Anhand Paolo Malagutis Roman »L‘ultimo Carnevale« beleuchtet Rotraud von Kulessa das Thema des Untergangs von Venedig in zeitgenössischen Dystopien. Ein Vortrag im Rahmen der Ringvorlesungen an der Uni Augsburg.
Die Ringvorlesung an der Universität Augsburg mit Vortragenden aus verschiedenen literatur-, medien- und kunstwissenschaftlichen Spezialisierungen interpretiert Literatur neu. Am Mittwoch, 16. Oktober (18.30 Uhr), ist als Referentin Prof. Dr. Rotraud von Kulessa (Lehrstuhlinhaberin Romanische Literaturwissenschaft an der Uni Augsburg) zu Gast. Im S-Forum der Stadtbücherei Augsburg beleuchtet sie Paolo Malagutis Roman L’ultimo Carnevale aus dem Blickwinkel des Themas des Untergangs Venedigs in zeitgenössischen Utopien.
Es vergeht keine Woche, dass nicht auch in der deutschsprachigen Presse vom ‚Untergang‘ Venedigs die Rede ist: acqua alta, Kreuzfahrtschiffe, overtourism, Eintrittsgebühren und Korruptionsskandale bestimmen das Bild einer Stadt, die aufgrund ihrer Geschichte, ihres Kulturerbes und vor allem auch aufgrund ihrer geographischen Lage einzigartig ist. Wie keine andere Stadt ist das Leben in Venedig vom Wasser bestimmt, das zugleich Reichtum aber auch Bedrohung bedeutet. Die Auswirkungen des Klimawandels, des Massentourismus, die menschlichen Eingriffe in ein einzigartiges Ökosystem scheinen sich in der Metapher des Untergangs Venedigs gleichsam zu verdichten und finden nicht nur in der Presse, sondern auch in der zeitgenössischen italienischen Literatur ihren Niederschlag, die zumeist im Genre der Dystopie die Zukunft Venedigs verhandelt.
Resilienz, personifiziert durch den alten Giobbe, sowie Rebecca, die junge Aktivistin, ist das Thema des dystopischen, hypermodernen Romans Paolo Malagutis, L’ultimo carnevale (2019), der vor dem Hintergrund aktueller venezianischer Stadtpolitik den schon seit langem prophezeiten Untergang der Lagunenstadt mit ihrem besonders fragilen ökologischen Gleichgewicht inszeniert. ⟴ pm • auxlit
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