★ Mit Bildergalerie • Orhan Pamuk – der erste türkische Schriftsteller, der den Literaturnobelpreis erhielt – präsentiert im Lenbachhaus München sein vielseitiges kreatives Schaffen als Autor, Fotograf, Zeichner, Kurator, Museumsgründer und bedeutende politische Stimme unserer Gegenwart.
Das Lenbachhaus München präsentiert von 17. Mai bis 13. Oktober 2024 (⚠️ von 4. – 7. Juni geschlossen, Öffnungszeiten siehe im Anschluss an den Artikel) das weite Schaffensspektrum des Literaturnobelpreis-Träger Orhan Pamuk. Orhan Pamuk. Der Trost der Dinge, so der Titel der Ausstellung. Der türkische Schriftsteller arbeitet auch als Fotograf, Zeichner, Kurator, Museumsgründer. Pamuk erzählt seine Geschichten anhand von Objekten. Ausgehend von seinem Istanbuler Museum der Unschuld mit Alltagsgegenständen zum gleichnamigen Roman überführt er Literatur in den Raum des Museums und schafft begehbare Fiktionen.
Der am 7. Juni 1952 in Istanbul geborene Autor ist der international bekannteste Schriftsteller der Türkei, der erste Autor aus seinem Land, der einen Literaturnobelpreis (2006) erhielt und bedeutende politische Stimme unserer Gegenwart. Pamuk studierte Architektur und Journalismus. Für seine Werke erhielt er u.a. 2003 den Impac-Preis und 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Pamuk zeigt in seinem Museum die Liebesgeschichte des Fabrikantensohns Kemal und seiner schönen Cousine Füsun. Als ihre Beziehung in einer Tragödie endet, richtet Kemal ein Museum ein, in dem Tausende von Gegenständen ausgestellt sind, die ihn an Füsun erinnern. Die Objekte spiegeln zugleich das tägliche Leben in Istanbul zwischen den 1950er und den 2000er Jahren wider – und damit auch Zeitgeschehen, Geschlechterrollen oder das zeitgenössische Kino. In dreidimensionalen Collagen, die wie Wunderkammern eine eigene Welt erschaffen, entfaltet die Macht der Dinge eine poetische Kraft. In München sind 40 Kabinette aus dem Istanbuler Museum zu sehen, die Pamuk für diese Wanderausstellung nachgestaltet hat.
👁️ BILDERGALERIE
Eigens für die Ausstellung entstehen zusätzlich neue Werke, die sich in Auseinandersetzung mit der Sammlung des Lenbachhauses und Künstlern wie Paul Klee und Alfred Kubin mit weiteren Romanen Pamuks verflechten. Indem er über die besondere Art von Trost nachdenkt, die uns Dinge spenden können, greift er Themen auf, die ihn seit vielen Jahren beschäftigen: kultureller Wandel, »Okzidentalismus« und »Orientalismus«, Fiktion und Erinnerung und die Rolle von Museen.
Pamuks bisher weitgehend unbekannte Seite als bildender Künstler wird in weiteren Werkserien teils erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Eine Auswahl seiner Gemälde, Zeichnungen, Skizzenbücher und Notizbücher sowie Fotografien gewährt einen sehr persönlichen Einblick in sein vielschichtiges Œuvre, in dem er sich auf immer neue Weise seiner Heimatstadt Istanbul, ihrer bewegten Historie vom Osmanischen Reich bis zur Republik Türkei sowie den Menschen, die in ihr leben, nähert. In seinen Romanen wie auch seinem konzeptuellen und bildnerischen Werk vermittelt sich dabei ein Seelenzustand der Melancholie oder der kollektiven Stimmung des Hüzün und inspiriert zur Diskussion über das Aufeinandertreffen und Verschmelzen von Kulturen. Orhan Pamuk erschafft daraus ein Gesamtkunstwerk: »Ich schreibe, weil ich die Wirklichkeit nur ertrage, wenn ich sie verändern kann.«
Im Rahmen der Ausstellung wird das Video-Triptychon des Künstlers Ali Kazma A House of Ink gezeigt, das sich mit Pamuks literarischem und künstlerischem Werk, seinem Atelier, seiner Bibliothek und seinem umfangreichen Archiv befasst. ⟴ pm · auxlit

➽ BEGLEITBUCH zur gleichnamigen Ausstellung im Lenbachhaus München
Orhan Pamuk
Der Trost der Dinge
– Münchner Ausgabe –
Carl Hanser Verlag
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Lenbachhaus München, 🗺️ Luisenstraße 33, 80333 München
Öffnungszeiten:
⚠️ von 4. – 7. Juni geschlossen
Montag: geschlossen
Dienstag bis Sonntag und feiertags: 10–18 Uhr
Donnerstag: 10–20 Uhr
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