Zine oder nicht sein

Das neue Isidor-Fanzine, straight outta Höchstädt a.d. Donau, versorgt das Land wieder mit Berichten aus den knusprigsten Subkulturen. Interviews und Berichte in Sachen Vinylpressen, Vegan, Retro-Hardcore, Label-Portrait und Plastiktütensammler, dazu Poetry, Comic und Reviews. Klingt nicht schlecht, oder?

Am 15. September 2025 erscheint die neue Ausgabe des Isidor-Fanzines. Das von Höchstädt an der Donau aus internationale agierende Indie-Organ für, so der Untertitel, Musik, Kultur, Sport, Alltag und andere Grausamkeiten bietet wieder, Zitat, intrinsisch motivierte Texte zur fokussierten Aggressionsreduktion. Herausgeber ist der Musiker, Grafiker und subkulturelle Ultraläufer Bernd Spring.

»Ich freue mich riesig, in der Ausgabe ein ausführliches Interview mit David [Jahnke] und Moritz [Illner] von Augsburgs Vinyl-Presswerk Duophonic zu haben«, so Spring. Das hatte er schon länger vor – nun hat es geklappt. Auch mit dem Ambient-Krautrock-Tausendsassa Malo Moray gibt es Interview – unter anderem darüber, warum er trotz der hohen Playrate als Musiker die Streaming-Plattform Spotify verlassen hat; dazu gibt es einen kleinen Überblick über Alternativ-Optionen für Musiker und Musikhörer. (auxlitera empfiehlt hier übrigens Qobuz und Tidal).

Links: die Pressmaschinen »Paul« und »Paula« im Augsburger Vinylpresswerk Duophonic.
Rechts: die Band Minze.

Ein weiterer Bericht stellt Rudi Rüben vor. Der hat mit seinen Social Media Kanälen Vegan auf bayrisch eine große Fanbase. Kein Wunder, denn einen Schweinsbraten mit Kruste muss man erstmal auf Pflanzenbasis und lecker hinbekommen. Warum Markus Söder nicht zu seiner Fanbase zählt und was seine Motivation ist, um bayerische Gerichte vegan nachzukochen, erzählt der Isidor-Leserschaft der sympathische Münchner, dem DIY, Antifaschismus und Antirassismus ebenso auf dem Herzen liegen wie eine tierleidfreie Küche. 

Ein Interview mit The Accüsed, die die 80er-Jahre mit ihrem heftigen Hardcore und dreckigen Metal-Riffs aufmischten, lässt den damaligen Sänger Blaine Cook erzählen, wie das damals alles war. Die Splatter Rock Band löste sich 1992 auf, gründete sich 2003 jedoch wieder neu. Ebenfalls im Heft zu finden ist ein Nachruf auf Carlo Giuliani, der bei den Demonstrationen rund um den G8 Gipfel 2001 in Genua von einem Polizisten erschossen und anschliéßend von einem Polizeiwagen überfahren wurde. Der G8 Gipfel 2001 ging als einer der gewalttätigsten in die Geschichte ein; aufgrund der unfassbaren Polizeigewalt wurde das Land Italien vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen Folter verurteilt.

The Power of Plastiktüte. Und mehr.

Auch im neuen Isidor: ITMATFOSH. -Schwer auszusprechen? Macht nichts. Hinter dem Kürzel steckt eine Indierock Band aus Stuttgart und Schwäbisch Hall, die nach zig Jahren ein tolles Debüt-Album veröffentlicht hat, ohne Label, ohne Promo-Agentur. Das ist dem Isidor natürlich ein Bericht mit kurzem Interview wert.

Außerdem: Dingleberry Records Label-Portrait, Interview mit dem Plastiktüten-Sammler Frank, die Kolumne »Die besondere Platte« mit einem ganz besonderen Exemplar aus den Anden, drei Konzerte von dem großartigen Culture Reject aus Kanada, ein Interview mit der Band Minze, Bericht von der Vorlesung »Das Hölle«, Gedichte von Jürgen Jäcklin, ein Comic und ganz viele Reviews von Tonträgern, Konzerten, Fanzines.  ⟴ pm • diana recorć • auxlit

DAS NEUE ISIDOR ist spuckegünstig für 3 Euro zzgl. Porto auf der Isidor-Webseite erhältlich. Für 2026 wird es wieder möglich sein, ein Drei-Ausgaben-Abo abzuschließen, Infos dazu und über eine eventuelle limitierte Luxus Edition mit exklusiver 7“ gibt es ab November/Dezember. Der Isidor-Newsletter ist hier erhältlich.


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