Derb, ordinär, sprachlich irre.

Nur für Menschen, die keinen empfindlichen Magen haben: In Landsberg kommt das Stück »Die Präsidentinnen« des Dramatiker-Punks und Schriftstellers Werner Schwab auf die Bühne.

Mit Die Präsidentinnen schuf der österreichische Dramatiker-Punk Werner Schwab (1958 – 1994) drei schillernde Frauenfiguren, ein irres Sprachkunstwerk, einen der komischsten Texte, die man auf die Bühne bringen kann und einen aberwitzigen Ritt durch die Abgründe menschlichen Daseins. Und ja, der österreichische Dramatikeranarchist ist derb, ordinär, seine Texte sind voll Schmutz und seine Stücke streckenweise brutal, und wenn er seine Präsidentinnen ein Fäkaliendrama nennt, dann ist das durchaus wörtlich zu nehmen. Am Mittwoch, 3. Juli (20 Uhr) bringt das Landestheater Tübingen Schwabs Stück nach Landsberg, wo es auf der Bühne des Stadttheater Landsberg zu sehen sein wird.

Schwab ist nicht jedermanns Geschmack, aber textlich grandios, immer sarkastisch-satirisch witzig und damit unterhaltsam für die, die diesen Humor lieben und keinen empfindlichen Magen haben. Und das ist die Handlung des Stücks: Der neue Farbfernseher ist da! Das muss gefeiert werden! So treffen sich Erna, Grete und Mariedl in ihrer Wohnküche, um gemeinsam die Papstmesse anzuschauen. Man hat’s nicht leicht, aber leicht hat‘s einen. Da will man schon mal »den ganzen Lebensschmutz vergessen«. Man spricht über Dackelliebe, die Familie, Gott und die Welt und versucht sich in ein besseres Leben zu träumen.

Am Ende wird man aber doch immer nur auf seine eigene Existenz zurückgeworfen und hackt stattdessen lieber aufeinander ein. In Tiraden verschaffen sich die drei Luft, schreien und phantasieren sich aus ihrem verunglückten Dasein heraus, schwingen sich auf zu den Präsidentinnen ihrer eigenen Welt und geraten in einen Streit darüber, wer am meisten aus seinem Leben gemacht hat: Ein Kampf um Anerkennung, der sich in einen absurden Rausch aus Religiosität, Geilheit und Verdrängung entlädt – ein Kampf um Leben und Tod. pm · auxlit


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