Große Stilisten, Sprachkraft und überraschende Entdeckungen

Die 33. Ingolstädter Literaturtage (16. – 28.4.26) gehen an den Start. Der schweizerisch-deutsche Schriftsteller Jonas Lüscher kuratiert das Festival im Festival. Dem Marieluise-Fleißer-Preisträger gelingt eine hochkarätiger Themenmix aus verschiedensten literarischen Temperamenten. Es lesen u.a. die Georg-Büchner-Preis-Trägerin 2025 Ursula Krechel, Suhrkamp-Autorin Mina Havas und Laura Freudenthaler. Der Ticket-Vorverkauf hat begonnen.

Von Donnerstag, 16., bis Dienstag, 28. April 2026, finden zum 33. Mal die Ingolstädter Literaturtage statt. Auf das Publikum aus nah und fern warten Lesungen voller Themenvielfalt, aber auch Nachwuchsförderung und Workshops. Wie immer gibt es ein Festival im Festival, welches immer vom aktuellen Marieluise-Fleißer-Preisträger gestaltet wird. 2026 ist dies der schweizerisch-deutsche Schriftsteller und Essayist JONAS LÜSCHER. 2025 stand sein Roman Verzauberte Vorbestimmung auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, dieses Jahr erhielt Lüscher den Schweizer Literaturpreis, 2025 neben dem Ingolstädter Marieluise-Fleißer-Preis den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis.

Raphaëlle Red • Foto: © Adeline Rapon

Die Ingolstädter Literaturtage werden am Donnerstag, 16. April, 20 Uhr im Georgianum von RAPHAËLLE RED eröffnet ( TICKETS). Sie liest aus ihrem Debütroman Adikou, eine Road-Novel über die Phantome der Vergangenheit, über Scham und über Wut und darüber, was es bedeutet, bei sich zu sein. Der Titel des Werkes ist auch der Name der Protagonistin, Adikou. Auf einer Reise entlang der westafrikanischen Küste bis in die USA sucht sie nach einem Platz in der Geschichte – und schafft sich ein Erbe aus Schlangenhäuten, Skylines und stickigen Nächten.

Die Eröffnung der Literaturtage ist ebenfalls Auftakt für das Festival im Festival. Jonas Lüscher hat dafür weitere Autorinnen engeladen: Daniela Dröscher, Laura Freudenthaler und Mina Hava:

Daniela Dröscher • Foto: © Heike Bogenberger

17 Jahre nach der Erstausgabe erscheint nun DANIELA DRÖSCHERs Debüt Die Lichter des George Psalmanazar unter dem Titel Der falsche Japaner neu. Ein guter Moment für Jonas Lüscher, um mit der Autorin über ihre Entwicklung als Schriftstellerin zu sprechen und einen neuen Blick auf ihren George Psalmanazar, den falschen Japaner, zu werfen.

Fr, 17., April | 20 Uhr TICKETS
Georgianum (➳ Hohe-Schul-Straße 5, 85049 Ingolstadt)

Laura Freudenthaler • Foto: © Clemens Schmiedbauer

Jonas Lüscher beschreibt LAURA FREUDENTHALTER nicht nur als eine große Stilistin, sondern in gewisser Weise eine Unbeugsame, die ganz unzeitgemäß ihr Projekt verfolgt, nämlich das Schreiben als Lebensform zu vollziehen. Sperrig und doch dünnhäutig und von großer Ernsthaftigkeit ist ihre Literatur. InIris beschreibt sie, was es für eine Frau bedeutet, dass Erfahrungen in ihre Körper eingeschrieben sind, über Generationen und Jahrhunderte hinweg.

Sa, 19., April | 20 Uhr TICKETS
Georgianum (➳ Hohe-Schul-Straße 5, 85049 Ingolstadt)

Cover: © Suhrkamp Verlag

MINA HAVASDebüt Für Seka ist für Jonas Lüscher eine Entdeckung. Eine ebenso souveräne wie eigenwillige Montage aus Erinnertem und Erforschtem, ein dichtes Gewebe aus Privatem und Politischem, aus Erlebtem und Erlesenem. Ein dringlicher Text, der davon erzählt, wie Seka mit Anfang zwanzig nach den Spuren ihrer zerbrochenen Familie und ihres bisherigen Lebens sucht.

Sa, 18., April | 20 Uhr TICKETS
Georgianum (➳ Hohe-Schul-Straße 5, 85049 Ingolstadt)

Ödön-von-Horváth • Foto: © Ödön-von-Horváth-Gesellschaft
M. Fleißer • Foto: © Georg Emslander

Aus Anlass des 125. Geburtstages der beiden literarischen Größen MARIELUISE FLEIßER und ÖDÖN VON HÖRVÁTH, die sich zu Lebzeiten wohl nie begegnet sind, holen die Marieluise-Fleißer-Gesellschaft, die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft und das Ingolstädter ➽ Marieluise-Fleißer-Haus dies jetzt im Rahmen der Literaturtage nach: durch eine gemeinsame Musikalische Lesung mit dem Titel ENDLICH! FLEIßER TRIFFT HORVÁTH!. Es lesen Ingrid Cannonier und Michael Grimm, die musikalische Gestaltung übernehmen Carola Schlagbauer, Werner Breuer und Franz Schlagbauer.

