Nature-Writing-Autor Robert Macfarlane und Schauspieler & Rezitator Willem Dafoe über den beim 💦 Water & Sound Festival gezeigten Film »River«. Zu sehen im Liliom, verbindet der Film Texte aus Macfarlanes Buch »Is a River alive?« mit atemberaubenden Naturaufnahmen und Musik von u.a. Radiohead. Macfarlane spricht über den Umgang mit seinen Texten, Dafoe über die Rezitation der Texte Macfarlanes.
Das ► Water & Sound Festival erkundet in Konzerten, Kunstaktionen, Performances und Panels Flüsse als ökologische und kreative Lebensadern, aber auch als spirituelle Symbole und kulturelle Erinnerungsräume. Für das Festival mit dem Leitmotto Rivers steht ein Buch als zentraler Stichwortgeber und Referenzpunkt im Mittelpunkt: 📘 Sind Flüsse Lebenwesen? [Ullstein] Anzeige von Robert MacFarlane. Texte aus der englischen Originalfassung des 2025 erschienenen Buches sind beim Water & Sound Festival im ► Film River [🇬🇧] zu hören, der am Dienstag, 29. Juli (20:30 Uhr) im Liliom gezeigt wird, gesprochen von Willem Dafoe. Ein Gesprächspanel am Donnerstag, 31. Juli (Umweltbildungszentrum, 19:30 Uhr) widmet sich, ausgehend von Macfarlanes Ideen, einem ► Dialogs über Flussrechte mit verschiedenen Experten. (Eintritt frei, Sitzplatzreservierungen werden empfohlen unter info@waterandsound.de).
Robert Macfarlane, 1976 in Nottinghamshire geboren, lehrt Literaturwissenschaft in Cambridge, ist Essayist und Kritiker und gilt als wichtigster britischer Autor des Nature Writing. In seinem Buch Sind Flüsse lebendig fragt er: Sind Flüsse bloße Materie und Ressource für Menschen und Tiere? Keineswegs, sagt Macfarlane: Sie sind eigenständige Lebewesen mit Rechten. Flüsse sollen frei von Verschmutzung fließen – und ein gesundes, von Menschenhand ungestörtes Ökosystem entwickeln dürfen. Mit diesem radikalen Konzept nimmt Macfarlane in seinem neuen Buch mit auf eine globale Reise, die unser Bewusstsein verändern kann.
ROBERT MACFARLANE: Sind Flüsse Lebenwesen?
Ullstein, 2025
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Bei Ullstein sind von Robert MacFarlane neben 📘 Sind Flüsse Lebenwesen? bislang 📘 Karte der Wildnis und 📘 Alte Wege erschienen. Sein Buch 📘 Die verlorenen Wörter wurde mit dem BAMB Beautiful Book Award 2017 sowie als Hay Festival Book of the Year und als The Sunday Times Top Ten Bestseller ausgezeichnet.
Vom Buch in den Film, vom Text zum Sprechen

River, mit Filmaufnahmen aus 39 Ländern, passt in keine der üblichen Film- oder Dokumentarfilm-Kategorien in Bezug auf Stil, Form oder Genre. Er ist ein orchestraler Konzertfilm, ein außergewöhnliches Filmerlebnis, eine Ode an die Natur und eine Nacherzählung der Geschichte der Flüsse und der menschlichen Zivilisation. Der Film verknüpft atemberaubende Naturaufnahmen mit den Texten von Robert Macfarlane (in englischer Sprache 🇬🇧), gesprochen von Willem Dafoe, mit Musik von Richard Tognetti und dem Australian Chamber Orchestra (ACO) sowie von Jonny Greenwood und Radiohead.
Die Erzählung von River ist sparsam und anschaulich. Robert Macfarlane, der auch als Drehbuchautor agierte, ist dabei sichtlich erfreut, dass die spärliche Gestaltung des endgültigen Drehbuchs neben seinen Texten nicht nur Raum für Musik, sondern auch für Stille lässt. »Ich liebe das Gefühl, eine sehr dünne Linie oder einen Faden zu schaffen, der sich textlich durch den Film zieht, anstatt zu viel zu erklären und zu dominieren«, sagt er.
