Festschrift zum Rubin-Doktorat

40. Doktorjubiläum von Prof. Dr. Wolfgang Wüst: Zweibändige Festschrift würdigt die wissenschaftliche Arbeit des ehemaligen Vorsitzenden des in Augsburg ansässigen Historischen Vereins für Schwaben.

Der Verlag Friedrich Pustet feiert mit der zweibändigen Festschrift Fabrica. 50 Wege zur Landesforschung das Rubin-Doktorat (1982 – 2022) des Historikers und ehemaligen Leiters des Augsburger Stadtarchivs Prof. Dr. Wolfgang Wüst. Von 1999 bis 2021 war Wüst Vorsitzender des in Augsburg ansässigen Historischen Vereins für Schwaben, bis 1996 Lehrbeauftragter an der Uni Augsburg für Historische Hilfswissenschaften. An der Universität Augsburg (und in Edinburgh) hatte der Jubilar auch Geschichte und Anglistik studiert. Von 2000 bis 2019 war Wüst Lehrstuhlinhaber für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, seit 2019 leitet er die 1948 begründete Fränkische Arbeitsgemeinschaft e.V.

Zwei Bände mit insgesamt fast 1500 Seiten geben nun Einblick in 50 wissenschaftliche Arbeiten Wüsts. Der Historiker hat rund 540 Artikel, Aufsätze, Editionen, Kollektionen und Monografien publiziert. Darauf macht Prof Dr. phil. Wolfgang E.J. Weber in seiner Laudatio in Band 1 aufmerksam. Der Geschäftsführer des Instituts für Europäische Kulturgeschichte an der Universität Augsburg bescheinigt Wüst eine »weit überschnittliche Produktion »im Vergleich anderer, lebender und verstorbener Historiker«. Wüst zähle »publikatorisch unbezweifelbar zu den Spitzenproduzente der Geschichtswissenschaft«.

Fabrica Historiae erlaubt einen Blick über die Schulter des Historikers in seine Werkstatt. In 50 eigenen Beiträgen – vorwiegend aus der bayerischen, schwäbischen und fränkischen Geschichte – unternimmt Wüst einen ausgedehnten Spaziergang durch kirchliche Archive, die süddeutsche Klosterlandschaft und die Welt des Adels. Dabei durchmisst er das Terrain durchaus interregional und begibt sich auch in Forschungsgebiete wie die Industrie- und Sozialgeschichte, Policey- und Zensurgeschichte sowie historische Waldwirtschaft.

Arbeiten zu Augsburger Themen in dem Doppelband sind:

• Die Soziale Frage in der Fabrikarbeiterschaft und die betrieblich-patriarchalischen Lösungsmodelle in Augsburg zur Zeit der Industrialisierung
• Fürstbischöfliche Amts- und Staatsführung im Hochstift Augsburg unter Clemens Wenzeslaus (1768 – 1803)
• Von Rang und Gang: Titulatur – und Zeremonienstreit im reichsstädtischen Umfeld Augsburgs
• Verfassungswirklichkeit im Spiegel des Petitionsrechts 1818 bis 1918. Beschwerden und Anliegen aus Schwaben an die Abgeordnetenkammer des Bayerischen Landtags

Herausgeber der Festschrift ist Sabine Wüst. Sie lässt Band 1 auch mit Shakespeares Sonett 116 beginnen – ein Autor, mit dessen Sonetten sich Wolfgang Wüst während seines Anglistikstudiums beschäftigt hatte. Eine Bildwidmung seines Sohns Carl und die Reproduktion einer von Gianna Nannini für Wüst signierten Autogrammkarte verleihen der wissenschaftlichen Akuratesse der Festschrift etwas Persönliches.

Zu den Augsburger Personae auf der Tabula Gratulatoria zählen Prof. Dr. iur. utr. Christof Becker, Prof. Dr. phil Johannes Burkhardt, Prof. Dr phil, E.J. Weber, Prof. Dr. Klaus Wolf (alle: Universität Augsburg), Prof Dr phi Wilhelm Liebhart und HS Prof. Dr. phil Helmut A. Seidl (Hochschule Augbsurg) und Dr. phil Martha Schad.

Herausgeberin Sabine Wüst: Studierte Lehramt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit Schwerpunkt Landesgeschichte. Sie arbeitet u. a. als freiberufliche Historikerin für verschiedene Fachzeitschriften.

• Wolfgang Wüst: Geboren 1953 in Krün/ Bayern, Studium der Geschichte und Anglistik in Edinburgh/ Schottland und Augsburg, 1973 bis 1979. Anschließend Stipendiat der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Projektes Historischer Atlas von Bayern und Assistent am Lehrstuhl für Landesgeschichte an der Universität Augsburg. 1982 Promotion zum Thema »Herrschaftsbildende Kräfte des Ancien Régime im Gebiet der Markgrafschaft Burgau«. Es folgten Jahre im staatlichen und kommunalen Archivdienst, zuletzt seit 1998 als Direktor eines der größten kommunalen Archive Deutschlands, dem Stadtarchiv Augsburg. 1984-1996 Lehrbeauftragter an der Universität Augsburg für Historische Hilfswissenschaften, 1993-1995 Stipendiat der Volkswagen- Stiftung mit dem Projekt: „Geistlicher Staat und Altes Reich. Hochstiftische Herrschaftsformen, Hofwesen und Administration in der Frühneuzeit“. 1996 Habilitation zu diesem Thema. Im selben Jahr Ernennung zum Privatdozenten. 2000 Ernennung zum ordentlichen Professor für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.


Sabine Wüst (Hrsg.): Fabrica historiae. 50 Wege zur Landesforschung. Festschrift zum Rubin-Doktorat von Wolfgang Wüst (1982 – 2022).
Zwei Bände. Durchgehend z.T. farbig bebildert.
Verlag Friedrich Pustet, 2022
1464 Seiten, gebunden.
ISBN: 9783791733180
– Erschienen am 4. Mai 2022 –

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