Workshops & Meisterklassen: Lyrik, Prosa, Graphic Novel

Bis 14. April 2024 läuft die Bewerbungsfrist für die Teilnahme am 36. Schwäbischen Kunstsommer.

Unter dem Motto Kunst leben verspricht die Sommerakademie der Schönen Künste in der Woche vom 27. Juli bis 4. August 2024 Fortbildung auf hohem Niveau. Dabei stehen in der Schwabenakademie in Irsee auch die Kunstfelder Literatur und Comic auf dem Programm. Wer am 36. Schwäbischen Kunstsommer, einer »Künstlerkolonie auf Zeit« teilnimmt, verlässt den Alltag, um sich ganz der Kunst zu widmen. Am 3. August feiern alle Beteiligten gemeinsam mit der Öffentlichkeit das beliebte Abschlussfest „Kunst-Sommernacht“. Bis 14. April 2024 kann man sich für eine Teilnahme bewerben.

13 renommierte Künstler, die an internationalen Hochschulen oder im eigenen Atelier, auf Konzert- und Theaterbühnen oder am Schreibtisch arbeiten, leiten elf Meisterklassen. Darunter sind es Arne Rautenberg (Kiel – Lyrik) und Katja Lange-Müller (Berlin / Rupperswil, Schweiz – Prosa), die die Literatur vertreten und Line Hoven (Hamburg) als Expertin für das Medium Comic/Bildgeschichten. Daneben gibt es Meisterklassen für Malerei und Zeichnung, Textilkunst, Fotografie und Druckgrafik, zeitgenössischer Tanz, Jazz und ein Chor-Projekt.

Qualität, Kontinuität und Innovation, der Dialog und die Kooperation der Künste und der Generationen gehören seit dreieinhalb Jahrzehnten zu den Leitgedanken des Schwäbischen Kunstsommers.

Bis 14. April 2024 läuft die Bewerbungsfrist für die Teilnahme am 36. Schwäbischen Kunstsommer. Nähere Informationen zu Bewerbung, Teilnahme, Preisen und Stipendien stehen auf der Internetseite www.kunstsommer.info


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ARNE RAUTENBERG • LYRIK
»Die ganze Welt in Erstaunen versetzen«

Foto: Birgit Rautenberg

Vita: 1967 geboren in Kiel | Studium der Kunstgeschichte, der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft und Volkskunde an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel seit 2000 freier Dichter und Künstler in seiner Geburtsstadt 2013 Liliencron-Dozentur für Lyrik an der Christian-Albrechts-Universität 2020 Poetik-Dozentur am Literaturinstitut Hildesheim 2024 Joseph-Breitbach-Poetik-Dozentur in Koblenz.

Auszeichnungen – Auswahl: 2022/23 Rompreis der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo 2020 Hermann-Hesse-Stipendium | Kulturpreis der Stadt Kiel 2017 Aufnahme in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung 2016 Josef-Guggenmos-Preis für Kinderlyrik.

www.arnerautenberg.de

TEXT ZUR MEISTERKLASSE • »Wenn du es mal eilig hast, nimm lieber einen Umweg«

Was passiert, wenn man beim Alltäglichen, vermeintlich Banalen ganz genau hinzuschauen beginnt? Dann können Kleinigkeiten plötzlich die ganze Welt in Erstaunen versetzen. Eine Steilvorlage für die Poesie! Experimentieren und ausprobieren ist in dieser Schreibwerkstatt angesagt. Ob gereimt oder ungereimt, kurz oder lang, heiter oder abgründig, Naturgedicht oder visuelle Poesie, ob für Kinder und/oder Erwachsene. Eins ist klar: Gedichte ermöglichen Entdeckungen.

Mit wachen Sinnen lassen sich plötzlich in der eigenen Umwelt interessant funkelnde Splitter auflesen, die unter der Lupe zu glitzern beginnen. Die besondere Sprache oder Form eines Gedichts kann zu neuen Ideen oder Einsichten führen. Die Meisterklasse möchte den allzu großen Respekt vor Gedichten nehmen und zeigen, dass Gedichte ein Medium sind, mit dem man spielen und aus dem man Erkenntnisgewinn ziehen kann. Das Schreiben (und Lesen!) von Gedichten hilft uns, intensiver wahrnehmen und fühlen zu können. Das Leben bekommt einen neuen Dreh!

Details, Teilnahmebedingungen und Bewerbung


KATJA LANGE-MÜLLER • PROSA
»Weil wir lustvoll arbeiten«

Foto (Ausschnitt): Udoweier | CC BY-SA 4.0 via ► Wikimedia Commons

1951 geboren in Ost-Berlin (DDR) | zehn Jahre Schule | Ausbildung zum Schriftsetzer | vier Jahre Arbeit in der Bild-Redaktion der „Berliner Zeitung“ | danach Hilfspflegerin auf geschlossenen psychiatrischen Frauenstationen 1979–1982 Studium am Institut für Literatur in Leipzig 1984 per Ausreiseantrag Übersiedlung nach Westberlin (BRD) | seither freischaffende Schriftstellerin | lebt in Berlin und Rupperswil (Schweiz).