Mo, 20. April | 20 Uhr TICKETS
Altstadttheater (➳Kanalstraße 1A, 85049 Ingolstadt)

Ursula Krechel • Foto: © Heike Steinweg Photography

Als nächstes ist die preisgekrönte Schriftstellerin URSULA KRECHEL zu Gast. Sie erzählt aus ihrem Roman Sehr geehrte Frau Ministerin mit einer Sprachkraft von existenziell gefährdeten Frauen und von politischer Gewalt. Für ihr Gesamtwerk wurde sie 2025 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

Do, 23. April | 20 Uhr TICKETS
Studio im Herzogskasten (➳ Hallstraße 2, 85049 Ingolstadt)

Stephanie Schneider • Foto: © Martin Bühler

Die preisgekrönte Kinderbuchautorin STEPHANIE SCHNEIDER kommt am 26.4. für eine Lesung zu den Literaturtagen. Im Mittelpunkt stehen ihre beliebten Geschichten aus der Reihe Grimm und Möhrchen – warmherzige, witzige und poetische Erzählungen über Freundschaft, Fantasie und die kleinen großen Abenteuer des Alltags. Gemeinsam mit dem liebenswerten Buchhändler Grimm und seinem überraschend klugen Zesel Möhrchen tauchen die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer in eine Welt voller Humor, Herz und wunderbarer Einfälle ein. Für Kinder ab 5 Jahren.

So, 26. April | 14 Uhr TICKETS
KAP94 (➳ Jahnstraße 1a, 85049 Ingolstadt)

Regionale Szene, Nachwuchsförderung, Schreibwettbewerb & Workshops

Weiterhin eine feste Säule der Literaturtage bleibt die Unterstützung der regionalen Szene. So steht auch dieses Jahr die LITERARISCHE NACHT (Freitag, 24. April, Neue Welt, 19 Uhr) auf dem Programm. Im Rahmen dieses Formats (Eintritt frei) gibt der Ingolstädter Autorenkreis, eine Plattform für regionale Autorinnen und Autoren, Einblicke in sein literarisches Schaffen. Des Weiteren tragen die jeweils Erstplatzierten der beiden höheren Altersgruppen beim SCHANZER SCHREIBWETTBEWERB für Schülerinnen und Schüler ihre prämierten Geschichten vor. Durch den Abend führt Jens Rohrer. Musikalisch umrahmt wird die diesjährige Literarische Nacht von Lucia Falina. Die Ingolstädter Musikerin singt und spielt Gitarre und schreibt ihre eigenen Songs in ihrer selbst entwickelten Sprache Falina.

Sie war Brechtfreundin und hatte den Augsburger Dichter anfangs auch als Mentor: Marieluise Fleißer. Es lohnt sich, den Besuch der Literaturtage Ingolstadt mit einer Einkehr im Marieluise-Fleißer-Haus zu tun.


Ebenso bedeutend ist die Förderung des Nachwuchses. Viele Jahre schon gibt es den oben erwähnten Schreibwettbewerb für Schülerinnen und Schüler und dieses Jahr ließen die jungen Literatinnen und Literaten zum Thema Ich sehe was, was du nicht siehst ihren Gedanken freien Lauf. Man darf gespannt sein, wer sich bei der PREISVERLEIHUNG (Freitag, 17.4.) in der Hauptstelle derSparkasse Ingolstadt Eichstätt über eine Prämierung freuen kann.

Im Rahmen der Ingolstädter Literaturtage stehen auch Workshops auf dem Programm:
Los geht es mit dem kostenlosen Workshop zum Thema KREATIVES SCHREIBENMEHR ERFAHREN. Die Termine im Stadtheater Ingolstadt sind Samstag, 18. April, (10 Uhr, Zielgruppe: Kinder ab 9 Jahren) und Samstag, 18. April, 12 Uhr (Zielgruppe: Erwachsene ab 16 Jahren). Anmeldung unter: theatervermittlung@ingolstadt.de.

Weiter geht es mit einem Workshop zur INSZENIERUNG DES THEATERSTÜCKS »STERNTAGEBÜCHER«: Lesen, hören, hörbar machen ➽ MEHR ERFAHREN. Auch hier ist die Teilnahme ist kostenlos. Termin:Sonntag, 26. April, von 16 bis 18 Uhr, Stadttheater
Anmeldung unter: theatervermittlung@ingolstadt.de. TICKETS für die anschließende Vorstellung Sterntagebüchergibt es online auf Eventim Anzeige , im Westpark Ingolstadt sowie über ticket-regional.de.

Schon zwei Tage später steht eine Premiere auf dem Programm (Di, 28.4.). Die Kinder des THEATERSPIELCLUBS zeigen eine szenische Lesung mit dem Titel »Held*innen«. Darin präsentieren die Jungen und Mädchen ihre mutigen Figuren und malerischen Orte.
Diese Veranstaltung ist kostenfrei und wird vom Stadttheater Ingolstadt veranstaltet.


WEITERLESEN: Tobias Klein, Leiter des Kulturamts der Stadt Ingolstadt,  zu Gast in der 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂-Serie »Lesezeichen«. Der Veranstalter der Ingolstädter Literaturtage gibt Einblick in seine Lesewelt und Lesegewohnheiten.


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