Vor der Tür.

In einer szenischen Lesung richtet der Fotograf Lars Klingenberg den Blick genau auf die Schlafquartiere vom obdachlosen Menschen. Dokumentarische Fotografien verbinden sich mit persönlichen Erfahrungsberichten, O-Tönen und Essays aus Klingenbergs Recherchen. Mehr zu allen weiteren literarischen Veranstaltungen im Rahmen des Friedensfestes ebenfalls im Artikel.

»Schlafquartier – Obdachlosigkeit in deutschen Großstädten«, so lautet der Titel einer szenischen Lesung im Rahmen des ➽ Augsburger Friedensfestes [zum ganzen Programm auxlitera litera:kul:tur-Übersicht] statt. Die Veranstaltung in der Villa Schönefelder (Schaezlerstraße 34) am Donnerstag, 30. Juli (19 bis 21 Uhr) wird gestaltet von dem Fotografen Lars Klingenberg, der Sprecherin und Schauspielerin Agnieszka Rozenbajgier sowie Akteuren der Wohnungsnotfallhilfe des SKM Augsburg und von Odachlosigkeit betroffenen Menschen. Anschließend findet ein Publikumsgespräch statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Foto: © Lars Klingenberg • ➽ Projekt-Webseite

Seit Jahren steigt die Zahl wohnungsloser Menschen. Auch wenn es heißt, dass hierzulande niemand auf der Straße schlafen muss, wird der öffentliche Raum für viele doch zu einem notgedrungenen Schlafquartier. In seinem gleichnamigen seit 2015 fortlaufenden Langzeitprojekt richtet der Fotograf Lars Klingenberg (➽ Projekt-Webseite) den Blick genau auf die Schlafquartiere, die für viele Menschen zu einem vermeintlichen Ort der Sicherheit werden: Überdachte Hauseingänge, Nischen, Passagen, Grünanlagen. Die szenische Lesung zeigt einen Ausschnitt aus seinen dokumentarischen Fotografien und verbindet diese mit persönlichen Erfahrungsberichten, O-Tönen und Essays aus seinen Recherchen.

Eine anschließende Podiumsdiskussion mit dem Künstler, Betroffenen und Akteuren der Wohnungsnotfallhilfe bietet Raum für Austausch und lädt dazu ein, gemeinsam zu diskutieren, wie UN_SICHERHEITEN – so das Festivalthema des Augsburger Friedenfests 2026 – und Wohnungsnot überwunden werden können. ⟴  pm • auxlit

LESUNGEN, BUCHPRÄSENTATIONEN & AUTORENTALKS beim Friedensfest*26:

Montag, 27. Juli (Stadtbücherei Augsburg, 19 Uhr – Eintritt frei):
»Sicher sind wir nicht geblieben« – die Publizistin Laura Cazés und die Autorin Shahrzad Eden Osterer über Antisemitismus in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023.

Dienstag, 28. Juli, Kulturhaus Abraxas, 19:30 Uhr, TICKETS Anzeige)
»Innere Sicherheit« – Dokumentarstück von Marie Schwesinger. rekonstruiert auf Grundlage von Prozess-Mitschriften und Interviews den Themenkomplex NSU 2.0 – jene Drohschreiben, die seit 2018 aus dem Inneren des Polizeiapparats an Anwältinnen, Politikerinnen und Künstlerinnen versandt wurden. Mit Publikumsgespräch.

Freitag, 31. Juli (Kresslesmühle, 19:30 Uhr – Eintritt frei):
Schattenleben – die in Augsburg lebende Comiczeichnerin Lisa Frühbeis und der Journalist Jonas Seufert präsentieren ihr fünfjähriges Rechercheprojekt, das Comicbuch »Schattenleben«.

Samstag, 1. August (St. Moritz, 20 Uhr – Eintritt frei): Wandelkonzert »Freiheit ist ein Risiko« in der Kirche St. Moritz Orgelmusik mit Texten von Hannah Arendt.

Mittwoch, 5. August (Jazzclub Augsburg, 19 Uhr – TICKETS je nach eigenem Finanzvermögen für 3, 10 oder 15 Euro) Miriam Davoudvandi liest aus ihrem Buch »Das können wir uns nicht leisten« und spricht über soziale Herkunft, Klassismus und die emotionalen Spuren materieller Unsicherheit

Donnerstag, 6. August, (Großer Moritzsaal, 19 Uhr – Tickets 10 € | erm. 6 Euro) »Trialog: Wie wir über Israel und Palästina sprechen« Buchpräsentation mit Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann

• Dienstag, 13. Oktober (Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg, 20 Uhr) – Tickets für 15 € | 8€ erm.)
»Lange Nacht der Augsburger Gespräche: Literatur – Theater – Engagement« Lesungen, Gesprächsrunden und Musik, u.a. mit Angela Aux, Emre Akal, Nava Ebrahimi, Mirna Funk, Michel Abdollahi und Ruth Maria Thomas, es moderiert Niels Beintker (Bayern 2). ⟴  pm • auxlit


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