Dr. Dorothea Sommer ist die erste Frau an der Spitze der Bayerischen Staatsbibliothek. Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume nennt es eine »historische Personalentscheidung«. Sommers Amtsantritt ist am 1. Mai 2025. Einer der Arbeitsschwerpunkte Sommers wird auch das Projekt der Sanierung und Erweiterung der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg sein.
Dr. Dorothea Sommer übernimmt zum 1. Mai 2025 das Amt der Generaldirektorin der Bayerischen Staatsbibliothek. Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume sprach bei der Übergabe der Ernennungsurkunde in München von einer historische Personalentscheidung: »Dr. Dorothea Sommer ist die erste Frau an der Spitze der Bayerischen Staatsbibliothek – und genau die Richtige, die Reputation unserer wissenschaftlichen Universal- und Forschungsbibliothek von Weltrang weiter zu stärken und die Institution zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.« Die Bayerische Staatsbibliothek stehe für Tradition, Exzellenz und Innovation und Sommer sei eine Führungspersönlichkeit, die genau diese Werte verkörpere.
Dorothea Sommer gilt als erfahrene Expertin auf allen bibliothekarischen Handlungsfeldern – von Leitungs- und Managementaufgaben bis zum Bibliotheksbau und zur -planung. Als Stellvertretende Generaldirektorin lenkte sie bereits seit mehreren Jahren die Geschicke der Bayerischen Staatsbibliothek mit. Ihr Vorgänger ist Dr. Klaus Ceynowa.
Sommer will die bundesweit führende Stellung der Bayerischen Staatsbibliothek, einer der größten und bedeutendsten Universal- und Forschungsbibliotheken Deutschlands und Europas in den Handlungsfeldern der Digitalisierung und innovativen Technologien konsequent weiterentwickeln und nachhaltig ausbauen. »Die einzigartigen und vielfältigen Sammlungen dieser Gedächtnisinstitution sollen auch in ihrer digitalen Dimension für Bildung, Wissenschaft, Forschung und auch die breite Öffentlichkeit weiterhin erfolgreich zugänglich sein und vielfältige Vermittlung finden«, so Sommer. Auch die Weiterentwicklung des Leistungsverbunds der Bayerischen Staatsbibliothek mit den zehn regionalen Staatlichen Bibliotheken werde ihr ein besonderes Anliegen sein.

Dorothea Sommer, geb. 1962, studierte Anglistik, Slavistik und Pädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte dort mit einer Arbeit zur mittelenglischen Literatur. Anschließend absolvierte sie ein Studium des Bibliotheksmanagements und Informationsservice an der University of Aberystwyth (Wales, Großbritannien). Von 1990 bis 1997 arbeitete sie als Fachreferentin für Anglistik, Allgemeine Literaturwissenschaft und Kunst an der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Sachsen-Anhalt, deren stellvertretende Direktorin sie von 1997 bis 2013 war. Ab 2013 war sie amtierende Direktorin der ULB Sachsen-Anhalt, seit 1. September 2015 ist sie Stellvertretende Generaldirektorin der Bayerischen Staatsbibliothek.
Dorothea Sommer ist Expertin auf dem Gebiet der historischen Drucke sowie der Digitalisierung. Unter anderem leitete sie in Halle von 1996 bis 2008 das Projekt Verzeichnis der deutschen Drucke des 17. Jahrhunderts, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) förderte. Anschließend koordinierte sie die Pilotphase des Projekts VD 18 – Nationalbibliographisches Verzeichnis und Digitale Bibliothek des 18. Jahrhunderts sowie weitere Pilotprojekte zur Massendigitalisierung und Zeitungsdigitalisierung. Die Pflege und Weiterentwicklung der Erschließungs- und Nachweissysteme für Handschriften, Inkunabeln und die nationalbibliographischen Verzeichnisse des 16., 17. und 18. Jahrhunderts haben für sie einen besonderen Fokus.
Besondere Expertise weist Dorothea Sommer auf dem Gebiet des Bibliotheksneubaus und der Bibliotheksplanung vor. An der Bayerischen Staatsbibliothek hat sie in den vergangenen Jahren federführend einige Projekte initiiert und betreut, die die Verbesserung der Aufenthaltsqualität der Bibliothek für ihre Nutzerinnen und Nutzer, aber auch des Personals zum Ziel hatten. Sie ist betraut mit den notwendigen Erweiterungen der Speicher- und Archivbibliothek in Garching und anderen Außenmagazinen. Ein weiterer ganz wesentlicher Arbeitsschwerpunkt ist zudem mit dem Projekt der Sanierung und Erweiterung der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg gegeben, den sie seitens der Bayerischen Staatsbibliothek zusammen mit der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg wahrnimmt.
Dorothea Sommer ist Mitglied zahlreicher Gremien und Kommissionen des deutschen und internationalen Bibliothekswesens. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift ABI-Technik: Zeitschrift für Automation, Bau und Technik in Archiv-, Bibliotheks- und Informationswesen.
Die Bayerische Staatsbibliothek – eine der bedeutendsten Universalbibliotheken Europas
Die 1558 als Hofbibliothek der Wittelsbacher gegründete Bayerische Staatsbibliothek ist eine der bedeutendsten europäischen Universalbibliotheken und genießt als internationale Forschungsbibliothek internationales Renommee. Als Schatzhaus des kulturellen Erbes, multimedialer Informationsdienstleister für die Wissenschaft und innovative Kraft im Bereich digitaler Dienste ist die Bayerische Staatsbibliothek national und international eine der ersten Adressen für Forschende, Studierende und Informationssuchende allgemein. Sie ist die zentrale Landes- und Archivbibliothek des Freistaates Bayern und nimmt vielfältige Aufgaben der nationalen Informationsversorgung wahr.
Kostbarste Handschriften, seltene Drucke und umfassend ausgebaute Sondersammlungen aus einem jahrtausendealten kulturellen Erbe charakterisieren das weltweit einzigartige Bestandsprofil der Bibliothek. Ihr Gesamtbestand beträgt rund 38,5 Millionen Medieneinheiten, davon knapp 11,4 Millionen Bände, mehr als 53 000 laufende Zeitschriften in elektronischer und gedruckter Form und 147 000 Handschriften. Mit rund 4,3 Millionen digitalisierten Werken verfügt die Bayerische Staatsbibliothek über den größten digitalen Datenbestand aller deutschen Bibliotheken. Im Bereich innovativer digitaler Nutzungsszenarien bietet sie vielfältige Dienste an. Mit der Übernahme des analogen Fotoarchivs der Zeitschrift stern im Jahr 2019 und einem Gesamtbestand von rund 19,4 Millionen Bildern besitzt die Bayerische Staatsbibliothek das größte Bildarchiv in öffentlicher Trägerschaft in Deutschland. ⟴ pm • auxlit
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