Go(gol) and fake it until you make it.

Das Landestheater Tübingen ist mit Gogols »Der Revisor« am Theater Landsberg zu Gast. Der Klassiker der Bühnenliteratur ist dort am Dienstag, 19. Dezember, in einer Inszenierung von Gregor Tureček zu sehen.

»Mein ganzes Streben geht dahin, dass jedermann, der mein Werk gelesen hat, nach Herzenslust über den Teufel lachen kann«, schreibt Nikolai Wassiljewitsch Gogol (1809 – 1852) und stellt dem Revisor (russisch: Ревизор) die Mahnung voran: »Schimpf nicht auf den Spiegel, wenn du in eine Fratze blickst.« Soll also heißen: Gib nicht dem Autor die Schuld, wenn du dich in seinem Stück wiedererkennst!

Gogols Portrait einer Provinzstadt irgendwo zwischen Moskau und der Steppe Sibiriens erzählt also nicht nur eine Geschichte aus einem weit entfernten Land alter Tage, sondern auch über heutige Zustände: Die Honoratioren haben es sich in einem Filz aus Korruption und Vetternwirtschaft bequem gemacht, verspielen und vertrinken die Gelder des Staates, wirtschaften sich in die eigene Tasche. Doch dann geht das Gerücht um, ein Revisor sei inkognito auf dem Weg in die Stadt und könnte all ihre Verfehlungen aufdecken. Als der durchreisende kleine Beamte Chlestakow für den angekündigten Revisor gehalten wird, überschlagen sich die Ereignisse.


Andreas Guglielmetti (links) als Diener Ossip und Stephan Weber als Iwan Alexandrowitsch Chlestakow • Foto: Sigmund / LTT

Nach dem Motto Fake it until you make it lebt in Gogols großer Verwechslungskomödie eine ganze Dorfgesellschaft und verheddert sich in einem Netz aus Obrigkeitshörigkeit, Schlitzohrigkeit, Faulheit, Schein und Sein. Der Revisor (geschrieben 1835, veröffentlicht/aufgeführt 1836) von Gogol ist am Dienstag, 19. Dezember (20 Uhr), am Stadttheater Landsberg in einem Gastspiel des Landestheater Tübingens zu sehen. Regie führt Gregor Tureček. Tureček gehört zur jüngeren Regiegeneration, die Fassungen seiner meist sehr politischen Inszenierungen schreibt er selbst. Er hat seine Ausbildung an der Theaterakademie August Everding gemacht, am Residenztheater als Assistent namhafter Regisseur*innen begonnen und ist seit über zehn Jahren als freier Regisseur tätig. ~ [pm/auxlit]


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