Diese Reduktion war nicht immer einfach. Mehrere tausend Jahre Menschheitsgeschichte mussten zum Beispiel auf »vielleicht 20 Minuten Film und 200 Wörter« komprimiert werden. »Die Reduktion war ein riskanter, aber auch ein spannender Prozess«, sagt Macfarlane. Mit einem Lachen in der Stimme fügt er hinzu, dass es sich manchmal so anfühlte, als hätte er »kleineMeißel und Skalpelle herausgeholt, um das Drehbuch zurechtzuschneiden«. Macfarlane weiter: »Ich denke, die Leute werden es ein poetisches Drehbuch nennen – mit oder ohne Zustimmung in der Stimme. Einige der Zeilen haben eine epigrammatische Qualität.«
Das Schreiben fiel mit dem weltweiten Ausbruch von Covid-19 zusammen. Robert Macfarlane war in Cambridge und seine Mitautoren Jennifer Peedom und Joseph Nizeti waren in Sydney. Er sagt, dass die Zusammenarbeit mit ihnen in dieser Zeit wie eine Rettungsleine war. »Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich von Angst und Tod umgeben war, und doch war da dieses Projekt, das das Leben und die Hoffnung feierte«. Robert Macfarlane verweist auf die drei Takte des Films: »Zuerst kommt das Staunen, dann die Sorge und dann die Hoffnung. Flüsse sind fabelhaft selbstheilend, wenn man ihnen die Chance dazu gibt.« Allerdings beschreibt er sich selbst als »eher bescheiden als massiv hoffnungsvoll«, dass ihnen diese Chance gegeben wird.
Willem Dafoe: »Ich wollte Worte und Bild klanglich verschmelzen lassen«
»Ich versuche, Töne zu erzeugen, die mit dem Bild flüstern, um Fragen zu stellen und objektive Beobachtungen zu machen«. So sagt der Schauspieler Willem Dafoe über seinen Umgang mit der Erzählung in River. »Ich wollte die Worte nicht über das Bild stülpen oder die Musik illustrieren, sondern sie klanglich verschmelzen lassen. Natürlich gibt es einige Unterstreichungen, aber ich versuche, die Worte einfach Kanäle für Gedanken und Gefühle öffnen zu lassen, ohne sie zu kontrollieren oder eine Idee vorzugeben.«

Willem sah sich das Filmmaterial mit dem Zeitungsbericht ein paar Mal an, bevor er den Text aufnahm. Als er im Studio in Atlanta ankam – Jennifer Peedom war in Sydney – versuchte er zunächst, den Text klar und deutlich darzustellen, »ohne ihn nach Bedeutung oder emotionaler Wirkung zu verbiegen«. (Temp narration ist der Fachjargon für zeitweiliges Erzählen, und in diesem Fall wurde es vo Peedom übernommen). »Jen hat mich dann in verschiedenen Tonarten dirigiert, um die Bilder entweder zu unterstützen oder gegen sie zu arbeiten. Manchmal nahmen wir wild auf, manchmal erzählten wir zu den Bildern. Aber immer geben die Bilder und die Musik den Weg vor.«
Dafoe sagt, dass er den gleichen Prozess anwendet, egal ob er ein Erzähler ist oder auf dem Bildschirm spielt: »Ich habe das Gefühl, dass ich in den Worten und dem Rhythmus des Textes verschwinden möchte – nicht um das Geschriebene zu präsentieren, sondern um es beim Lesen auf mich wirken zu lassen.« Dafoe kannte Robert Macfarlanes Schreiben über seinen Text für Mountain hinaus. »Es verblüfft mich immer noch, dass Willem Dafoe meine Texte liest«, sagt Macfarlane.
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💦 In River wird Filmmaterial aus 39 Länder gezeigt: Australien, Bangladesch, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Brasilien, Kambodscha, Kanada, China, Dominikanische Republik, Ägypten, Äthiopien, Deutschland, Island, Indien, Indonesien, Irak, Italien, Japan, Kenia, Laos, Madagaskar, Mexiko, Mongolei, Myanmar, Nepal, Neuseeland, Nigeria, Norwegen, Pakistan, Panama, Russland, Südkorea, Spanien, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten von Amerika, Usbekistan und Sambia.
► RIVER ist zu sehen am Dienstag, 29. Juli (20:30 Uhr) im Liliom Augsburg
► Das Gesprächspanel DIALOG ÜBER FLUSSRECHTE findet statt am Donnerstag, 31. Juli (19:30 Uhr) im Umweltbildungszentrun Augsburg
֍ Mehr über das Festival, mit einem Interview mit Festival-Kurator Girisha Fernando, ► lesen Sie hier.
EINTRITT & TICKETS
Water & Sound 2025 • Fr, 25. Juli, bis Sa, 2. August 2025
Für die Konzerte im Annahof und auf der Bühne am Kuhsee gilt freier Eintritt, ebenso für die Panels und Artist Talks – Reservierungen werden jedoch empfohlen. Für das Konzert im Parktheater und die Filmvorführung im Liliom sind Tickets unter reservix.de Anzeige, waterandsound.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Tickets für die Aftershowparty im City Club sind abends vor Ort erhältlich. Water & Sound ist Teil des Augsburger Stadtsommers.
► waterandsound.de
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