Klabund, Bachmann, Schattenland und zwei Schwestern

JUNI-PROGRAMM IM BRECHTHAUSauxlitera präsentiert ★ Das Brechthaus lädt zu einem Vortrag mit Lesung zu Brecht & Klabund, und feiert Ingeborg Bachmanns 100. Geburtstag. Eine Lesung den Lyrikers und Psychotherapeuten Thomas Bartsch und Gunna Wendts Buch über die Schwestern von Richthofen komplettieren das Programm. Weiterhin zu sehen ist die Sonderausstellung »Bücher und Tücher«.

Klabund • Foto: CC BY-SA 3.0 de | Bundesarchiv, Bild 102-06394 / Georg Pahl | via wikipedia.org

MONATS-TIPP: Am Sonntag, 14 Mai (11 Uhr), lädt das ➽ Brechthaus Augsburg zu dem Vortrag mit Lesung »Brecht und Klabund: Aus dem klassischen China wird moderne Literatur geschöpft«. Es liest Julia Moßburger, Dr. Michael Friedrichs referiert. Der Eintritt beträgt 8 Euro. Klabund (1890 –1928) befasste sich in der Ablehnung des deutschen Militarismus früh mit klassischer chinesischer Lyrik, wofür er oft französische Übersetzungen benutzte. Schon 1915 veröffentlichte er ein Buch mit von Li Bai (701-762) inspirierten Gedichten. 1925 erzielte er mit seinem Kreidekreis-Drama, das auf einem chinesischen Stück von etwa 1280 beruht, einen sensationellen Bühnenerfolg.

Dr. Michael Friedrichs
Julia Moßburger • Foto: Olaf Dankert

Auf diese Weise hat die klassische chinesische Dichtung deutschen Autoren geholfen, sich aus den Traditionen der deutschen Klassik zu befreien und einen frischen Zugang zu Fragen der Form, Sprache und Bildhaftigkeit zu finden. Das gilt auch für Brecht, der den acht Jahre älteren Klabund 1920 in Berlin kennenlernte. In sein Drama Im Dickicht der Städte baute Brecht Anspielungen auf Laotse ein und befasste sich zeitlebens immer wieder mit chinesischer Dichtung, um Weltliteratur zu schreiben. pm • auxlit

Das weitere Programm im Juni 2026:


• Sonntag, 7. Juni (11 Uhr)
DIE WENDE AUS DEM SCHATTENLAND • Lyrik-Lesung mit Thomas Bartsch • Eintritt 8 Euro

Thomas Bartsch • Foto: privat

Der Lyriker Thomas Bartsch wechselt stilistisch bewusst zwischen romantisch-liedhaften Elementen und pointierender Reduktion. Der Autor scheut sich nicht, ohne unnötige Verzierungen Biografisches aufzugreifen. Erlebnissen von Naturverbundenheit, Resonanz und Einsamkeit gibt er ebenso Raum wie gesellschaftskritischen Betrachtungen. Bartsch schreibt unmittelbar emotional wie auch metaphorisch-abstrakt, ohne sich der Kunstform eines von seiner Person abgegrenzten Ichs zu bedienen. So entsteht zwischen seiner Wortkunst und dem Publikum eine dialogische Beziehung. Um zwischen den Gedichten Raum für Nachklingendes zu bieten, bereichert der Lyriker seine Rezitation mit Schwingungen verschiedener Klanginstrumente.

THOMAS BARTSCH, ärztlicher Psychotherapeut, Lyriker und Essayist, wohnt und wirkt in dem Heideort Walsrode. Im Geest-Verlag sind bisher die Lyrikbände Von Übergang zu Übergang, „Gezeiten“, Eben nur dort und der tiefenpsychologische Essay Sisyphos oder Die Kunst der Wende erschienen. Außerdem ist er mit eigenen Gedichten an mehreren Anthologien beteiligt. .


