Der Maler, Grafiker und Fotograf Gerald Bauer zu Gast in der 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂-Serie »Lesezeichen«. Am Samstag, 20. Januar, war der Künstler ein wichtiger Gast beim Talk »KI und Kunst« im Glaspalast.
Die neue 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂-Fragebogenserie Lesezeichen fragt nach Lesegewohnheiten und Lesarten – bei Menschen, die auf den ersten Blick vielleicht auch nichts mit Büchern oder Literatur zu tun haben. Denn: Jeder liest, jeder hat seine Lektüren. Ob digital oder via Buch und Zeitung, als Fachzeitschrift oder App, als Sachbuch oder Newsletter.
Gast in der zweiten Lesezeichen-Folge ist der Augsburger Maler, Grafiker und Fotograf Gerald Bauer – der übrigens selbst schon auch viel mit Literatur zu hat. Für Gesprächsstoff sorgte der Künstler mit der unkommentierten Einreichung eines mittels Künstlicher Intelligenz (KI) erschaffenen, aber nicht als solchen deklarierten Bildes bei der 75. Großen Schwäbischen Kunstausstellung. Damit landete er nicht nur auf der Titelseite der Augsburger Allgemeinen (ein ziemlich einmaliger Vorgang im regionalen Kunstbetrieb), sondern initiierte auch vor Ort einen Diskurs über Risiken, Chancen und die Rolle von mittels KI erschaffener Kunst. Am Samstag, 20. Januar (18 Uhr), ist Bauer Talk-Gast bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema im Glaspalast (s.u.).
Für 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂 gab Gerald Bauer Einblick in seine Lesewelt.
LESEZEICHEN • 9 Fragen an Gerald Bauer
– Maler, Grafiker und Fotograf in Augsburg –

Welche Genres lesen Sie hauptsächlich? Wie sind Ihre Lesevorlieben verteilt?
► Zur Zeit nur italienische Romane, des Lerneffekts wegen. Handy liegt immer nebendran als Wörterbuch. Zwischendurch neulich ein Sachbuch über Orientteppiche. Ein faszinierendes Thema.
Wann lesen Sie? Welche Bedeutung haben Lesen, Bücher und Literatur speziell für Sie?
► Ich lese meistens abends vor dem Schlafengehen.
Welche Zeitschriften/Periodika lesen Sie?
► Den SPIEGEL habe ich immer gemocht und war auch einige Jahre Abonnent.
Haben Sie einen oder eine Lieblingsautor/-in? Wo in Augsburg würden Sie sich gerne mit ihm treffen?
► Ich habe keinen Lieblingsautor, und hätte ich einen, würde ich kein Interesse daran haben, ihn oder sie zu treffen.

An welches Buch aus Ihrer Kindheit können Sie sich noch lebhaft erinnern?
► Als Kind war ich einige Zeit im englischsprachigen Ausland. Dort gab es die Ladybird Books, eine riesige Reihe schmaler Non-Fiction-Bände zu allen möglichen Themen wie Wetter, Piraten, Cowboys, Stoffwechsel, Segelboote, Panzer, Weltgeschichte. Ich hatte etliche dieser kleinen Bücher, schon der Erwerb war immer eine Freude.
Welches Buch (oder welche Begegnung mit einem schriftlichen Periodikum) hat Sie geprägt? Und wie und warum?
► Es ist eher die Summe der Bücher, die einen prägt. Und auch die ist nur ein Bestandteil des gesamten Eintrags an Eindrücken. Leuten, die ein einziges Buch als Schlüsselerlebnis anführen können, misstraue ich.
Wenn Sie selbst ein Buch schreiben würden, was für eines wäre es, worüber ginge es? Und verraten Sie uns seinen Titel?
► Aber das habe ich doch längst. Zwei Romanmanuskripte liegen seit Jahrzehnten in der Schublade. Zu einem der beiden habe ich sogar von Kerstin Gleba eine persönliche Absage erhalten, eine Ehre, die nicht jedem zuteil wird. Ich fühle mich geadelt.
Welche/r Nicht-Literat/in sollte Ihrer Meinung nach mal ein Buch schreiben und worüber?
► Lieber würde ich Nicht-Literaten anführen, die KEIN Buch hätten schreiben sollen. Aber aus rechtlichen Gründen muss ich darauf verzichten.
Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
► Alba nera von Giancarlo De Cataldo. Der Lerneffekt, capisci.

👓 • Lesebrille? – leider ja
📖 💻 • Buch oder E-Book? – nur Papier
📑 • Lieblingslesezeichen? – Der Quittungszettel von der Stadtbücherei-Ausleihe
📚 • Hardcover oder Taschenbuch? – Als Heranwachsender fand ich Hardcovers toll, aber nach zahllosen Umzügen kommen nur noch Taschenbücher ins Regal. Immer noch schwer genug.
🛒 • Lieblingsbuchhandlung? – Keine, aber ich gebe Läden den Vorzug vor dem Internet. Wenn ich was bestelle, dann auch nur über die Buchhandlung.
MEINE ❺ LIEBLINGSBÜCHER:
Im Teenager-Alter Der Zauberberg und Mein Name sei Gantenbein. In meinen Zwanzigern Portnoy’s Complaint. Außerdem als physisches Objekt: ein Siddharta-Exemplar, das hat davor Else Buschheuer gehört, und sie hat beim Muffin-Essen kleine Fettflecken auf das Cover gemacht. Sind aber kaum noch zu sehen.
🎨 📷 GERALD BAUER
Gerald Bauer verbrachte seine Kindheit in Oberbayern, Japan und Westafrika. Als Wahl-Augsburger ist er Wiederholungstäter: seit dem Jahr 2000 im Augsburger Stadtteil Hochfeld ansässig, nachdem er Mitte der Achtziger bereits ein paar Jahre am Lech zu Gast war. Damals als Abiturient, Zivildienstleistender, schmächtiger Handlanger eines Bautrupps des Zimmererinnungsmeisterbetriebs sowie als Gitarrist für ruppige Strommusik.
Bauer studierte Architektur in Kaiserslautern und Darmstadt, arbeitete in den höheren Semestern mehrere Jahre in Büros im Rhein-Main-Gebiet und kehrte nach der Geburt seiner Tochter der Branche dauerhaft den Rücken. Als bildender Künstler ist er seit vielen Jahren regelmäßig bei den tradierten Ausstellungen der Region vertreten. 2013 erhielt der den Kunstförderpreis der Stadt Neusäß.
► www.geraldbauer.com

»KI und KUNST – Wir diskutieren Chancen, Risiken und Möglichkeiten.«
Diskussion am Samstag, 20. Januar (18 Uhr) im Glaspalast
Mit Künstlerin Erika Kassnel-Henneberg, Digital- und Theaterexpertin Tina Lorenz, Prof. Dr. Alessandra Zarcone vom Fakultätsrat Informatik der Technischen Hochschule Augsburg, Künstler Gerald Bauer, a3kultur-Journalistin Martina Vodermayer, Horst Thieme und Jürgen Kannler (a3kultur, Moderation). Veranstalter sind a3kultur, der BBK und die Ständige Konferenz Augsburg.
Anmeldung per E-Mail unter ▶reservierung@a3kultur.de
◄ Bild: der Stein des Anstosses – Gerald Bauers »Ohne Titel« (Ausschnitt)
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