»Den Heutigen zur Erinnerung, den Späteren zur Warnung«

Das Staatstheater Augsburg erklärt sich mit einer 24-stündigen Lesung solidarisch mit Israel: Von Samstag, 16., bis Sonntag, 17. Dezember, werden Schauspieler*innen aus Lion Feuchtwangers »Josephus«-Trilogie lesen. Interessierte können mitwirken.

Mit einer 24-stündigen Lesung von Lion Feuchtwangers großer Josephus-Trilogie erklärt sich das Staatstheater Augsburg solidarisch mit Israel und will ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus setzen. »Mehr als sieben Wochen nach dem mörderischen Terror-Angriff sind noch immer Geiseln in der Gewalt der Hamas. Die durch nichts zu rechtfertigenden Gewalt-Exzesse in Israel haben uns zutiefst erschüttert«, so Staatsintendant André Bücker. Die Lesung im Moritzsaal, die maßgeblich von Mitgliedern des Schauspiel-Ensembles und Mitgliedern der Augsburger Philharmoniker gestaltet wird, beginnt am Samstag, 16. Dezember, um 14 Uhr und dauert 24 Stunden.

Parallel findet am Sonntag, 17. Dezember, eine international besetzte Veranstaltung der Jerusalem Lyric Opera statt, bei der Staatsintendant André Bücker ein Grußwort sprechen wird. »Dass wir uns solidarisch zeigen, gebietet nicht allein unsere historische Verantwortung, sondern die Menschlichkeit«, fasst André Bücker das Engagement seines Hauses zusammen.

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Solidarisch: Staatsintendant André Bücker • Foto: Daniel Biskup

In seiner dreibändigen Josephus-Trilogie – bestehend aus den drei Romanen Der jüdische Krieg (1932), Die Söhne (1935) und Der Tag wird kommen (1942) – beschreibt Lion Feuchtwanger das Wirken des jüdischen Historikers Flavius Josephus oder Joseph Ben Matthias, der 37 bis um das Jahr 100 lebte. Er spiegelt in der Gestalt des Josephus die Geschichte des jüdischen Intellektuellen in Zeiten von Antisemitismus und Nationalismus wider. Die Trilogie ist das wohl persönlichste Werk Feuchtwangers, mit dem er zur eigenen Herkunft zurückkehrte.

Der Autor setzte sich stets für die Macht der Vernunft ein. Besonders am Herzen lag ihm dabei die Versöhnung des Judentums mit dem Weltbürgertum. Obgleich in den Jahren 1932 bis 1942 geschrieben, sind die drei Romane Der jüdische Krieg, Die Söhne und Der Tag wird kommen heute von erschreckender Aktualität.

Im Augsburger Moritzsaal soll für die Zeit der 24-stündigen Lesung ein Begegnungs- und Gedenkraum für die gesamte Stadtgesellschaft geschaffen werden. Ob zehn Minuten oder 24 Stunden, alle sind zur Teilnahme an der Lesung eingeladen. Interessierte können sich zudem aktiv am Programm beteiligen: Es besteht die Möglichkeit, selbst einen Teil des Romans vorzulesen oder die Veranstaltung durch einen musikalischen Beitrag mitzugestalten. Ebenso dürfen Speisen für ein gemeinsames Friedensmahl mitgebracht werden. ~ [pm/auxlit]

Anmeldung & Infos unter E-Mail schauspiel@staatstheater-augsburg.de.

– Die Lesung wird veranstaltet in Kooperation mit der Moritzkirche und dem Friedensbüro der Stadt Augsburg.


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