Sensemble Theater Augsburg bringt es ab Samstag, 15. November (Premiere, 20:30 Uhr TICKETS Anzeige) auf die Bühne. Es spielen Winfried Gropper, Johannes Haag, Birgit Linner und Petra Winterstelleri Gropper, Regie führt Philipp J. Neumann. Worum geht es in dem Bühnenklassiker? Gottlieb Biedermann – Haarwasserfabrikant, Hauseigentümer, verheiratet und kinderlos. Politisch weder rechts, noch links, irgendwie Mitte, eher konservativ. Knallharter Kapitalist, aber „kein Unmensch“, ein Rechthaber, der sich als Wohltäter sieht, ein Gewissenloser, den sein Gewissen plagt. Also nimmt er zwei Brandstifter in sein Haus auf, obwohl diese von Anfang an erkennen lassen, dass sie es anzünden werden. Er nimmt sie auf, weil »nicht sein kann, was nicht sein darf«.

„Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Komischerweise. Die glaubt niemand.“

Biedermann – ein zeitloses Exemplar menschlicher Verlogenheit, die angesichts zündelnder politischer und gesellschaftlicher Ränder, angesichts globaler Bedrohungslagen brandaktuell ist. Eine Art muskulöser Realitätsverweigerung, die es sich mit Hollywoodschaukel, Weber-Grill und Prosecco-Kelch auf der DIY-Terrasse hinterm Reihenhaus bequem gemacht hat. Zuhause ist es behaglich, die Katastrophe findet immer woanders statt … Biedermann und die Brandstifter ist auch heute noch relevant – weil uns die Brandstifter nicht ausgehen. Und die Mitläufer auch nicht.

Biedermann und die Brandstifter ist zu sehen am Samstag, 15. November, und in Folge am
20. / 22. / 28.
und 29. November, je 20.30 Uhr TICKETS Anzeige


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