»aberwitzig« – so der Programmtitel der kommenden Spielzeit 2024/25 am Staatstheater Augsburg. Wie immer sind Bühnenadaptionen literarischer Stoffe und Klassiker der Bühnenliteratur gut vertreten – und auch die Augsburger Puppenkiste mischt dabei mit.
Das Staatstheater Augsburg hat das Programm der kommenden Spielzeit 2024/25 vorgestellt und veröffentlicht. Unter dem Motto »aberwitzig« wird ein üppiges und vielseitiges Programm mit zehn Schauspielpremieren, neun Musiktheaterpremieren und jeweils vier Premieren in Ballett und Digitaltheater geboten. Dabei halten auch zahlreiche literarische Adaptionen und Stoffe sowie Klassiker der Bühnenliteratur Einzug.
Staatsintendant André Bücker ging bei der jährlichen Pressekonferenz in der Brechtbühne auf das Spielzeitmotto »aberwitzig« ein, das er in einen Zusammenhang zu unserer gesellschaftlichen Gesamtsituation stellte: »Viele Dinge können wir uns trotz immer größerer Massen an Informationen einfach nicht mehr erklären. In aberwitzigem Tempo, in ungekannter Rasanz prallen Meinungen aufeinander, wollen Fakten sein und fordern andauernd und damit ermüdend unsere ganze Aufmerksamkeit.« Das Theater sei nicht das Medium, das die Antworten auf alle Fragen der Zeit parat hätte, aber: »Es ist ein Ort, an dem man seine Gedanken, seinen Sinn sortieren kann und der zu konzentrierter Reflexion einlädt.«

Bei der Programm-Präsentation (von links): Staatsintendant André Bücker, die Leitende Dramaturgin Schauspiel Sabeth Braun, der Leitende Regisseur David Ortmann und die Leitende Regisseurin und Kuratorin »Plan A« Nicole Schneiderbauer • Foto: © Jan-Pieter Fuhr
Ibsen, Weill & Brecht, Ferdinand Schmalz
Während diese Woche noch im Rahmen der aktuellen Spielzeit der Klassiker Romeo und Julia Premiere feiert (Samstag, 18. Mai), bringt die kommende Spielzeit 2024/2025 Klassiker wie Henrik Ibsens Nora oder Ein Puppenheim (ab 11. April 2025) und Weill und Brechts Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (ab 25. Januar 2025) auf die Bühne. Ibsens Nora wird inszeniert von Susanne Lietzow – diese kehrt nach Unruhe um einen Friedfertigen mit ihrem künstlerischen Team zurück nach Augsburg. Gemeinsam mit dem Ensemble dringt sie bis in die Untiefen dieses klassischen Stoffes vor und fördert dabei die groteske Maskerade unserer heutigen Gesellschaft in bildgewaltiger Weise zu Tage.
Auch gibt es einen frischen Blick auf Gegenwartsautorin*innen. Mit hildensaga. ein königinnendrama des österreichischen, vielfach preisgekrönten Autors Ferdinand Schmalz wird die Schauspielsaison am 21. September 2024 in der brechtbühne eröffnet. Der österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz hat die Sage bearbeitet und den Fokus auf die beiden Hilden gelegt. Dabei stellt er die bestehenden Machtverhältnisse in Frage und gewährt Kriemhild und Brünhild ein anderes Schicksal als das der unterdrückten und verratenen Frauen in einer von Männern dominierten Welt.

Effi, Ach, Effi Briest von Moritz Franz Beichl widmet sich ebenfalls in neuer Lesart einem vertrauten Epos. Aber auch Agatha Christies Mord im Orientexpress (20. Februar 2025) lädt in Sachen Kult-Krimiliteratur auf der Bühne ein. Christies berühmtester Poirot-Fall findet spektakulär und mit großem Ensemble auf der Bühne des martini-Parks statt. In der Vorweihnachtszeit 2024 wird Charles Dickens‘ Eine Weihnachtsgeschichte (ab 8. November 2024) auf die Bühne finden. Nach dem Erfolg von Alice im Wunderland inszeniert hierbei Yvonne Kespohl mit ihrem Team nun zum zweiten Mal am Staatstheater Augsburg.
Im Rahmen des Brechtfestivals 2025 ist auf der brechtbühne im Gaswerk als Uraufführung Dietmar Daths Deine Arbeit hasst dich, weil sie dich nicht braucht. Eine Übung in digitalem Dämonenfaschismus (ab 22. Februar 2025) zu sehen. Dietmar Dath hat für das Staatstheater Augsburg einen temporeichen und visionären Text geschrieben, in dem er den KI-Hype, new work und die gescheiterten Philosophien der Postmoderne in einem Lehrstück für das 21. Jahrhundert aufeinander krachen lässt.
E.T.A. Hoffmann in Virtual Reality
In einer Koproduktion mit der Augsburger Puppenkiste ist ab Herbst 2024 Der Sandmann nach E.T.A. Hoffmann als VR-Theater zu bestaunen. Regisseur Florian Moch präsentiert den 1816 erschienen Schauerroman, bei der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen, in eigener Fassung und als erste Koproduktion zwischen der Augsburger Puppenkiste und dem Staatstheater Augsburg. Als hybrides Schauspiel in der Spielzeit 2024/25 wird ab 28. Mai 2025 Sybille Bergs Wonderland Ave im Alten Rock Cafe zu sehen sein.
Weitergeführt bzw. wieder aufgenommen werden in der Spielzeit 2024/25 an literarisch konnotierten Stoffen Romeo und Julia, Frankenstein und Mutter Courage und ihre Kinder. Im Programm selbstverständlich weiter mit dabei ist der Poetry Slam. Über neue Termine des Slam-Workshops Write, read out und slam oder eine Fortsetzung des Buchclubs, des Sci-fi Podcasts oder des literarisch immer wieder sehr interessant bespielten Blauen Montags im Alten Rock Café verrät das neue Programm noch nichts.
Am Tag des Theaterfests (30.06.) ist Start des Kartenvorverkaufs
Der Kartenvorverkauf für die Spielzeit 24/25 startet am Sonntag, 30. Juni 2024. Ebenfalls am Sonntag, 30. Juni 2024, ist das Publikum eingeladen, sich beim großen Theaterfest im martini-Park auf die kommende Saison einzustimmen – mit Einblicken in die neuen Produktionen und einem vielfältigen Mitmach-Programm.
Das Spielzeitblatt mit Programm und allen Informationen zur Saison 2024/25 ist als Blätterkatalog online auf ► www.staatstheater-augsburg.de/aberwitzig als Blätterkatalog verfügbar und liegt in allen Spielstätten des Staatstheater Augsburg aus. ► PDF-Download [ staatstheater-augsburg.de]. Alle im obigen Artikel genannten Veranstaltungen finden Sie auch im ► auxlitera-Veranstaltungskalender. ~ [pm/auxlit]
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