Ingeborg Bachmann zum 100. ★ Das neue Buch »Ingeborg Bachmanns München« beleuchtet die Bayern-Metropole als zentralen Ort der Bachmann-Biografie. Im Brechthaus Augsburg geben Augsburger Dichterinnen und Dichter eine Hommage an die österreichische Lyrikerin, das Kino Liliom zeigt diese Woche die neue Bachmann-Doku mit Sandra Hüller. Und natürlich: Diese Woche starten in Klagenfurt die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur, bei denen wieder der Bachmann-Preis verliehen wird.
📷 Foto (Auschnitt): Fritz Peyer | CC BY-SA 4.0 | via Wikipedia.org
Dieses Jahr wäre die große Lyrikerin und Autorin Ingeborg Bachmann (* 25. Juni 1926 in Klagenfurt; † 17. Oktober 1973 in Rom) 100 Jahre alt geworden. Zahlreiche Veranstaltungen und Buchveröffentlichungen begleiten dieses Jubiläum.
In der auxlitera-Kulturregion stechen eine einsichtsreiche Buchveröffentlichung und eine Lyrik-Lesung im Brechthaus hervor: In dem 🛒 BUCH Ingeborg Bachmanns München [Volk Verlag] beleuchtet der Literaturwissenschaftler Nicola Bardola eine häufig vergessene Station im Leben der großen Lyrikerin: ihre Zeit in München, die oft komplexer war als andernorts. Und exakt am 100. Geburtstag Bachmanns, Donnerstag, 25. Juni (19:30 Uhr), lädt der in Österreich geborene, heute in Augsburg lebende Lyriker Knut Schaflinger unter dem Titel »Ein Leben für die Poesie« zu einer LESUNG im Gedenken an die Lyrikerin ein; er und die Autorinnen und Autoren Sarah Kiyanrad, Ulrike Schrimpf und Gerald Fiebig gehen anhand eigener Gedichte der Frage nach, inwieweit die Lyrikerin Ingeborg Bachmann ihre eigenes Schaffen beieinflusst hat. Außerdem: Das Liliom Kino Augsburg zeigt ab Montag, 22. Juni 2026, den DOKUMENTARFILM Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war.
Bachmanns Zeit in München
Wer an Ingeborg Bachmann denkt, denkt an Klagenfurt, Wien, Rom, Neapel, Paris oder Zürich. Dass auch MÜNCHEN ein zentraler Ort in Bachmanns Leben war, wird gerne übersehen. Eben das will die im Volk Verlag erschienene neue Biografie 🛒 Ingeborg Bachmanns München ändern: Sie beleuchtet den Einfluss der bayerischen Landeshauptstadt auf das Leben der Ingeborg Bachmann in allen Aspekten – von ihrer Arbeit mit dem Piper Verlag über die Zeit beim Bayerischen Rundfunk bis hin zu den diversen Bekanntschaften und Freundschaften mit heute oft vergessenen Weggefährten.
»Ich bin unruhig, möchte nach München endlich, um alles abladen zu können auf ›meinem Boden.«
Sorgfältig bereitet der Autor, der Literaturwissenschaftler Nicola Bardola, anhand von Briefen das soziale Umfeld auf, mit dem Ingeborg Bachmann während ihrer Zeit in München zu tun hatte. Dabei geht er auf heute weniger bekannte Zeitgenossen ebenso ein wie auf die großen Paul Celan und Max Frisch. Der Band enthält dabei teilweise unveröffentlichtes Text- und Bildmaterial.
Erhältlich als:
📖 Buch
Volk Verlag 2026
128 Seiten, zahlreiche Abb.
Klappenbroschur, 128 Seiten
Preis: 16 €
ISBN: 978-3-86222-567-5
NICOLA BARDOLA wurde 1959 in Zürich geboren. Er studierte in Bern, München und Zürich Germanistik, italienische Literatur und Philosophie. 1985 gründete er im Münchner Buch Magazin die Lyrik Revue, die heute online auf ➽ dasgedichtblog.de fortgeführt wird. Bardola lebt seit über 40 Jahren in und um München. Er ist Vorsitzender des Freunde der Monacensia e.V.
Vier Augsburger Lyrikerinnen und Lyriker ehren Bachmann
Unter dem Titel »Ein Leben für die Poesie« beschäftigen sich am Donnerstag, 25. Juni (19:30 Uhr) die Autorinnen und Autoren Sarah Kiyanrad, Ulrike Schrimpf, Gerald Fiebig und Knut Schaflinger im ➽ Brechthaus Augsburg mit der Frage, inwieweit die Lyrikerin Ingeborg Bachmann ihre eigenen Werke beeinflusst hat. Denn: Kaum ein Lyriker, eine Lyrikerin im Land, der/die nicht einmal im eigenen Schreiben der wohl bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerin des 20. Jahrhunderts begegnet wäre. Die vier Augsburger Autorinnen und Autoren wollen in ihrer gemeinsamen Lesung eigenen Texte der Frage
nachspüren, inwieweit das Bachmann‘sche Werk sie beeinflusst, ihre Sprache
verändert und ihren poetischen Blick auf die Welt geprägt hat.
Jeder der Autoren stellt seiner Lesung ein Bachmann-Zitat voran, über das er mit der österreichischen Dichterin in eine Art poetischen Dialog tritt – mit eigenen Texten, die die Botschaft des ausgewählten Zitats aufgreifen, weiterentwickeln oder auch in Frage stellen. Die Idee für dieses Veranstaltungsformat stammt von Knut Schaflinger. Die Moderation übernimmt Lutz Kliche. Die Karten für die Veranstaltung kosten 12,- Euro pro Person und sind in der Buchhandlung am Obstmarkt erhältlich, Telefon: 0821-518804.
Kino-Doku: Bachmann in Hülle(r) und Fülle
Das Liliom Kino Augsburg zeigt ab Montag, 22. Juni 2026 (➽ SPIELZEITEN), den Dokumentarfilm Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war. Der Film mit der preisgekrönten Schauspielerin Sandra Hüller ist ein Porträt zum 100. Geburtstag der Lyrikerin, das kunstvoll Archivaufnahmen, Originaltexte, Fotografien und fiktionale Spielszenen miteinander verbindet.
Wettbewerb um den Bachmannpreis 2026
Am Mittwoch, 24. Juni, werden in Klagenfurt die mitterweile fünfzigsten ➽ Tage der deutschsprachigen Literatur eröffnet, die Preisverleihung findet am Sonntag, 28. Juni, statt. Der Bachmannpreis ist in diesem Jahr mit 30.000 Euro dotiert. An drei Lesetagen werden die 14 Autorinnen und Autoren ihre Texte der siebenköpfigen Jury vorstellen. Vorsitzender ist Klaus Kastberger. Die Auslosung der Lesereihenfolge wird schon am Abend zuvor (Dienstag, 23. Juni) erfolgen und kann ab 17.30 Uhr via Livestream ➽ hier mitverfolgt werden. ⟴ pm • auxlit

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