Eine zweitägige Konferenz in Augsburg mit Beteiligung der Uni Augsburg beleuchtet das Werk Erhart Kästners. Der vor 50 Jahren verstorbene Schriftsteller und Bibliothekar, aufgewachsen in Augsburg und im »Dritten Reich« konform mit dessen Ideologieträgern, prägte die einstige Griechenland-Imagination in Deutschland wesentlich. In der Nachkriegszeit wirkte er in Augsburg weiter als Journalist.
Am 3. Februar 2024 jährt sich zum fünfzigsten Mal der Todestag Erhart Kästners. Kästner, der in Augsburg aufwuchs und das Gymnasium bei St. Anna besuchte, nach der Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg in Augsburg den literarischen Bericht Zeltbuch von Tumilat verfasste und im Augsburg der Nachkriegszeit vielfältig journalistisch tätig war, hat über Jahrzehnte das Griechenlandbild in Deutschland wesentlich geprägt.
Seine Reisebücher Kreta sowie Ölberge, Weinberg oder Die Stundentrommel vom heiligen Berg Athos erlebten hohe Auflagen. Als Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel war Kästner ferner eine Schlüsselfigur der Frühe-Neuzeit-Forschung. Die zweitägige Konferenz beleuchtet wissenschaftlich das Wirken des Autors.
Die öffentliche Konferenz mit Vorträgen und Diskussion findet am Freitag, 2. (Beginn 14 Uhr), und Samstag, 3. Februar (Beginn 9 Uhr), im Hollbau (Ernst-Troeltsch-Raum, EG) im Annahof im Augsburg statt. Kosten: Eintritt frei, ⚠️ Anmeldung erwünscht bis zum 31. Januar 2024 unter E-Mail ► franz.fromholzer@uni-a.de ~ [pm/unia/evaanho/auxlit]
DAS PROGRAMM:
• Freitag, 02.02.
14.00 Uhr – PD Dr. F. Fromholzer (Augsburg) & PD Dr. Chr. Meid (Freiburg/Osnabrück):
Begrüßung / Einführung
14.30 Uhr – Dr. Ph. Redl (Freiburg):
Erhart Kästners Dissertation »Wahn und Wirklichkeit im Drama der Goethezeit« (1929) im Kontext der zeitgenössischen Forschung
15.15 Uhr – PD Dr. H.-J. Hahn (Basel/Bielefeld)
Als „Sendbote“ Gerhart Hauptmanns im Krieg. Schicksalsgläubigkeit, Mythos und Selbstinszenierung bei Erhart Kästner
16.30 Uhr – Dr. A. Anastasiadis (Hamburg):
»Ich habe in den letzten drei Monaten auf Kreta viel Schönes gesehen und eine gute Zeit gehabt …« Erhart Kästner im Auftrag der Wehrmacht auf Kreta
17.15 Uhr – PD Dr. N. Immer (Braunschweig):
„Aufreizende Nonchalance“? Erinnerungspoetik und Kunstreflexion in Erhart Kästners „Zeltbuch von Tumilat“ (1949)
18.00 Uhr PD Dr. F. Fromholzer (Augsburg): »sich von diesem Philosophen angezogen fühlen«. Heidegger in München und andere journalistische Beiträge Kästners im Augsburg der Nachkriegszeit
• Samstag, 03.02.
9.00 Uhr – Dr. M. Hillemann (Berlin):
»Was die Seele braucht«. Erhart Kästner und die deutsche Rezeption neugriechischer Literatur in der Nachkriegszeit
9.45 Uhr – Prof. Dr. Chr. Kambas (Osnabrück):
Der Publizist als Fürsprecher. Kästners »Offener Brief an die Königin von Griechenland« (1973) und die öffentliche Resonanz auf ihn
11.00 Uhr – Prof. Dr. P. Hofmann (Augsburg):
»Höllenfahrt und Aufstand«. Über Erhart Kästners »Aufstand der Dinge« (1973)
11.45 Uhr – Prof. Dr. P. Roth (Augsburg):
Erhart Kästner als Leser/Interpret antiker Literatur
12.30 Uhr – PD Dr. Chr. Meid (Freiburg/Osnabrück):
Die literarische Rezeption von Kästners »Griechenland. Ein Buch aus dem Kriege« (1943) in Steffen Kopetzkys Roman »Monschau« (2021)
Hier 𝒂𝒖𝒙𝒍𝒊𝒕𝒆𝒓𝒂-Newsletter abonnieren:

Sie erhalten etwa je Woche 1 E-Mail mit einem Nachrichtenüberblick.
Sie können diese Benachrichtung jederzeit abbestellen.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben oder für andere Zwecke verwendet. Unsere Datenschutz-Erklärung finden Sie ► hier.

