Zehn Jahre Diskurs.

Die in Augsburg begründete »Zeitschrift für Diskursforschung« (Zfd) feiert heuer ihr 10-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums erscheint eine Sonderausgabe mit mehr als 30 Beiträgen und im Umfang von über 300 Seiten. Die ZfD hat sich als eine der international führenden Zeitschriften der Diskursforschung etabliert.

Ob Fragen zur Bildungsgerechtigkeit, Pandemie- und Umweltproblemlagen oder Identitätskonflikten und Migration – das thematische Spektrum der Diskursforschung ist breit. Seit mittlerweile 50 Jahren untersucht die sozialwissenschaftliche Diskursforschung öffentlich-politische, aber auch wissenschaftliche und religiöse Deutungskämpfe, in denen Akteurinnen und Akteure versuchen, ihre jeweiligen Sichtweisen durchzusetzen.

In Augsburg begründet wurde die Zeitschrift für Diskursforschung (ZfD). Das wissenschaftliche Organ hat sich als eine der international führenden Zeitschriften des Forschungsgebiet etabliert und feiert dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung hat die Zeitschrift zahlreiche Beiträge in deutscher und englischer Sprache aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen wie Soziologie, Linguistik, Politikwissenschaften und Philosophie veröffentlicht und relevante Diskussionen in der Diskursforschung angestoßen. Anlässlich des 10-Jahres-Jubiläums ist nun eine Sonderausgabe mit mehr als 30 Beiträgen und im Umfang von über 430 Seiten erschienen.

Für die Feierausgabe Zeitschrift für Diskursforschung 2/2022 haben sich die Herausgeber Reiner Keller, Werner Schneider, Wolf Schünemann und Willy Viehöver für ein leicht angewandeltes Format entschieden: kürzere Beiträge in vielfältigen Formen (auch Essays), die sich auf aktuelle Herausforderungen der Diskursforschung konzentrieren. Die Beiträge, wie immer in deutscher oder englischer Sprache, stellen dabei weniger abgeschlossene Forschungen vor, sondern geben Anregungen und Fragestellungen, mit denen sich die Diskursforschung in den nächsten zehn Jahren beschäftigen könnte und wohl auch wird. Die Beiträge erstrecken sich dabei auf die Gebiete Grundlagen, Forschungsüberblicke und einzelne Ansätze, Exemplarische Anwendungen und Diagnosen – Diskussionen – Perspektiven.

Wie immer sind die Beiträge weitgestreut internationaler Herkunft, von Augsburger Provinienz sind die Artikel von Moritz Hillebrecht, Prof. Dr. Reiner Keller, Dr. Annette Knaut, Amira Malik und Annika Harzmann.

Augsburg: ein Zentrum der Diskursforschung

»Die wissenssoziologische Diskursforschung wurde in Augsburg entwickelt und kann hier auf eine lange Tradition zurückblicken«, erklärt Mitherausgeber Prof. Dr. Reiner Keller. Nicht zuletzt deshalb hat sich auch die an der Uni Augsburg ausgetragene Tagung zum Thema Diskursforschung im deutschsprachigen Raum als wichtigstes internationales Forum für Diskussionen und Austausch zwischen Diskursforschenden vieler Disziplinen etabliert.

Ende März 2023 hatte an der Universität Augsburg die 5. internationale Tagung mit dem Titel Die Diskursive Konstruktion von Wirklichkeit V statt gefunden. Alle zwei Jahre von Keller und seinem Team vom Lehrstuhl für Soziologie organisiert, brachte sie – nach coronabedingter Pause – erneut interdisziplinäre Beiträge zur Wissenssoziologischen Diskursanalyse und angrenzenden Perspektiven der Diskurs-, Dispositiv- und Subjektivierungsforschung zusammen.

www.uni-augsburg.de | Diskursforschung
www.uni-augsburg.de | Zeitschrift für Diskursforschung


SOZIALWISSENSCHAFTLICHE DISKURSFORSCHUNG

Seit mittlerweile 50 Jahren untersucht die sozialwissenschaftliche Diskursforschung öffentlich-politische, aber auch wissenschaftliche und religiöse Deutungskämpfe, in denen Akteurinnen und Akteure versuchen, ihre jeweiligen Sichtweisen durchzusetzen. ,Diskurs‘ wird nicht etwa als Synonym zu Debatte und Diskussion gebraucht, sondern bezeichnet spezifische Formen und Inhalte des Sprechens über Phänomene. Das können beispielsweise der Klimawandel sein, der die gesamte Öffentlichkeit betrifft, oder einzelne Wissenschaften und Religionen, die nur für einen Teil der Gesellschaft relevant sind.

Unabhängig vom Phänomen geht es stets um die Frage nach den unterschiedlichen Diskursen, ihren Formen und wie sie aufeinandertreffen. Schließlich untersucht die Diskursforschung auch, welche Deutungen sich durchsetzen und welche gesellschaftlichen Folgen daraus resultieren.


📰 ZEITSCHRIFT FÜR DISKURSFORSCHUNG (ZdF) | JOURNAL FOR DISCOURSE STUDIES
– herausgegeben von Reiner Keller, Werner Schneider, Willy Viehöver, Saša Bosančić (†) und Wolf J. Schünemann

Erste Fachzeitschrift, die der anhaltenden Konjunktur von sozialwissenschaftlicher Diskursforschung im deutschsprachigen Raum Rechnung trägt. Als interdisziplinäres Forum für discourse studies veröffentlicht sie theoretische, methodologisch-methodische und empirische Beiträge aus den Sozialwissenschaften und angrenzenden Disziplinen.

Die Zeitschrift für Diskursforschung erscheint zwei mal jährlich. Weitere Informationen, alle Abstracts sowie einige frei verfügbare Artikel finden sich auf der Verlagshomepage von Beltz Juventa.

www.uni-augsburg.de | Zeitschrift für Diskursforschung


Zeitschrift für Diskursforschung / Journal for Discourse Studies.
Sonderausgabe zum zehnjährigen Jubiläum / Special Issue for the Tenth Anniversary

Hrsg.: Reiner Keller, Werner Schneider, Willy Viehöver, Wolf J. Schünemann
Deutsch/Englisch
Broschiert, 438 Seiten
Beltz Juventa, 2023
Format: 16,5 x 24 x 1,83 cm


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