Pionier der Renaissance

Zwei neue Werke portraitieren Augsburgs vor 550 Jahren geborenen Renaissance-Maler Hans Burgkmair (1473 – 1531). Der erste moderne Katalog seines zeichnerischen Werks stammt vom Tilman Falk (†], dem früheren Leiter der Augsburger städtischen Kunstsammlungen. Flankiert wird die Publikation durch einen Sammelband neuer Beiträge aus der Burgkmair-Forschung. Herausgeber beider Werke ist Prof. Dr. Wolfgang Augustyn. Er und Kunsthistoriker Prof. Ulrich Söding präsentieren die Bücher im Schaezlerpalais.

Albrecht Dürer und Lucas Cranach gelten als die größten und bedeutendsten deutschen Künstler des 16. Jahrhunderts. Dabei wird aber oftmals ein weiterer wichtiger Vertreter und Pionier der Renaissance im deutschsprachigen Raum vernachlässigt: Der Augsburger Maler Hans Burgkmair. Zu seinen Auftraggebern zählten unter anderem Kaiser Maximilian I. und Jakob Fugger d.Ä. Anlässlich des 550. Geburtstags des Malers und Illustrators in diesem Jahr erscheinen zwei neue Publikationen, herausgegeben von Prof. Dr. Wolfgang Augustyn. Diese werden am Freitag, 27. Oktober 2023 (18 Uhr), in feierlichem Rahmen im Schaezlerpalais präsentiert. Eine der Pubikationen ist dabei der erste moderner Katalog des zeichnerischen Werks Burgkmairs.  

Der Augsburger Maler und Illustrator Hans Burgkmair (1473-1531) zählt zu den vielseitigsten deutschen Künstlern des 16. Jahrhunderts. Sein Werk, das neben Tafelgemälden eine große Zahl an Zeichnungen und Druckgraphiken umfasst, charakterisiert die intensive Auseinandersetzung mit der italienischen Renaissance und das Bemühen um moderne Gestaltungsformen. Er war ein Pionier neuer Techniken und Gattungen: Burgkmair zeichnete früh mit Rötel, erprobte den farbigen Holzschnitt und entwarf Bildnismedaillen.

Kunsthistoriker Prof. Dr. Wolfgang Augustyn (im Bild rechts mit Kunstsammlungs-Direktor Dr. Christof Trepesch) hat zwei neue Publikationen zum Renaissance-Künstler Hans Burgkmair herausgegeben. Diese werden für alle Interessierten in einer Buchpräsentation im Schaezlerpalais feierlich vorgestellt. • Foto: Monika Harrer | Kunstsammlungen und Museen Stadt Augsburg

Neue Werke von Tilman Falk und Wolfgang Augustyn
– Festvorträge mit musikalischem Rahmen

Vorgestellt werden im Schaezlerpalais am Freitag, 27. Oktober, zwei Werke: Tilman Falk: Hans Burgkmair. Die Zeichnungen (Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft) sowie ein Sammelband mit dem Titel: Hans Burgkmair. Forschungen II (Dietmar Klinger Verlag). Herausgeber der beiden Neuerscheinungen ist der Kunsthistoriker Prof. Dr. Wolfgang Augustyn, bis April 2023 stellvertretender Direktor der Abteilung Forschung am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München. Die Vorstellung des Werkes des 2020 verstorbenen Kunsthistorikers Tilman Falk, ist für die Kunstsammlungen und Museen Augsburg eine besondere Ehre: Tilman Falk fungierte von 1982 bis 1989 als Leiter der städtischen Kunstsammlungen und war darüber hinaus ein ausgewiesener Burgkmair-Experte.

Neben der feierlichen Präsentation der beiden Neuerscheinungen wird Prof. Dr. Ulrich Söding vom Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München einen Fest-Vortrag halten. Alle Interessierten sind eingeladen. Der Eintritt ist frei. ~ [pm/auxlit]

Die Bücher:


TILMAN FALK:
HANS BURGKMAIR. DIE ZEICHNUNGEN
Hrsg. von Wolfgang Augustyn.
Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft

Hans Burgkmair der Ältere (1473–1531) war einer der vielseitigsten Künstler seiner Zeit und als Augsburger weit über die Grenzen der Reichsstadt hinaus bekannt. Seine künstlerische Originalität zeigt sich besonders deutlich an seinen Zeichnungen. Vorgelegt wird der erste moderne kritische Katalog des zeichnerischen Gesamtwerks von Hans Burgkmair.

Burgkmairs malerisches Werk umfasst etwa 40 Werke, einschließlich mehrteiliger Altarbilder. Er erhielt prominente Aufträge von Kaiser Maximilian I. oder Jakob Fugger. In der Kunstgeschichte als einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit geltend, stand er jedoch im Schatten seiner großen Zeitgenossen Albrecht Dürer, Baldung Grien und Lucas Cranach. Die Zeichnungen, von denen ungefähr 80 erhalten sind, zeigen Burgkmair als ausgesprochen unkonventionell-erfindungsreich und experimentierfreudig. Dies gilt auch für seine Porträtzeichnungen. Bild- und Grafikentwürfe führte er als lavierte Federzeichnungen aus, ebenso die wenigen erhaltenen Entwürfe für Skulpturen. Die meisten Kopfstudien, Charakterköpfe oder Bildnisse sind in Kreide oder Kohle angefertigt. Seine späten Kompositionsentwürfe sind mit großer Freiheit rasch skizziert und belegen seine schöpferische Kraft noch in seinem Spätwerk.

