Über Mehrsprachigkeit im französischen Comic: Das Comics Linguistic Lab der Uni Augsburg lädt Dr. Beate Kern (Uni Rostock), profilierte Wissenschaftlerin im Bereich der Comic- und Graphic-Novel-Forschung, zum öffentlichen Vortrag ein.
Der Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft der Universität Augsburg (Prof. Dr. Daniela Pietrini) und das am Lehrstuhl angesiedelte Comics Linguistics Lab laden zu einem Gastvortrag von PD Dr. Beate Kern (Universität Rostock) ein. Der Vortrag findet am Dienstag, 9. Juni 2026, von 15:45 bis 17:15 Uhr an der Uni Augsburg im Raum D1005 statt. Er ist in das Hauptseminar Mit Texten und Bildern eine Geschichte erzählen: Inszenierte Mündlichkeit und Sprachvariation in Comics und Graphic Novels eingebettet.
Unter dem Titel »Zwischen Sprachreflexion und Stereotypen – Darstellung von Mehrsprachigkeit in der französischen bande dessinée« widmet sich der Vortrag einem zentralen Aspekt der Comicforschung. Schon seit den Anfängen des Comics finden sich dort immer wieder Darstellungen von Mehrsprachigkeit, so etwa in einem der ersten Comics, den Katzenjammer Kids von Rudolph Dirks (ab 1897), in dem die deutschen Einwanderer in den USA ein durch deutschen Akzent und Code-Switching gefärbtes Englisch sprechen. Auch in der französischen bande dessinée findet man – begünstigt durch die große Rolle, die die direkte Rede in Sprechblasen einnimmt – zahlreiche Darstellungen verschiedenster Sprachen: vom Deutschen über das Englische und Spanische bis hin zum Chinesischen, Arabischen oder zu Kreolsprachen.
Stereotypen vs. authentische Wiedergabe
Der Vortrag liefert einerseits einen Überblick über die Mittel, die die bande dessinée zur Inszenierung von Sprachen verwendet, die von der Basissprache Französisch abweichen. Andererseits wird anhand verschiedener Beispiele erörtert, inwiefern sich diese Darstellungen auf einem breiten Spektrum zwischen stereotypisierenden Repräsentationen, möglichst authentischer Wiedergabe und vertiefter Reflexion über Mehrsprachigkeit bewegen – unter anderem durch metaphorische Elemente auf der Bildebene.
Die Referentin PD Dr. Beate Kern ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock und zählt zu den profilierten Forscherinnen im Bereich der Comic- und Graphic-Novel-Forschung. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sie sich insbesondere mit den sprachlichen und narrativen Gestaltungsmitteln von Comics, mit Mehrsprachigkeit sowie mit Fragen der visuellen und multimodalen Kommunikation. Durch zahlreiche Publikationen und Vorträge hat sie sich als ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Comicforschung etabliert.
Alle Interessierten sind eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich; auch Studierende und Gäste, die nicht am Hauptseminar teilnehmen, sind ausdrücklich willkommen.
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