Lesarten des St. Ulrich

»Uodalricus online«: Drei mittelalterliche Handschriften über den heiligen Ulrich sind nun digital verfügbar. Das einmalige wissenschaftliche Projekt bietet die Schriften zudem in wissenschaftlich genauer Transkription und als zusätzliches Angebot auch als Audiodatei.

Das Bischöfliche St.-Ulrich-Komitee hat in einem neuen Online-Projekt die Möglichkeit geschaffen, sich dem heiligen Bischof und Bistumspatron Ulrich auf eine neue Art und Weise zu nähern. Mit dem Digitalisierungsprojekt Uodalricus online, das in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Klaus Wolf (Universität Augsburg) und Julia Kessler M.A. entwickelt worden ist, sind nun drei bedeutende mittelalterliche Handschriften mit Überlieferungen zum Leben des Heiligen digital und transkribiert einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Dieses Gemeinschaftswerk ist Teil mehrerer Einzelprojekte zur Erforschung und Vermittlung des Lebens und der Zeit sowie der Verehrungsgeschichte des heiligen Ulrich im Rahmen des Ulrichsjubiläums 2023/24.

Bei dem Unterfangen handle es sich um ein „einmaliges wissenschaftliches Projekt“, betont der Vorsitzende des Ulrichskomitees, Bistumshistoriker Domkapitular Dr. Thomas Groll. Die drei nunmehr online zugänglichen Handschriften seien nicht nur digitalisiert worden, sondern auch in wissenschaftlich genauer Transkription und als zusätzliches Angebot auch als Audiodatei verfügbar. Diese sind nach wissenschaftlichem Standard mit Anmerkungen und weiteren Fußnoten editiert.


Audio-Datei mit Lesung des oben abgebildeten Texts aus »Legenden der Augsburger Heiligen Ulrich, Sintpert, Afra, Eustachius.« (Handschrift A) • Augsburg 1454 • Asset-Einbindung von www.uoldalricus.de

Damit seien die spätmittelalterlichen Lebensbeschreibungen des Heiligen allgemein zugänglich, was vor allem im Geschichts-, Religions- oder auch Deutschunterricht, aber auch für Studierende der Geschichte, Theologie und Germanistik und schlichtweg alle historisch Interessierten erkenntnisreich sein dürfte. Dazu kommt eine kritische Edition der Vita Uoldalrici, die diese wichtigste Ulrichsüberlieferung historisch fundiert in den damaligen Kontext einordnet und die eigene Transkription beziehungsweise Edition mit einem umfangreichen Anmerkungsapparat unterfütter

Seiten aus der Handschrift A, »Legenden der Augsburger Heiligen Ulrich, Sintpert, Afra, Eustachius.« • Johannes von lndersdorf – BSB Cgm 751 • Augsburg 1454 | Bildmaterial: www.uoldalricus.de


Die drei zugänglich gemachten Handschriften entstanden allesamt im 15. Jahrhundert in den Schreibstuben der Augsburger Benediktinerreichsabtei St. Ulrich und Afra. In ihnen schrieben die Mönche die Lebensbeschreibungen und Wunderüberlieferungen des Heiligen sowie weiterer Bistumspatrone auf insgesamt mehr als 1.200 Seiten detailliert und reich illustriert nieder. Die Handschriften befinden sich seit der Säkularisation und der Auflösung der Reichsabtei im frühen 19. Jahrhundert im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek in München.

Die Handschriften sind online ab sofort unter www.uodalricus.de frei einsehbar. Das Projekt ist Teil des Ulrichsjubiläums im Bistum Augsburg, in dem unter dem Motto Mit dem Ohr des Herzens das Doppeljubiläum von 1100. Jahrestag der Bischofsweihe des hl. Ulrich und dessen 1050. Todestag gefeiert wird. Das Festjahr wurde am Ulrichstag, dem 4. Juli 2023 eingeläutet und erstreckt sich bis Juli 2024. ~ [pm/auxlit]


Hier 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂-Newsletter abonnieren:

Sie erhalten etwa je Woche 1 E-Mail mit einem Nachrichtenüberblick.
Sie können diese Benachrichtung jederzeit abbestellen.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben oder für andere Zwecke verwendet. Unsere Datenschutz-Erklärung finden Sie hier.

← Back

Deine Nachricht wurde gesendet

Warnung
Warnung
Warnung.

Kommentar verfassen