Weill Brecht Brecht ist.

BRECHTFESTIVAL ★ Nach über 20 Jahren bringt das Staatstheater Augsburg  »Die Dreigroschenoper« zurück auf die Bühne der Geburtsstadt Bertolt Brechts. Premiere ist beim Brechtfestival, das Stück ist in Folge bis Mai 2026 zu sehen. Tickets sind bereits rar.

Nach über 20 Jahren bringt das Staatstheater Augsburg »Die Dreigroschenoper« zurück auf die Bühne der Geburtsstadt Bertolt Brechts. Die Neuinszenierung in der Regie von Sapir Heller ist der Höhepunkt des Theaterbeitrags zum Brechtfestival 2026 (27. Februar bis 1. März), bei dem das Staatstheater als größter institutioneller Partner auftritt. Neben drei Vorstellungen von Die Dreigroschenoper zeigt das Fünfspartenhaus auch Die Hamletmaschine von Heiner Müller mit ebenfalls drei Vorstellungen innerhalb des Brechtfestivals. Begleitende Workshops und inklusive Angebote knüpfen an den konzeptionellen Ansatz der neuen Festivalleitung an.

Die Dreigroschenoper ist während des Brechtfestivals jeweils um 19:30 Uhr am Freitag, 27. Februar (Premiere), am Freitag, 27. Februar, am Dienstag, 3. März, und Freitag, 6. März, im martini-Park zu sehen. Nach dem Festival folgen weitere Vorstellungen bis Mai 2026. Alle Infos und TICKETS unter  www.staatstheater-augsburg.de.

Thomas Prazak als Mackie Messer

Die renommierte israelische Regisseurin Sapir Heller inszeniert Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann mit einem großen Ensemble aus musikalisch versierten Schauspielerinnen und Schauspielern, Mitgliedern der Augsburger Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Ivan Demidov sowie einer Band aus lokalen Musikern (Leitung Schauspielmusik: Stefan Leibold).

Die Rolle des Macheath, genannt Mackie Messer, übernimmt Ensemble-Mitglied Thomas Prazak. In den weiteren Rollen sind Natalie Hünig, Patrick Rupar, Sebastian Müller-Stahl und Mirjana Milosavljević vom Staatstheater Augsburg sowie Olivia Lourdes Osburg und Samantha Ritzinger als Gäste zu erleben.

Brecht-»Fangirl«

Sapir Heller • Foto: Martin Schmidt

Sapir Heller, die nach eigenen Worten »mit Brechts Texten Deutsch gelernt« hat und zuletzt in Tel Aviv seine Mutter Courage inszenierte, schätzt an seinen Werken, dass sie »die ganz großen gesellschaftlichen und politischen Themen behandeln – und das mit allen zur Verfügung stehenden Unterhaltungsmitteln des Theaters«, so die Regisseurin. »›Die Dreigroschenoper‹ jetzt hier in Augsburg inszenieren zu dürfen, ist für mich als Brecht-Fangirl wirklich etwas ganz Besonderes.«

Schonungslos legt Die Dreigroschenoper offen, wie bürgerliches und kriminelles Geschäftsverhalten ineinander übergehen. Moral hat hier – wie das sprichwörtlich gewordene Zitat »Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral« deutlich macht – keinen Platz. Die gezeigten Mechanismen von Macht, Machterhalt und dem Willen zum Überleben machen die 1928 uraufgeführte Geschichte aus der Halbwelt der Bettler:innen und Kriminellen bis heute zu einem Spiegel gesellschaftlicher Strukturen.

Mit großer musikalischer Kraft und zeitkritischer Schärfe erzählt Sapir Hellers Neuinszenierung den modernen Klassiker als einen existentiellen Kampf. Die Ausstattung (Kostüme: Slavna Martinovic) setzt dabei auf überraschende Details und ein Wüsten-artiges Niemandsland (Bühne: Anna van Leen), in dem die Figuren um ihr Überleben, aber auch um Macht und Anerkennung ringen – und dennoch immer wieder an ihren eigenen Gefühlen und Beziehungen scheitern.

Sabeth Braun, Leitende Schauspiel-Dramaturgin am Staatstheater Augsburg, sagt zur Entscheidung für Die Dreigroschenoper: »Warum noch länger auf die Wiedereröffnung des Großen Hauses warten? 2002 wurde die letzte Neuinszenierung hier in Augsburg realisiert – wir finden: es ist Zeit für eine neue Sicht auf diesen streitbaren Klassiker.«    pm • auxlit

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