Die Lesebühne Augsburg lädt im Rahmen der Refugee Week 2026 zu einem Extra einen Lesungsabend zu den Themen Flucht und Migration.
Literatur erfüllt auch einen gesellschaftlichen Auftrag. So steht z.B. in der Charta des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller: »Mitglieder des VS setzen sich, auch über Ländergrenzen hinweg, für die gegenseitige Achtung der Menschen untereinander ein.« Die von den Vorsitzenden des VS in der Region Schwaben, Angela Eßer und Wolfgang Kemmer, initiierte ➽ Augsburger Lesebühne will diesen Grundsatz beherzigen.
Kemmer, der bereits in den letzten Jahren mit seinem ehrenamtlichen Projekt ➽ meine-flucht.de in der Refugee Week aktiv war und seit einem Jahr auch die Lesebühne organisiert, hat Autorinnen und Autoren aus Augsburg und Umgebung nach passenden Texten zu den Themen »Flucht und Migration« gefragt. Eine kleine Auswahl davon gibt es nun im Rahmen der ➽ Refugee Week 2026 am Donnerstag, 18. Juni 2026 (19:30 Uhr), im Gewölbekeller des Annapam zu hören.
Fiktion und Erleben
Dieter Rieken und Wolfgang Kemmer lesen spannende Auszüge aus den Genres Science Fiction und Krimi. Riekens Geschichte spielt 40 Jahre in der Zukunft. Es geht um italienische Klimaflüchtlinge. »Das erlaubt es mir, die Perspektive auf geflüchtete/flüchtende Menschen zu verschieben, die nicht von irgendwo aus weiter Ferne stammen, sondern aus unserer unmittelbaren Nachbarschaft«, so der Autor. »Indem sie ungewöhnliche Perspektiven einnehmen oder Situationen gezielt dramaturgisch aufbereiten, können fiktionale Texte auch einmal ganz andere Anstöße als Tatsachenerzählungen liefern, um so scheinbar Bekanntes neu zu betrachten und zu hinterfragen«, ergänzt Kemmer.
Es wird jedoch an diesem besonderen Abend nicht nur um Fiktionen gehen. Estella Dalva, die schon mehrfach die Zuhörer der Lesebühne mit ihren lyrischen Werken in ihren Bann gezogen hat, wird von ihrer eigenen Flucht aus Rumänien berichten und entsprechende Passagen aus ihrem Buch Ein Sternenmeer aus Träumen lesen.
Außerdem wird der 2012 aus Afghanistan geflüchtete Musiker und Poet Farhad Sidiqi mit von der Partie sein. Unter seinem Künstlernamen Jooyenda ist er in Augsburg längst zu einer festen Größe in der Kulturszene geworden. Jooyenda bedeutet »der Suchende«. Farhad Sidiqi will das Publikum in berührenden Liedern und Texten mitnehmen auf seiner ganz persönlichen Suche nach Freiheit und Gleichberechtigung in einer vielfältigen Gesellschaft weit über alle Ländergrenzen hinweg. ⟴ pm • auxlit

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