Der Berliner Lyriker Clemens Schittko liest in Nordendorf. Im Doppelpack mit Musik: Der Gitarrenpoet HF Coltello ist ebenfalls in der Kulturwirtschaft Walden zu Gast.
Unermüdlich sortiert der Berliner Lyriker Clemens Schittko den Müllhaufen der Sprache. Marx’ zu Tode zitiertes Bonmot, man müsse den Verhältnissen ihre eigene Melodie vorspielen, um sie zum Tanzen zu bringen – in Schittkos Gedichten fände es einmal seine Erfüllung. So geschieht es vor allem in Schittkos Lyrikband Artaud ist tot (XS-Verlag), der im Mittelpunkt von Schittkos Lesung am Samstag, 9. März (20 Uhr) in der Walden Kulturwirtschaft in Nordendorf-Blankenburg. Unterstützt wird Schittko vom in Kempten geborenen HF Coltello, der an der Solo-Gitarre, konzertante, oft leicht alpenländische Musik spielen wird.
Schittko hat als Lyriker bereits zehn Gedichtbände mit politisch-satirischen Texten veröffentlicht. In Artaud ist tot wird im manischen Ordnen der Dinge deren Ordnung brüchig, in der Entleerung der Phrasen und Begriffe – durch Wiederholung, Variation, Rhythmisierung – tritt ihre versteckte Bedeutung hervor. Doch Schittkos Montage-Methode entstellt die Phrasenhaftigkeit der Welt nicht nur ideologiekritisch zur Kenntlichkeit, sondern setzt in ihrer Tiradenhaftigkeit auch ihre unfreiwillige, groteske Komik frei. Oder, wie es Deutschlandfunk Kultur formulierte: »Clemens Schittko streckt der Welt den Mittelfinger entgegen.« ~ [pm/auxlit]
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CLEMENS SCHITTKO
Geboren 1978 in Berlin (Ost). Ausgebildeter Gebäudereiniger und Verlagskaufmann. Arbeitete u.a. als Fensterputzer, Kirchwart, Gärtner, Empfangskraft, Lektor und Lagerarbeiter. Zahlreiche Veröffentlichungen als Lyriker. Er lebt in Berlin-Friedrichshain.
– Foto: Juliane Wünsche
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