BUCHVERLOSUNG | BRECHTHAUS-AUSSTELLUNG ★ Die Kulturhistorikerin Ingvild Richardsen gibt in ihrem neuen Buch weiterführende Einblicke in die von ihr kuratierte Sonderausstellung »Bücher und Tücher« im Brechthaus; eine Dokumentation von Leben und Wirken des in Augsburg geborenen Verlegers und Literaturagenten Hein Kohn. Zu einer besonderen Matinee im Brechthaus begrüßt die Autorin nun Menno Kohn, Hein Kohns Sohn, und Linda Kohn, die Enkelin des Verlegers, die dessen Literaturagentur bis heute fortführt.
Im Rahmen der im Brechthaus gezeigten Sonderausstellung Tücher und Bücher (13.02. bis 31.12.2026) lädt eine besondere Matinee dazu ein, die literarische Welt der niederländischen Literaturagentur des gebürtigen Augsburgers Hein Kohn zu entdecken. Am Sonntag, 15. Februar (11 Uhr, Eintritt frei), begrüßen Dr. phil. Ingvild Richardsen, Kuratorin und Autorin des Buchs zur Ausstellung, und Uta Löhrer (Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit) den Sohn und die Enkelin Hein Kohns im Brechthaus.
Menno Kohn und Linda Kohn werden in inspirierender Atmosphäre von ihrer Arbeit in der von Hein Kohn gegründeten internationalen Literaturagentur berichten, die von Linda Kohn fortgeführt wird. Dabei werden auch aktuelle Stimmen und innovative Erzählformen vorgestellt, die das Profil der renommierten Agentur prägen. Die Veranstaltung verbindet Kunst und Literatur, eröffnet neue Perspektiven auf internationale Zusammenarbeit und bietet Raum für Austausch mit Verlagen, Autorinnen und Autoren sowie Kulturinteressierten.
In ihrem Buch zur Ausstellung, 📖 Bücher und Tücher. Von Augsburg in die Niederlande. Der Verleger und Agent Hein Kohn 1907 – 1979 [Volk Verlag], erzählt die Kulturhistorikerin und Dozentin Ingvild Richardsen die Geschichte des Kaufmanns, Verlegers und Literaturagenten Hein Kohn. Der Band aus der Reihe Vergessenes Bayern erscheint zur Ausstellung im Volk Verlag München.
Erhältlich als:
📖 Buch
Volk Verlag, 13.2.2026
Klappenbroschur
15,5 x 21,5cm
168 Seiten mit zahlr. Abb.
Preis: 18 Euro
Hein Kohn, 1907 als Enkel des jüdischen Tuchmachers und Textilhändlers Samuel Kohn geboren, dessen Ansiedlung in Augsburg der bayerische König 1836 erlaubt hatte, schlug früh einen eigenen Weg ein: Statt in das etablierte Textilgewerbe seiner Familie einzusteigen, sah er seine Zukunft in der Welt der Bücher. Nach ersten Stationen im deutschen Buchhandel in Leipzig, Hamburg und Bremerhaven sowie frühen Begegnungen mit Bertolt Brecht zwang ihn die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zur Flucht in die Niederlande.
Dort wurde Hein Kohn zu einer Schlüsselfigur des literarischen Exils. Er gründete mehrere Verlage, in denen er jene Werke neu druckte und verbreitete, die in Deutschland verbrannt und verbannt worden waren. Unter lebensgefährlichen Bedingungen setzte er seine Arbeit auch während der deutschen Besatzung fort und leistete so Widerstand gegen die Ideologie der Nationalsozialisten. Nach dem Krieg prägte Kohn als einer der ersten Literaturagenten der Niederlande den internationalen Literaturbetrieb und vermittelte zahlreiche Bestseller. Als „Kurier des deutschen Geistes in Holland“ trug Hein Kohn maßgeblich zur kulturellen Versöhnung der beiden Nachbarländer bei. ⟴ pm • auxlit

INGVILD RICHARDSEN. Die Literaturwissenschaftlerin und Kulturhistorikerin Dr. Ingvild Richardsen studierte Germanistik, Mediävistik, Anglistik, Philosophie und Kommunikationsforschung in Bonn und München. Seit ihrer Promotion an der LMU München (2000) ist sie als Dozentin und Autorin für Universitäten, Akademien, Film und Fernsehen tätig.
Sie forscht zu Frauenbewegungen und vergessenen Autorinnen des 19. und 20. Jahrhunderts, zu jüdischem Erbe und zur NS-Zeit sowie zu modernen Kunstbewegungen wie dem Jugendstil. 2020 erhielt sie den Medienpreis des Zonta-Clubs Fünf-Seen-Land für ihre Bücher und Filme und den Mobility Research der Meiji University Tokyo.
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