Der Bildband, beginnend mit Burgkmairs Selbstbildnis als Zwölfjähriger, zeigt Burgkmairs eigenhändige Zeichnungen, in der seiner Werkstatt gefertigte Kopien und weitere Zeichnungen, die sich nicht sicher beurteilen lassen, weil sie entweder verschollen sind oder in ihrer Zuschreibung an den Augsburger Künstler fraglich bleiben, ergänzt um Zeichnungen, die in der Forschung Burgkmair zugeschrieben wurden, aber aus dem zeichnerischen Werk auszuscheiden sind. Der Leserschaft werden dabei 38 Farb- und 190 sw-Abbildungen vor Augen geführt, jeweils begleitet von Informationen zu den einzelnen Werken, ihrem Aufbewahrungs- oder Präsentationsort, Anmerkungen und Literaturhinweisen. Ein Vorwort der Herausgebers und ein Vorwort des Verfassers eröffnen den Band, gefolgt von einer Einführung zu Burgkmair als Zeichner.

Der Verfasser hat das in diesem Buch vorgelegte Material über viele Jahre gesammelt und hier seine lebenslange Beschäftigung mit Hans Burgkmair zusammengefasst. Er konnte das Manuskript noch kurz vor seinem Tod abschließen. Sein Buch ist der erste moderne kritische Katalog des zeichnerischen Gesamtwerks von Hans Burgkmair. ~ [verlagstext / auxlit]


HANS BURGKMAIR. NEUE FORSCHUNGEN II
Hrsg. von Wolfgang Augustyn.
Dietmar Klinger Verlag

Dem 2018 veröffentlichten ersten Band mit neuen Forschungen zu Hans Burgkmair d. Ä., den Beiträgen der 2014 im Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München veranstalteten Tagung, folgt nun ein zweiter Band mit neuen Forschungen zu Leben und Werk, mit Texten von Annette Kranz, Ulrich Söding, Christoph Bellot, Guido Messling, Hilja Droste und Martin Hirsch. Sie erläutern Leben, Familie und Arbeitsumstände des Künstlers, vertiefen verschiedene Fragen zu seiner Italienrezeption, seiner Arbeitsweise und seiner Bedeutung für das im frühen 16. Jahrhundert nördlich der Alpen neuartige Medium der Medaille. ~ [verlagstext / auxlit]

Beiträge:

📄 Annette Kranz: Hans Burgkmair – Das Leben des Künstlers nach Archivalien und Selbstzeugnissen. Zur Lebenswirklichkeit einer Augsburger Malerfamilie vom ausgehenden 15. bis zum beginnenden 17. Jahrhundert, mit einem Exkurs zu Burgkmairs Tätigkeit für das Plattnerhandwerk

📄 Ulrich Söding: Hans Burgkmair und Jörg Breu der Ältere: ‚Italienische‘ Madonnenbilder in Augsburg

📄 Christoph Bellot: Welsches bei Hans Burgkmair

📄 Guido Messling: Burgkmair, Bellini und der Kaiser. Die Bildnisse Friedrichs III. und Eleonores

📄 Hilja Droste: Die ganze Welt in Augsburg – Überlegungen zum Bild Geschichte der Esther
von Hans Burgkmair


📄 Martin Hirsch: Hans Burgkmair und die Medaille


🎓 TILMAN FALK [†] (Hans Burgkmair. Die Zeichnungen)
Tilman Falk (1936–2020), international angesehener Fachmann für die Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts, war nach Studium und Promotion (Burgkmairstudien) in Berlin 1964 am Baseler Kupferstichkabinett tätig, dann langjähriger Direktor der Städtischen Museen und Kunstsammlungen der Stadt Augsburg, zuletzt von 1989 bis 2000 Direktor der Graphischen Sammlung in München.

🎓 Der Herausgeber WOLFGANG AUGUSTYN (Hrsg. beider vorgestellten Bücher)
Wolfgang Augustyn ist stellvertretender Direktor des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München und Vorsitzender des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft.


Tilman Falk: Hans Burgkmair. Die Zeichnungen.
Hrsg. von Wolfgang Augustyn
38 Farb- u. 190 sw-Abb.
Leinen, mit Schutzumschlag, 288 Seiten
Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft 2023
Format: 24 x 30 cm

ISBN 978-3-87157-257-9

Wolfgang Augustyn (Hrsg.): Hans Burgkmair. Neue Forschungen II.
Veröffentlichungen des Zentralinstituts, Bd. 67

Allonge-Broschur, 714 Seiten mit 290 Abbildungen
Dietmar Klinger Verlag 2023
Format: 27 x 17 cm
ISBN 978-3-86328-196-0


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