Das Theater EUKITEA zeigt in Diedorf mit »Friedenskinder« ein kraftvolles, inspirierendes Stück über Literatur, Freiheit und Mut. Die Inszenierung beleuchtet den Kulturbruch Bücherverbrennung und lässt Schriftstellerinnen und Schriftsteller verschiedener Generationen miteinander in einen poetischen Dialog treten.
Wer ein Buch verbrennt, zerstört Papier, nicht den Gedanken, der darin lebt. Ideen finden neue Stimmen, neue Leserinnen und Leser, neue Generationen. Vielleicht fürchten Diktaturen deshalb Bücher so sehr: weil sich Gedanken nicht einsperren und nicht verbrennen lassen. Als am 10. Mai 1933 auf deutschen Plätzen Bücher brannten, verbrannten nicht irgendwelche Texte. Es waren die Werke von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Anna Seghers, Stefan Zweig, Nelly Sachs und vielen anderen. Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die Fragen stellten, Widersprüche aushielten und den Menschen zutrauten, selbst zu urteilen. Gefährlich war nicht das Papier. Gefährlich war die Freiheit, die zwischen den Buchdeckeln lag.
Am Sonntag, 11. Oktober 2026 (18 Uhr) zeigt das Theater EUKITEA die Inszenierung »Friedenskinder – von verbrannten Büchern und mutigen Menschen« [TICKETS auf ➽ Snapticket • ➽ Eventim Anzeige • ➽ eukitea.de) – und reagiert damit darauf, dass wir fast ein Jahrhundert später erneut erleben, wie Menschen ausgegrenzt werden, wie demokratische Werte infrage gestellt werden und wie Sprache spalten kann. Die Geschichte der Bücherverbrennungen gehört deshalb nicht nur ins Geschichtsbuch. Das Stück Friedenskinder widmet sich den aktuellen Fragen: Welche Kraft haben Literatur und Theater heute? Kann ein Gedicht Mut machen? Kann ein Roman unsere Sicht auf die Welt verändern? Kann Theater dazu beitragen, dass junge Menschen nicht nur Fakten lernen, sondern Haltung entwickeln?
Alle Fotos: © Marcus Merk | Theater EUKITEA
Die Freiheit zwischen zwei Buchdeckeln
Die Inszenierung erzählt die Geschichte der Bücherverbrennungen nicht chronologisch. Sie lässt Schriftstellerinnen und Schriftsteller verschiedener Generationen miteinander in einen poetischen Dialog treten. Ihre Worte begegnen den Fragen junger Menschen von heute. Aus historischen Texten entsteht keine Geschichtsstunde, sondern ein Theaterabend über Zivilcourage, Freiheit und die Verantwortung jedes Einzelnen. Mit Originaltexten von neun mutigen Schriftsteller*innen – darunter Nelly Sachs, Erich Kästner und Stefan Zweig – entsteht ein bildintensives Schauspiel, das den Blick auf die Bedeutung von Frieden, Demokratie und Meinungsfreiheit richtet.
»Mit Friedenskinder bringt das Theater Eukitea ein unglaublich kraftvolles, inspirierendes und ermutigendes Stück auf die Bühne. Auf lebendigere Weise kann man die verbrannten Bücher kaum aus der Asche holen. Drei grandiose Schauspieler*innen durchschreiten mit uns voller Verve den schmalen Grat zwischen Krieg und Frieden, Freiheit und Unterdrückung, Liebe und Hass, Einsamkeit und Geborgenheit, Miteinander und Gegeneinander. Man muss dieses Stück gesehen haben, um zu spüren, wie eindringlich die Texte, die 1933 von den Nationalsozialisten in die Flammen geworfen wurden, heute noch zu uns sprechen.«
– Dr. Werner Treß, Stellvertretender Leiter Moses Mendelsson Zentrum Potsdam
Zeitgleich ist im Theater EUKITEA noch bis Sonntag, 18. Oktober 2026, die ➽ Ausstellung »Zwischen Flammen und Freiheit – wenn Worte verboten sind« zu sehen. Die Wanderausstellung des Projekts Verbrannte Orte e. V. richtet den Blick auf Räume des Widerstands gegen die nationalsozialistische Literaturpolitik und die Bücherverbrennungen.
EUKITEA lädt sein Publikum nicht dazu ein, Geschichte auswendig zu lernen. Sondern sie zu befragen. Was bedeuten Freiheit, Verantwortung und Zivilcourage für unser Zusammenleben heute? Wann werden Worte zu Brücken – und wann zu Waffen? Es geht um die Erkenntnis, dass Kultur kein Luxus ist. Sie ist ein Ort, an dem wir lernen können, Widersprüche auszuhalten, zuzuhören und andere Perspektiven kennenzulernen. Gerade darin liegt ihre demokratische Kraft. Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft der verbrannten Bücher: Haltung kann den Flammen trotzen. ⟴ pm • auxlit
Über EUIKTEA
Das Theater EUKITEA mit Sitz in Diedorf ist ein freies, professionelles Theater mit Schwerpunkt auf Theater für Kinder, Jugendliche und Familien. Seit mehr als 40 Jahren realisiert EUKITEA bundesweite und internationale Produktionen, pädagogische Projekte, Workshops und Präventionsprogramme.
► eukitea.de
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