Donnerstag, 25. Juni (19:30 Uhr):
100. GEBURTSTAG INGEBORG BACHMANN – EIN LEBEN FÜR DIE POESIE • Augsburger Autorinnen und Autoren widmen sich in einer Lesung dem Werk Ingeborg Bachmann • Eintritt 12 Euro, ⚠️ Tickets und Anmeldung über die Buchhandlung am Obstmarkt: Tel. 0821-518804

Knut Schaflinger • Foto: privat

Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ Ingeborg Bachmann. Eine Wahrheit ist: kaum ein/e Lyriker/in im Land, die/der nicht einmal im Schreiben der wohl bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerin des 20. Jahrhunderts begegnet wäre. Ingeborg Bachmann, geboren am 25. Juni 1926. Aus diesem Anlass wollen vier Augsburger Autor/Innen in einer öffentlichen Lesung der Frage nachspüren inwieweit das Bachmann`sche Werk diese Lyriker/Innen beeinflusst, ihre Sprache verändert und deren poetischen Blick auf die Welt geprägt hat.

Jeder Teilnehmende stellt seiner Lesung ein Bachmann – Zitat voran, über das er mit der österreichischen Dichterin in eine Art poetischen Dialog tritt. Mit eigenen Texten, die die Botschaft des ausgewählten Zitats aufgreifen, weiterentwickeln oder auch in Frage stellen. Es lesen: Sarah Kiyanrad, Ulrike Schrimpf, Gerald Fiebig und Knut Schaflinger. Die Veranstaltung wird von Lutz Kliche moderiert. Idee und Organisation der Veranstaltung: Knut Schaflinger.


Sonntag, 28. Juni (11 Uhr):
FRAUEN VON MORGEN. DIE SCHWESTERN RICHTHOFEN IM KREISE DER BOHÉME • Lesung von Gunna Wendt • Eintritt 8 Euro

Gunna Wendt • Foto: Herbert Liebhart

Sie scherten sich wenig um Konventionen: Die Schwestern Else (*1874) und Frieda (*1879) von Richthofen waren zeitweise erbitterte Rivalinnen, doch was sie verband, war die Bereitschaft, sich selbst neu zu erfinden – jede auf ihre eigene Weise.

Im Umfeld der Schwabinger Bohème im beginnenden 20. Jahrhundert begegneten die beiden zahlreichen Größen aus Kultur und Wissenschaft, die wie sie neue Formen des Zusammenlebens suchten. Die Lesung wird von Siegfried Völlger moderiert.

GUNNA WENDT studierte Soziologie und Psychologie in Hannover und lebt als freie Autorin in München. Neben ihren Arbeiten für Theater und Rundfunk veröffentlichte sie Kurzgeschichten, Gedichte, Essays und literarische Biografien, unter anderem über Erika Mann und Therese Giehse.


• Weiterhin: SONDERAUSSTELLUNG • Noch bis 31. Dezember 2026:
BÜCHER UND TÜCHER. Von Augsburg in die Niederlande: Hein Kohn (1907-1979). Brechtfreund, legendärer Exilverleger, Literaturagent und Kulturvermittler. • Eintritt 8 Euro

Die Sonderausstellung widmet sich dem in Augsburg geborenen Brechtfreund, legendärer Exilverleger, Literaturagenten und Kulturvermittler Hein Kohn (1907-1979), der während der Nazi-Zeit von Augsburg in die Niederlande flüchten musste. Die Ausstellung erzählt Kohns Geschichte. Mit dem jüdischen Tuchmacher Samuel Kohn, dessen Ansiedlung in Augsburg der bayerische König 1837 erlaubt hatte, wurden die Kohns in Augsburg ansässig, sind bis 1938 als Kaufleute und Unternehmer, Tuchmacher und Textilhändler vielfältig in Augsburg in der Textilbranche tätig. Mehrere Veranstaltungen im Brechthaus werden die Ausstellung begleiten.

Zu sehen während der Öffnungszeiten des Brechthauses, Di – So: 10:00 – 17:00 Uhr


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