Premiere ★ Franz Kafkas Erzählung »Die Verwandlung« ist ab der Spielzeit 2026/27 in Augsburg und Winterthur als Oper zu erleben. Die deutsch-schweizer Koproduktion verwandelt die »Verwandlung« in Musiktheater.
Franz Kafkas Erzählung Die Verwandlung ist ab der Spielzeit 2026/27 in Augsburg und Winterthur als Oper zu erleben: Am Freitag, 18. September 2026, feiert dieses Werk, komponiert von Gordon Kampe, in Winterthur (CH) seine Uraufführung und ist dort bis zum 26. September zu sehen, ab Samstag, 10. Oktober 2026, wird es in Augsburg aufgeführt. Die Koproduktion ist eine Erweiterung der bereits viele Jahre währenden Zusammenarbeit beider Theater. Die Regie für Die Verwandlung liegt beim Augsburger Staatsintendanten André Bücker.
Das Libretto stammt vom renommierten Dramatiker Philipp Löhle, der Kafkas weltbekannter Geschichte einen interessanten Perspektivwechsel verliehen hat: Wie der junge Mann Gregor Samsa zu einem Käfer wird, erleben wir nicht aus seiner eigenen Perspektive, sondern aus Sicht der verschiedenen Familienmitglieder. Diese Vielschichtigkeit macht den Stoff für Regisseur und Intendant André Bücker ideal für eine Oper. Außerdem wird dabei deutlich wahrnehmbar, wie Kafka in diesem Werk den Zustand der bürgerlichen Familie sowie unserer Gesellschaft und ihrem Grad an Menschlichkeit reflektiert: »Mit ihrem genauen Blick auf die Entfremdung des Menschen durch die Moderne trifft Kafkas Erzählung sehr genau den Nerv unserer heutigen Zeit«, so Bücker.

Die Idee, das Stück zu einer Oper zu vertonen, hatte der Programmleiter des Theater Winterthur Thomas Guglielmetti. Die Augsburger Operndirektorin Sophie Walz machte daraufhin den Vorschlag, den Komponisten Gordon Kampe zu verpflichten. »Eine Verabredung, wie wir das mit dem Staatstheater Augsburg zusammen produzieren, waren dann die nächsten Schritte. Ein Glücksfall, wenn man die richtigen Partner zur Hand hat und Lust darauf, gemeinsam etwas Neues zu schaffen«, freut sich Thomas Guglielmetti.
Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Komponist Gordon Kampe, von dem bereits an die zwanzig Musiktheaterwerke mit großem Erfolg aufgeführt wurden, war sofort begeistert von Löhles Zugriff auf Kafkas berühmtes Werk. Kampe gibt der Vielschichtigkeit der Geschichte und der Figuren musikalisch Raum: »Mich interessiert keine saubere musikalische Einheitlichkeit. Ich mag Brüche. Wenn plötzlich mitten im düsteren Kafka-Stoff ein völlig bescheuerter Operettenwalzer auftaucht oder eine cheesy Musicalnummer beginnt, dann wirkt das sehr kurzweilig und ein bisschen wie ein kaputter Wozzeck. Alles ist eine Mischung aus Lüge und Übertreibung – und klingt manchmal fast nach schrägem Broadway.«
Ein fünffacher Käfer
Die Rolle des Käfers wird für diese Oper auf ein fünfköpfiges Ensemble erweitert, was ihm sowohl Vielstimmigkeit als auch raumgreifende Gestaltungsmöglichkeiten auf der Bühne verschafft. Mit Avtandil Kaspeli (Vater), Kate Allen (Mutter), Olena Sloia (Dienstmädchen), Claudio Zazzaro (Prokurist), Wiard Witholt (Schlosser) und Shin Yeo (Arzt) ist die Inszenierung weitgehend aus dem Opernensemble des Staatstheater Augsburg besetzt. Die Rolle der Schwester von Gregor Samsa übernimmt als Gast die Sopranistin Franziska Zwink. Es spielen in den jeweiligen Städten das Musikkollegium Winterthur und die Augsburger Philharmoniker, geleitet vom 1. Kapellmeister Ivan Demidov (Staatstheater Augsburg).
Seit der Spielzeit 2019/20 war das Staatstheater Augsburg schon mehrfach mit Schauspiel- und Opernproduktionen am Theater Winterthur zu Gast. Im Musiktheater erfreuten sich etwa Orfeo ed Euridice in der außergewöhnlichen Inszenierung mit VR-Brillen oder Verdis La traviata großer Beliebtheit beim Schweizer Publikum. ⟴ pm • auxlit
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