Der mit 10.000 Euro dotierte »Preis der Stiftung Buchkunst« geht in diesem Jahr an das von Christian Rothe gestaltete Buch »Buchenwald – Im Dickicht vom Ettersberg«: eine Spurensuche in Schwarzweiß-Fotografien, begleitet von Lyrik, literarischen Passagen und Essays.
Der mit 10.000 Euro dotierte »Preis der Stiftung Buchkunst« geht in diesem Jahr an das
von Christian Rothe gestaltete Buch 🛒 Buchenwald – Im Dickicht vom Ettersberg [Hartmann Books, Stuttgart]. Anzeige Im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main übergaben Birte Kreft, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, und Dr. Joachim Unseld, Verleger der Frankfurter Verlagsanstalt und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, den Preis. Eine fünfköpfige Jury wählte das ausgezeichnete Buch aus den 25 »Schönsten Deutschen Büchern«, die im Juni aus rund 600 Einsendungen hervorgegangen waren.
»Ein Buch voller Wucht und Würde, das durch eine eindringliche, respektvolle und mutige Annä-
herung an ein schreckliches Thema überzeugt«, so die Jury in ihrer Würdigung des Fotobandes. »Das Eintauchen in eine so schwierige Thematik, die durch die feinfühlige Buchgestaltung überraschend zugänglich wird, gelingt bereits über das gazebezogene, reduzierte Cover. Hier entfaltet das mittig gesetzte und geprägte Wort Buchenwald eine starke Präsenz, während die spürbare Textur den Schatten der Bäume Dreidimensionalität verleiht.«
Handwerklich perfekt, sorgfältig gestaltet

Für Joachim Unseld gilt: »Das Äußere eines Buches ist weit mehr als nur Hülle: Es ist kurz gesagt die wichtige herstellerische Herausforderung und im besten Fall die perfekte Entsprechung des Inneren. Es ist, wenn man so will, eine Neubestimmung des Inhalts. Erst im Zusammenspiel der speziellen Themen und literarischen Nischen, innovativer und kreativer – manchmal auch experimenteller – Inhalte, mit der Sorgfalt, mit der das Buch hergestellt wird, entfaltet sich seine Einzigartigkeit. In seiner Materialität, handwerklich perfekt und sorgfältig gestaltet, spiegelt sich die Qualität wider.«
Zwischen 2017 und 2024 durchstreifte der in Leipzig lebende Fotograf Christian Rothe (*1986) mit seiner analogen Großbildkamera das riesige Areal des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. Ruinen, kaum noch erkennbare Fundamente, Treppen, Zäune, Wege bilden sich wie topographische Narben und Zeichen im undurchdringlichen Dickicht ab. Was ursprünglich tastend begann, wurde für Christian Rothe zu einer intensiven Spurensuche und Bestandsaufnahme der von der Natur überlagerten Zeitgeschichte.
Schwarzweiß´-Fotografien im literarischen Dialog
Die Schwarz-Weiß-Fotografien treten in einen Dialog mit dem Gedicht Der gefesselte Wald von José Fosty und literarische Passagen aus international bekannten Romanen ehemaliger KZ-Häftlinge: Bruno Apitz (Nackt unter Wölfen), Imre Kertész (Roman eines Schicksallosen) und Jorge Semprún (Was für ein schöner Sonntag!). Essays des Vorsitzenden des Weltkirchenrats Heinrich Bedford-Strohm, des Herausgebers Günter Jeschonnek und der Kuratorin Andrea Karle zur Bildsprache Christian Rothes sowie der Bedeutung heutiger Gedenk- und Erinnerungskultur, ergänzen die Auseinandersetzung mit dem Zivilisationsbruch und Terror des Nationalsozialismus in unmittelbarer Nähe der Stadt der großen deutschen Dichter und Denker.
Das Buch erschien im April 2025 anlässlich des achtzigsten Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald durch die verbliebenen Gefangenen und die US-Armee am 11. April 1945. Es wurde am 13. April 2025 im Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, Weimar bei einer Matinée erstmals vorgestellt.
Förderpreis, Prämierten-Katalog & Wanderausstellung

Neben der Ehrung aller 25 prämierten Titel wurden auch die Preisträger des diesjährigen
Förderpreis für junge Buchgestaltung gewürdigt. Zudem wurde der jährlich erscheinende Katalog Schönste Deutsche Bücher 2025 erstmalig präsentiert. Gestaltet wurde dieser von Studio Tillack Knöll – Design Practice aus Stuttgart [ISBN 978-3-9822108-4-1]. Die prämierten Bücher werden ab sofort auf große Wanderausstellung gehen und an zahlreichen Orten im In- und Ausland zu sehen sein. Erstmalig eröffnet parallel zur Preisverleihung eine Ausstellung im chinesischen Hangzhoul. Auch die Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt wird fortgeführt: Die 25 prämierten Bücher sind das ganze Jahr über im Foyer des Hauses zu sehen. ⟴ pm • verlagstext • auxlit
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