Mit »Unruhe um einen Friedfertigen« zeigt das Staatstheater Augsburg ab Samstag, 6. Januar, eines der erfolgreichsten Stücke der vorhergehenden Saison erneut. Dazu: ein umfangreiches Rahmenprogramm, in dem auch der Weg vom Buch zum Theaterstück untersucht wird.
Mit Unruhe um einen Friedfertigen – nach dem gleichnamigen Roman von Oskar Maria Graf – zeigt das Staatstheater Augsburg ab Samstag, 6. Januar (18 Uhr), eines der erfolgreichsten Stücke der vorhergehenden Saison erneut auf der großen Bühne der Spielstätte martini-Park. »Dass die Inszenierung, in deren Zentrum der jüdische Handwerker Julius Kraus steht, bei seiner Wiederaufnahme auf so frappierende Weise aktuell sein würde, war bei der Uraufführung im März 2023 nicht abzusehen«, heißt es aus dem Staatstheater.
Das Werk zeichnet detailliert den ländlichen Mikrokosmos in der bayerischen Provinz zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Machtergreifung Hitlers nach. Wie unter einem Brennglas wird dabei herausgearbeitet, wie Faschismus und Antisemitismus aus Freunden Feinde machen. Das Staatstheater widmet den vier Vorstellungen im Januar und Februar unter der Überschrift »Zukunft der Erinnerung« ein umfangreiches Rahmenprogramm.
Publikumsgespräch mit Regie & Dramaturg:
Vom Roman auf die Bühne
Den Anfang macht ein Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorführung am Samstag, 6. Januar, mit Regisseurin Susanne Lietzow und dem Autor der Dramatisierung Lothar Trolle. Moderiert von Christiane Lembert-Dobler wird unter dem Titel »Vom Roman auf die Bühne« diskutiert, wie aus dem fast 500-seitigen Roman von Oskar Maria Graf eine Bühnenfassung entstanden ist – und dabei auch eine Einordnung des Inhalts vorgenommen: Welche Aspekte des Romans wurden vertieft, welche gestrichen, wie können Antisemitismus und Faschismus auf der Bühne angemessen dargestellt werden, wie lässt sich der historische Stoff heute vermitteln?

Daran anknüpfend diskutieren Schauspielerin Natalie Hünig und Wojtek Klemm (Regisseur) beim der sich der Vorstelleung anschließenden Publikumsgespräch am Sonntag, 14. Januar, mit Stella Leder vom Institut für Neue Soziale Plastik e.V. über »Antisemitismus heute«. Das Institut für Neue Soziale Plastik bietet Workshops und Fortbildungen zu Erinnerungskultur, jüdischem Leben heute und / oder Antisemitismus für Kulturinstitutionen sowie antisemitismuskritische Begleitungen künstlerischer Produktionsprozesse an.
Bei der Vorstellung am Donnerstag, 1. Februar, wird es ein einführendes Gespräch geben mit Marcella Reinhardt, Vorsitzende des Regionalverbands Deutscher Sinti und Roma Schwaben e.V. Das Rahmenprogramm zur Vorstellung am Mittwoch, 28. Februar, wird zeitnah auf der ► Homepage des Staatstheaters bekannt gegeben.
Die Inszenierung ist Teil des Spielzeit-übergreifenden Themen-Schwerpunkts »Zukunft der Erinnerung« von Plan A am Staatstheater Augsburg. ~ [pm/auxlit]

Über »Unruhe um einen Friedfertigen«:
Die Bühnenfassung des bekannten Romans von Oskar Maria Graf wurde von Lothar Trolle als Auftragsarbeit für das Staatstheater Augsburg erstellt. In Intention und Stimmung nah an der Romanvorlage, setzt der erfolgreiche Dramatiker in »Unruhe um einen Friedfertigen« stilistisch und formal eigene Akzente und schafft ein Bühnenkunstwerk, das die große Geschichte am Beispiel des kleinen Mannes erzählt.
Im Zentrum der Handlung dieses großen Ensemble-Stücks steht der angesehene Handwerker Julius Kraus, der mit seiner jüdischen Herkunft konfrontiert wird. In ihrer Inszenierung machen Regisseurin Susanne Lietzow und ihr künstlerisches Team die sprachgewaltige und poetische Textvorlage erfahrbar: Mit großen Bildern, dem sprichwörtlichen braunen Sumpf auf der Bühne und von zwei Wrestlern choreografierten Kampfszenen wird die Geschichte zu einem »faszinierenden Abend«, so die Süddeutsche Zeitung (8.3.23), der »über einen enormen inszenatorischen Witz verfügt und emotionale Bilder entwirft, die im Gedächtnis bleiben.«
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