Theater-Tyrannei

Das Theater Ulm präsentiert Thomas Bernhards »Der Theatermacher«. Premiere ist am Donnerstag, 7. März, außerhalb der üblichen Theatermauern.

Am Donnerstag, 7. März (19.30 Uhr), zeigt das Theater Ulm seine Premiere von Thomas Bernhards Der Theatermacher. Die Aufführung findet im Gemeindesaal von St. Michael zu den Wengen statt. Das Stück des österreichischen Schriftstellers wurde 1984 veröffentlicht und 1985 erstmals aufgeführt. Die Handlung: Im Gasthof »Schwarzer Hirsch« in Utzbach wird heute eine Komödie gegeben: Theatermacher Bruscon gastiert mit seinem monumentalen Schauspiel »Das Rad der Welt«. Bruscon sieht dieses selbstverfasste Werk als Meilenstein der Theaterkunst an.

Ein Jammer nur, dass niemand die Genialität des selbsternannten Staatsschauspielers zu schätzen weiß: nicht der Wirt, der ihm als Spielort einen heruntergekommenen Tanzraum nebst Schweinestall präsentiert, und auch nicht die Dorfgesellschaft, die lieber ihren traditionellen Blutwursttag begeht. Nichts als Kulturbanausen, Kunstverächter überall! Oder ist es am Ende Bruscon selbst, der das Theater am meisten hasst?

Wohl kaum ein Autor hat dem Typus des Künstler-Tyrannen, der inmitten einer trostlosen Wirklichkeit für das Theater lebt und von ihm gleichzeitig aufgezehrt wird, so unterhaltsam gehuldigt wie Thomas Bernhard. In seinem Theatermacher ist alles maßlos: Bruscons Leidenschaft fürs Theater, der Glaube an die Kunst, die vermeintliche Beschränktheit der Besucher, ganz grundsätzlich aber der Mensch, dieses egozentrische Wesen. ~ [pm/auxlit]

• Das Theater Ulm zeigt das Stück von März bis Mai 2024 Alle Termine im auxlitera-Veranstaltungskalender


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