L wie Lesen, L wie Landrat

Der Landrat des Landkreises Augsburg und Bezirkstagspräsident des Bezirks Schwabens Martin Sailer zu Gast in der 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂-Serie »Lesezeichen«. Der Initiator der Woche der Büchereien 2024 im Landkreis gibt Einblick in seine Lesewelt und Lesegewohnheiten.

Die 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂-Fragebogenserie Lesezeichen fragt nach Lesegewohnheiten und Lesarten – auch bei Menschen, die auf den ersten Blick vielleicht zunächst nichts mit Literatur zu tun haben scheinen. Denn: Jeder liest, jeder hat seine Lektüren. Ob digital oder via Buch und Zeitung, als Fachzeitschrift oder App, als Sachbuch oder Newsletter.

Gast in der vierten Lesezeichen-Folge ist Martin Sailer, Landrat des Landkreises Augsburg und Bezirkstagspräsident des Bezirks Schwaben. Sailer ist Initiator der ersten Woche der Büchereien 2024 im Landkreis Augsburg. Sie stellt die Bedeutung des Lesens und die von viel Ehrenamt getragene Arbeit der Landkreisbüchereien in den Vordergrund.
Für 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂 gab Martin Sailer Einblick in seine Lesewelt.


LESEZEICHEN • 9 Fragen an Martin Sailer

Landrat des Landkreises Augsburg und Bezirkstagspräsident –

◼️ Welche Genres lesen Sie hauptsächlich? Wie sind Ihre Lesevorlieben verteilt?

Am liebsten lese ich Romane, in denen reale politische und historische Begebenheiten thematisiert und in fiktionale Geschichten eingesponnen werden.

◼️ Wann lesen Sie? Welche Bedeutung haben Lesen, Bücher und Literatur speziell für Sie?

Dokumente und Tageszeitungen lese ich täglich – das ist für meine Arbeit als Landrat unabdingbar. Für Bücher habe ich im Alltag leider keine Zeit, dafür freue ich mich im Urlaub umso mehr darauf.

◼️ Welche Zeitschriften/Periodika lesen Sie?

Die Augsburger Allgemeine und die Süddeutsche Zeitung lese ich regelmäßig. Beides habe ich auch abonniert. Außerdem lese ich noch die NZZ und n-tv online. Hinzu kommen der Spiegel und der Focus, die ich ebenfalls im Abo erhalte.

◼️ Haben Sie einen oder eine Lieblingsautor/-in? Wo in Augsburg würden Sie sich gerne mit ihm treffen?

Mein absoluter Lieblingsautor ist Robert Harris. Seine Bücher finde ich sehr spannend. Er schafft es, historische Ereignisse auf einzigartige Weise mit Fiktion zu verknüpfen. In Augsburg würde ich ihn daher in der Fuggerei treffen, im Landkreis Augsburg würde ich ihn ins Kloster Oberschönenfeld einladen. Beide Orte haben eine wichtige historische Bedeutung. Und ich bin mir sicher, Harris wäre in der Lage, aus beiden Orten einen spannenden Roman zu entwickeln.

Foto: Julia Pietsch

◼️ An welches Buch aus Ihrer Kindheit können Sie sich noch lebhaft erinnern?

In meiner Kindheit waren die Janosch-Bücher der Renner. Auch meinen Kindern habe ich die gerne vorgelesen. Und woran ich mich auch erinnere, ist das wunderschöne Buch Die Raupe Nimmersatt. Das habe ich sowohl als Kind gerne gelesen als auch vorgelesen bekommen. Und meinen Kindern dann auch.

◼️ Welches Buch (oder welche Begegnung mit einem schriftlichen Periodikum) hat Sie geprägt? Und wie und warum?

Erinnerungen von Helmut Kohl. Kohl war eine ganz spannende Persönlichkeit, das wird darin deutlich, mit seinen persönlichen Erlebnissen zum Ende der Kriegszeit, die ihn geprägt haben und sein ganzes politisches Handeln ableiten lassen. Ich fand das faszinierend zu lesen und vor Augen gehalten zu bekommen, wie die Europäische Einigung ihren Ursprung in den Erlebnissen und gezogenen Lehren des Krieges hat.

◼️ Wenn Sie selbst ein Buch schreiben würden, was für eines wäre es, worüber ginge es? Und verraten Sie uns seinen Titel?

Ein Buch über Zukunftsoptimismus. Es würde darum gehen, dass wir in einer Region leben, der es vergleichsweise gut geht und dass wir allen Grund haben, trotz der Herausforderungen mit Optimismus in die Zukunft zu blicken. Ein passender Titel? Nur Jammern hilft nicht.

◼️ Welche/r Nicht-Literat/in sollte Ihrer Meinung nach mal ein Buch schreiben und worüber?

Ich bin bereits so vielen großartigen Persönlichkeiten begegnet, von denen es toll wäre, ein Buch über ihr Leben und ihre Erfahrungen zu lesen. Da kann ich mich unmöglich entscheiden.

◼️ Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?

Von Robert Harris Königsmörder. Aktuell lese ich Was tue ich eigentlich in Meknes? Ein Augsburger Jude als französischer Soldat im Zweiten Weltkrieg von Willy Bernheim.


Lesarten Schnellcheck:

Foto: Julia Pietsch

👓 • Lesebrille? – Ja

📖 💻 • Buch oder E-Book? – Buch

📑Lieblingslesezeichen?Eine Bucheinlage vom Deutschlandmuseum

📚 • Hardcover oder Taschenbuch?– Hardcover

🛒 • Lieblingsbuchhandlung?Meine Bücher kaufe ich immer im stationären Handel. Am liebsten bei Rieger + Kranzfelder in der Maximiliansstraße.


Meine ❺ Lieblingsbücher

• Alle Romane von Robert Harris und Marc Elsbergs Thriller Blackout


Foto: Landratsamt Augsburg

📋 MARTIN SAILER

Landrat Martin Sailer, geboren 1970 in München, hat seine Schulzeit in Augsburg am Gymnasium bei St. Stephan verbracht. Für Politik hat sich Sailer, der in Neusäß lebt, immer schon interessiert. Von 1996 bis 2008 war er Mitglied des Marktgemeinderates Diedorf, von 2002 bis 2008 Mitglied des Kreistages Augsburg, von 2003 bis 2008 zusätzlich Mitglied des Bayerischen Landtags.
2008 wurde Sailer erstmalig zum Landrat gewählt. Seit 2018 ist Sailer der fünfte Bezirkstagspräsident in der Geschichte des Bezirks Schwaben.



WOCHE DER BÜCHEREIEN im Landkreis Augsburg 2024

Programm vom 17. bis Oktober 2024 in 26 Büchereien im Landkreis Augsburg

Umfangreiches Programm für Groß und Klein: Lesungen, literarische Themenabende, bunte Mitmachaktionen für Kinder, Poetry Slam.

www.landkreis-augsburg-kultur.de

Bisher schon in der Reihe Lesezeichen zu Gast:

Anja Güthoff • Bildende Künstlerin – Tierisch viel lesen

Gerald Bauer • Maler, Grafiker & Fotograf – Die Summe der Bücher.

Alexej Gerassimez • Perkussionist & Artist in Residence am Staatstheater Augsburg – Schlag auf Schlag: von Stefan Zweig bis Dune

► WEITERLESEN: Dr. Klaus Metzger, Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg und Germanist, zu Gast bei auxliteras literarischem Questionnaire »auxlese«


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