2022/23 Turmschreiberpreis der Stadt Deidesheim 2017 Günter Grass Preis 2013 Kleist Preis 2012/13 Villa Massimo Stipendium 2008 Wilhelm-Raabe-Preis | Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor 1996 Berliner Literaturpreis 1995 Alfred Döblin Preis 1989 Stadtschreiberpreis von Bergen-Enkheim 1986 Ingeborg Bachmann Preis.

www.kiwi-verlag.de/magazin/extras/katja-lange-mueller

TEXT ZUR MEISTERKLASSE • Ein Augenblick – und was daraus wird • Eine Situation erzählen

Anlass für eine Erzählung kann ein Augenblick sein, eine winzige Beobachtung, eine Situation, etwas, dessen weiteren Verlauf wir nicht mitverfolgt haben, das uns aber auch keine Ruhe lässt. Ein solches Fragment einer Begebenheit steht nicht selten am Anfang einer Erzählung, die sich, weil uns die Wirklichkeit Fortgang und Auflösung vorenthalten hat, in jede Richtung entwickeln lässt. Wo dreht sich die Geschichte? Wie endet sie? Gut? Glimpflich? Schlecht? Katastrophal?

Beispiel: Ein ICE hält außerplanmäßig auf einem kleinen, fast menschenleeren Bahnhof. Du schaust genervt aus dem Fester, siehst vier Mädchen, die Gummihopse spielen. Eins der Mädchen beherrscht das Spiel noch nicht gut, verheddert sich, stolpert, knallt mit dem Kopf gegen das steinerne Fundament einer Bank, schreit, blutet. Die Situation erschreckt dich, du fragst dich, wie schlimm es ist und was nun geschehen wird, da fährt dein Zug weiter …

Erzählungen, besonders solche, die so beginnen, verlangen Beobachtungsgabe, Fantasie, Kühnheit, Konzentration, und manchmal werden sie auch das erste Kapitel einer längeren Prosa.

So etwas wollen wir schreiben, eine Art Kurznovelle, die von einer Beobachtung ausgehen kann, einer realen oder einer fingierten. Natürlich besprechen wir diese Texte miteinander, und ich beantworte all ihre Fragen zum »Prinzip« Erzählung.

Details, Teilnahmebedingungen und Bewerbung


LINE HOVEN • COMIC & BILDGESCHICHTEN
»Vom ersten Kuss bis zum Herzschmerz«

Vita: Deutsch-amerikanische Illustratorin, Comiczeichnerin und Autorin 1977 in Bonn geboren 1997–1999 Bühnen- und Kostümbildassistentin am Staatstheater Kassel 1999–2001 Studium der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel; Wechsel zur HAW Hamburg (Studium der Illustration bei Anke Feuchtenberger und Atak) 2002 Anschluss an die Gruppe und das Magazin „Orang“ 2006 Abschluss des Studiums mit der Diplomarbeit „Liebe schaut weg“ seit 2006 Arbeit als freie Comiczeichnerin und Illustratorin in Hamburg 2017 Hans-Meid-Preis 2017 Max-Kade Gastprofessur am Dartmouth College, USA 2018/19 Stipendium in der Sparte Literatur im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg. – Die gefährlichste Art zu zeichnen ist ihr Markenzeichen: mit scharfen Messern die Motive in Schabkarton kratzen.

Auszeichungen: 2008 ICOM-Preis: Bester Independent Comic für „Liebe schaut weg“ 2010 e.o.plauen Förderpreis 2013 Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquium Berlins, vergeben durch die Kulturverwaltung des Berliner Senats

www.linehoven.de

TEXT ZUR MEISTERKLASSE • Liebes-Geschichten

Ein Lob auf das mitreißendste Gefühl der Welt: Wir widmen uns der Erzählung von Liebe in ihren vielfältigen Ausdrucksformen – von den größten Wonnen bis zu den dunkelsten Abgründen, vom ersten Kuss bis zum Herzschmerz. Wir tauchen ein in den Liebesrausch, die Sehnsucht, die Eifersucht, die Verführung oder das fantastische Verknalltsein. Grundlage der Arbeit können eigenes Erl(i)eben oder auch Romanvorlagen, Gedichte oder Popsongs sein, die in Einzelbildern oder Bildsequenzen umgesetzt werden. Nicht die Perfektion steht im Vordergrund, sondern die Freude am Erzählen in Bildern, künstlerische Freiheit entdecken und genießen, etwas Einzigartiges und Persönliches schaffen, das mit überzeugender Erzählkraft glänzt. Bei Interesse besteht die Möglichkeit zu einer Einführung in die Schabkartontechnik.

Gefragt sind kreative Köpfe mit zeichnerischen Grundkenntnissen, die mutig die Herausforderung annehmen, sich der Liebe künstlerisch zu stellen.

Details, Teilnahmebedingungen und Bewerbung


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