Das Isergebirgs Museum in Kaufbeuren zeigt derzeit die Graphic Novel Ausstellung »Die vertriebenen Kinder«. Am Donnerstag, 20.3., ist der Prager Historiker Jan Blažek zu Gast im Ausstellungsgespräch. Der Dokumentarist führte die Interviews, auf denen Roman und dann die Graphic Novel beruhen.
Am Donnerstag, 20. März (18 Uhr) stellt der Publizist und Dokumentarist Jan Blažek (*1977) mit Heike Birke (Balaena Verlag) im ► Isergebirg Museum in Kaufbeuren-Neugablonz die Entstehungsgeschichte des Buches Die vertriebenen Kinder (Balaena Verlag, im tschechischen Original Odsunuté děti) und die große Resonanz darauf in Tschechien sowie in Deutschland vor. Es wird ein einfühlsamer Kurzfilm präsentiert, der die Geschichten der Graphic Novel den Erlebnissen der Zeitzeugen gegenüberstellt. Das Gespräch findet statt im Rahmen der Ausstellung zum Buch und seiner Geschichte (Kleine Galerie, zu sehen bis 13. April 2025).




Wie kann man die Geschichte der Vertreibung der jüngeren Generation – in Tschechien und in Deutschland – näherbringen? Wie können Vorbehalte in der Erinnerungsarbeit umgangen werden? Die Graphic Novel war das ideale Medium dafür. Für die Sammlung Memory of Nations hatte Jan Blažek Dutzende von Interviews mit deutschen Zeitzeugen der Vertreibung geführt. Fünf davon wählte er exemplarisch für unterschiedliche Gegenden und mit unterschiedlichen persönlichen Erlebnissen für das Buch aus und schrieb die Begleittexte. Der Schriftsteller Marek Toman bearbeitete anschließend diese Erinnerungen literarisch und schuf damit das Szenario für die spätere bildhafte Umsetzung in eine Graphic Novel. Fünf junge tschechische Zeichner – Jakub Bachorík, Jindřich Janíček, Františka Loubat, Magdalena Rutová und Stanislav Setinský – verliehen den jeweiligen Geschichten einen individuellen künstlerischen Charakter.
Impressionen aus der Ausstellung und Ausschnitte aus der Graphic Novel. • Fotos: Isergebirgs Museum | Balaena Verlag
Die Graphic Novel bringt mit einer zeitgemäßen Darstellung die Geschichte der Vertreibung der jüngeren Generation – der deutschen und der tschechischen – näher. Das Buch und die begleitende Ausstellung eignen sich für den Einsatz im Geschichtsunterricht zu den Themen Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Gegenwart.

Illustration: © Jindřich Janíče | Balaena Verlag
Sowohl ► Graphic Novel als auch Ausstellung vermitteln: Was war das für ein Gefühl, vor 80 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der Tschechoslowakei ein Mädchen oder ein Junge deutscher Nationalität zu sein? Konnten sie zur Schule gehen, hatten sie etwas zu essen, hatten sie Spielsachen? Hatten sie etwas zu befürchten? Was konnten sie mitnehmen, als sie aus der Heimat vertrieben wurden, und was mussten sie zurücklassen? Was erwartete sie in den Sammel- und Arbeitslagern, in den Viehwaggons und schließlich im zerbombten Deutschland? Wann und unter welchen Bedingungen konnten sie die Orte ihrer Kindheit zum ersten Mal wiedersehen und wo fühlen sie sich heute in Deutschland zu Hause? ⟴ pm • auxlit
👁️► LESEPROBE [balena.de • pdf]
Ausstellung: Die vertriebenen Kinder. Graphic Novel
6. Februar bis 13. April 2025
Isergebirg Museum Neugablonz
Bürgerplatz 1 (Gablonzer Haus), 87600 Kaufbeuren-Neugablonz 🏠 Google Maps
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 13 – 17 Uhr
Der Besuch der Ausstellung ist für Schulklassen und Kinder bis 16 Jahre kostenfrei.
► isergebirgs-museum.de | ► Balaena Verlag
Hier auxlitera-Newsletter abonnieren:

Sie erhalten je Woche 1 E-Mail mit einem Nachrichtenüberblick.
Sie können diese Benachrichtung jederzeit abbestellen.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben oder für andere Zwecke verwendet. Unsere Datenschutz-Erklärung finden Sie ► hier.







