Der Historiker Dr. Dieter Voigt legt sein neues zweibändiges Werk »Die Augsburger Baumeisterbücher 1402 – 1440« vor. Die Analyse städtischer Rechnungsbücher aus dem Spätmittelalter portraitiert eine Wirtschaftsgeschichte, die bundesweit einmalig ist.
Wie finanzierte sich die freie Reichsstadt Augsburg im Spätmittelalter? Woher bezog sie ihre Einnahmen? Und wofür wurden die öffentlichen Gelder ausgegeben? In den zwei Bänden hat der Historiker Dr. Dieter Voigt die städtischen Rechnungsbücher von Augsburg im Spätmittelalter erfasst und analysiert. Die Augsburger Baumeisterbücher 1402–1440 heißen die zwei Bände (context Verlag Augsburg Nürnberg); Band 1 gibt eine Einführung und Analyse, Band 2 eine Transkription.
Die Rechnungsbücher, die so genannten Baumeisterbücher, stellen mit 30,3 Regalmetern und 379 Bänden die größte serielle Quellenkategorie des Stadtarchivs Augsburg dar. Sie umfassen einen Zeitraum von 1320 bis 1786, von dem die ersten 120 Jahre jetzt erschlossen wurden. In diesem Projekt wurden die Bücher des Zeitraums 1402 bis 1440 erfasst. Dadurch wurde zum ersten Mal sichtbar, wie sich das mittelalterliche Augsburg finanzierte: die Einnahmen, aber auch die Ausgaben. Nicht Zölle oder diverse Steuern waren dabei die größten Finanzquellen, sondern »Ungelder« auf nahezu alle Dinge des täglichen Lebens, die wir heute als Sondersteuern bezeichnen.
Enorme Summen für soziale Leistungen


Auf der Ausgabenseite waren unter der Stadtverwaltung durch die Zünfte der Ausbau des Kanalsystems für den wirtschaftlichen Aufschwung Augsburgs von größter Bedeutung. Um die Stadt zu schützen, waren größere Ausgaben für den Ausbau der Stadtbefestigung, für Söldner und deren Bewaffnung notwendig. Die Kommunikation mit anderen Städten und dem Reich war ebenfalls sehr kostenintensiv. Für damalige – mittelalterliche – Verhältnisse wurden von der Stadt enorme Summen für soziale Leistungen aufgebracht: Findel- und Waisenkinder, arme und kranke Bürger Augsburgs erhielten immer wieder finanzielle Zuwendungen und Naturalien in Form von Stoffen.
Insgesamt ergeben die Baumeisterbücher einen bisher unbekannten Einblick in das städtische Leben einer mittelalterlichen Stadt von der Größe Augsburgs. dem Leben“ zusammenfassen kann. Der aktuellen Veröffentlichung im context Verlag Augsburg Nürnberg ging zum gleichen Thema voraus Voigts Veröffentlichung Die Augsburger Baumeisterbücher des 14. Jahrhunderts (2 Bände) im Wißner-Verlag.
🎓 Dr. DIETER VOIGT
Geboren in Leipzig, Geschichtsstudium in Augsburg, ehemaliger Pharmareferent. Magisterarbeit über die Augsburger Baumeisterbücher, 2004 – 2010 ehrenamtliche Arbeit im Stadtarchiv Augsburg. 2014 Promotion über die Augsburger Baumeisterbücher des 14. Jahrhunderts, veröffentlicht 2017 im Wißner-Verlag.
Dieter Voigt: Die Augsburger Baumeisterbücher 1402–1440, 2 Bände
context Verlag Augsburg-Nürnberg, 2023
Format: jeweils ca. 30 x 21,4 cm
– Band 1: Einführung und Analysen
Hardcover, 92 Seiten
ISBN: 978-3-946917-40-3
– Band 2: Transkription
Hardcover, 912 Seiten
ISBN: 978-3-946917-41-0
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