Der Bayerische Kunstförderpreis 2025 in der Sparte Literatur geht an vier Autoren aus München und dem Ammergebirge.
Neue literarische Stimmen mit Kraft, Originalität und poetischem Zauber: Mit den Bayerischen Kunstförderpreisen 2025 in der Sparte Literatur ehrte Kunstminister Markus Blume vier herausragende Persönlichkeiten aus München und dem Ammergebirge. Der Preis ging an Delschad Numan Khorschid (*1983, München), Leona Stahlmann (*1988, Ammergebirge), Sina Scherzant (*1992, München) und Katharina Martl (*1987, München).
Literatur bedeute immer auch Aufbruch, sie mache Unsichtbares sichtbar und Unaussprechliches sagbar, so Markus Blume bei der Preisverleihung in München. »Unsere Preisträgerinnen und Preisträger zeigen, wie Sprache verbinden, verwandeln und vielleicht auch trösten kann.« Die vier Preisträger, so Blume, bereichern Bayern schon heute, – »und prägen die Literatur von morgen.«
Die Preisträgerinnen & Preisträger 2025

DELSCHAD NUMAN KHORSHID – In seinem Werk 🛒 Nirgendwo ist mein Zuhause [Schillo, 2025] Anzeige verbindet Khorschid (*1983) Gedichte, Prosatexte und Fotografien zu einer schonungslosen poetischen Spurenlese von Krieg und Flucht – und zugleich zu einer Liebeserklärung an die Kraft der Poesie und die Kunst der Resilienz. Er floh mit 17 Jahren aus dem Irak und lebt heute in München. Neben seiner literarischen Arbeit ist er am Residenztheater München engagiert und entwickelt interdisziplinäre Projekte zwischen Literatur, Fotografie, Zeichnung, Malerei und Dokumentarfilm.

LEONA STAHLMANN – Gewaltig, bizarr und zugleich stilsicher entfaltet sich die Sprachkraft von Leona Stahlmann (*1988). Ihre Erzählwerke sind weniger Prosa als lange Gedichte. Wenn sie vom Begehren einer Heranwachsenden, sich selbst und anderen Gewalt zuzufügen (🛒 Der Defekt, [Kein & Aber 2020] Anzeige) erzählt oder eine Dystopie von Naturzerstörung und Überlebenskampf der Menschen entwirft (🛒Diese ganz belanglosen Wunder [dtv 2022]) Anzeige, dann wirkt ihre Sprache wie ein Chirurgenbesteck, das die ungeheuren Kräfte freilegt, die in der Natur der Menschen walten. Die vielfach ausgezeichnete Autorin lebt im Ammergebirge und ist längst zu einer markanten Erscheinung in der bayerischen Literaturlandschaft geworden.

SINA SCHERZANT – In ihrem zweiten Roman 🛒 Taumeln [park x ullstein 2024] Anzeige zeigt Sina Scherzant (*1992), wie das ungeklärte Verschwinden eines Menschen das Leben der Zurückgebliebenen erschüttert – und zugleich das soziale Gefüge eines Dorfes unerwartet stabilisiert. Virtuos verwebt sie Fragen nach sozialen Rollenerwartungen und medialen Bildern vom »idealen Opfer« mit einer kaleidoskopischen Erzählform. Mit erzählerischer Leichtigkeit und feiner Komik gelingt es der Autorin, ein schweres Thema eindrücklich und nachhaltig zu gestalten. Scherzant lebt als freie Autorin und Podcasterin in München.

KATHARINA MARTL – Katharina Martl (*1987) hat mit ihrer Übersetzung des Romans „Kniven i ilden“ (🛒 Der Aufbruch [btb, Pinguin Random House Anzeige) von Ingeborg Arvola eine flüssige, nuancierte deutsche Fassung geschaffen. Ihre Übersetzung der Geschichte einer jungen Frau, die mit den Normen der finnischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts hadert und mutig ihren eigenen Weg geht, bewahrt die Eigenarten des norwegischen Originals – von historisierenden Elementen über finnische bzw. kvenische Einsprengsel bis hin zu kulturell fremden Realien – und überträgt dessen besondere Atmosphäre in eine ebenso präzise wie lebendige Sprache. Martl studierte Nordische Philologie sowie Literarisches Übersetzen und arbeitet seit 2020 in München als literarische Übersetzerin.
Bis zu 17 Künstlerinnen und Künstler zeichnet der Freistaat jedes Jahr mit den Bayerischen Kunstförderpreisen aus. Sie werden in den vier Sparten Musik, Bildende Kunst, Darstellende Kunst (inkl. Tanz) und Literatur verliehen. Die Auswahl trifft jeweils eine unabhängige Fachjury. Die Preise sind mit 7.000 Euro für Einzelpersonen und bis zu 12.000 Euro für Ensembles dotiert.
Die Verleihung der Bayerischen Kunstförderpreise 2025 findet am Dienstag, 18. November 2025, im Bergson Kunstkraftwerk in München statt – unmittelbar vor dem neuen Bayerischen Kunstpreis, der am selben Abend Premiere feiert. ⟴ pm • auxlit
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