BILDUNG ★ Rund 18 Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen an Hochschulen in Schwaben – von Augsburg über Kempten bis Neu-Ulm. Zehn Maßnahmen von Dachsanierungen bis zu neuen Sanitäranlagen – erste Maßnahmen bereits umgesetzt. Allein für die Uni Augsburg sind über zehn Mio. Euro eingeplant, für die technischen Hochschule Augsburg über vier Millionen. Eine Kunstausstellung des Bayerischen Landesstudierendenrats hatte zahlreiche Mängel an Hochschulen Schwabens offen gelegt.
An Bayerns Hochschulen startet eine große Sanierungsoffensive: »Über 120 Maßnahmen werden quer durch den Freistaat in Angriff genommen, darunter zehn an den Hochschulen in Schwaben mit einem Volumen von rund 18 Millionen Euro«, gab Wissenschaftsminister Markus Blume heute in München bekannt. »Bilder von undichten Dächern, gesperrten Räumen und maroden Hörsälen sollen definitiv der Vergangenheit angehören«, so Blume. Die bayerischen Hochschulen hatten drängende Sanierungsfälle gemeldet, die man nun im Rahmen einer Hochschulbau-Offensive zügig angehen wolle – und zwar ergänzend zu dem, was ohnehin geplant sei. Erste kleinere Maßnahmen seien bereits umgesetzt. Gleichzeitig verweist Blume auf den aktuellen Bau-Boom an den bayerischen Hochschulen und die große Menge an voll intakten Gebäuden, die der Hochschulfamilie eine moderne Arbeitsumgebung bieten.
Der Freistaat bewirtschaftet allein im Hochschulbereich eine sehr große Zahl an Gebäuden mit einer Gesamtfläche von rund 6,6 Mio. Quadratmeter Bruttogeschossfläche – das sind etwa 920 Fußballfelder. Rund die Hälfte der Gebäude sind dabei älter als 50 Jahre. Dementsprechend stehen bei der Sanierungsoffensive Mängel im Vordergrund, die durch Alterung, nicht mehr zeitgemäße Technik oder veränderte Anforderungen entstanden sind.
Von Dachsanierungen bis neuen Sanitäranlagen
So werden Dächer saniert, Fenster ausgetauscht, Fassaden erneuert und weitere Maßnahmen u.a. im Bereich Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Hygiene umgesetzt. Allein für die Uni Augsburg sind über zehn Mio. Euro eingeplant, u.a. für verschiedene Dachsanierungen und die Erneuerung von Lüftungs- und Sanitäranlagen. An der Technischen Hochschule Augsburg werden insgesamt über vier Millionen u.a. für die Erneuerung einer Lüftungsanlage und die Sanierung von Wasserleitungen in die Hand genommen. Die Hochschule Kempten erhält knapp drei Millionen Euro für Kanalarbeiten und die Sanierung der Tiefgarage, die Hochschule Neu-Ulm rund 200.000 u.a. für die Ertüchtigung von Seminarräumen.
Den Finger in die Wunde gelegt
Bereits angegangen wurden über 20 kleinere Maßnahmen, auf die der Landesstudierendenrat (BayStuRa) im Dezember vergangenen Jahres im Rahmen einer Fotoausstellung hingewiesen hatte. »Von den 25 gezeigten Mängeln an verschiedenen Hochschulen, darunter undichte Stellen, fehlende Ausstattung und weitere Herausforderungen, sind bereits über 80 Prozent behoben oder in der Umsetzung. Ich bin dem Landesstudierendenrat dankbar dafür, dass er den Finger in die Wunde gelegt hat. Wir haben die Hinweise sehr ernst genommen und direkt 142 Millionen Euro für kleinere Baumaßnahmen zur Verfügung gestellt«, so Wissenschaftsminister Blume. Lediglich vier Maßnahmen müssen vorerst zurückgestellt werden, weil das Gebäude nicht dem Freistaat gehört oder es sich nur um kosmetische Mängel handelt. An der Uni Augsburg konnte der Regeneintritt bereits abgestellt werden.
Die Sprecher des Bayerischen Landesstudierendenrats Amir Hasukic, Sabine Kamintzky und Moritz Schmid freuten sich bei einem Gespräch mit Minister Blume über die Vollzugsmeldung und die weiteren Pläne: »Mit der Kunstaustellung konnten wir die baulichen Defizite an den bayerischen Hochschulen sichtbar machen. Wenn bauliche Mängel Menschen ausschließen oder einschränken, geht es um weit mehr als nur um Gebäude – es geht um Gesundheit, Inklusion und Chancengerechtigkeit. Deshalb muss der jahrelange Sanierungsstau an den Hochschulen nachhaltig abgebaut werden. Die Hochschulbauoffensive ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.«
Rund eine Milliarde Euro für Sanierungen und Neubauten
»Wir wollen die aufgelaufenen Sanierungsbedarfe schnell, unbürokratisch und zielgerichtet angehen und gleichzeitig größere Neubaumaßnahmen beschleunigen, um unsere Hochschulen in ganz Bayern jetzt fit für die Zukunft zu machen«, so Blume. Deshalb starte man mit einer Milliarde Euro eine umfassende Hochschulbau-Offensive, ergänzend zu den bisher schon vorgesehenen Mitteln für den Hochschulbau. Zudem sei eine Baureform bereits angestoßen, auch um den Bauunterhalt mittelfristig besser in den Griff zu bekommen.
Die jetzt gestartete Hochschulbau-Offensive besteht aus dem genannten Sanierungs- sowie einem Schnellbauprogramm. Sie wird sowohl aus dem bayerischen Anteil am Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz als auch aus dem Schnellbauprogramm des Bundes gespeist. ⟴ pm • auxlit
Hier auxlitera-Newsletter abonnieren:

Sie erhalten je Woche 1 E-Mail mit einem Nachrichtenüberblick.
Sie können diese Benachrichtung jederzeit abbestellen.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben oder für andere Zwecke verwendet. Unsere Datenschutz-Erklärung finden Sie ► hier.

