𝕋ℝ𝕀ℙ 𝕋𝕆 𝕃𝕀𝕋 ➽ 𝕄Üℕℂℍ𝔼ℕ • Mit der Bühnen-Adaption von Melvilles Roman »Moby Dick« präsentiert Stefan Pucher am Residenztheater München seine dortig erste Regiearbeit. Premiere ist am Freitag, 19. April.
Nach Ibsens Peer Gynt lässt das ► Residenztheater München in der zweiten Spielzeithälfte einen weiteren Meister der Fabulierkunst das Wort ergreifen. Ein Erzähler, der seine Zuhörer*innen auffordert, ihn Ismael zu nennen, entert mit seinem Seemannsgarn die Bühne des Residenztheaters: Herman Melvilles 1951 erschienener Roman Moby Dick findet in einer Theaterfassung den Weg vors Publikum. Der amerikanische Autor (1819–1891) legte mit Moby-Dick; or, The Whale ein wahres Ungetüm an Erzählung vor, sein Opus magnum, ein Buch selbst wie ein Wal. eine Erzählung, die das Bekannte sprengt – ein Mischwesen aus Abenteuerroman, Enzyklopädie, Naturbetrachtung, philosophischer Spekulation, elisabethanischer Dramatik, biblischer Sprachmächtigkeit, nautischen Zoten und derbem Wortwitz.
Regisseur ist Stefan Pucher. Bisher war er tätig u.a. am Deutschen Theater und der Volksbühne in Berlin, an den Schauspielhäusern in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Hannover, sowie an Wiener Burgtheater und Malmö Stadsteater. Nach München kehrt er zurück, um seine erste Regierarbeit für das Residenztheater auf die Bühne zu bringen. Aus dem Amerikanischen von Matthias Jendis übersetzt, wurde das Stück von Pucher, Malte Ubenauf und Ewald Palmetshofer für die Bühne bearbeitet. Premiere am Residenztheater München ist am Freitag, 19. April (19.30). Weitere Aufführungen sind zunächst am 22. und 26. April sowie am 8., 12. und 18 Mai. Alle Aufführungstermine finden Sie im ► auxlitera-Veranstaltungskalender (𝕋ℝ𝕀ℙ 𝕋𝕆 𝕃𝕀𝕋 ➽ 𝕄Üℕℂℍ𝔼ℕ).
»Ein böses Buch«
Die Handlung: Ismael heuert auf der Pequod, einem alten Walfänger an und sticht auf dieser schwimmenden Fabrik der Trangewinnung in See. Ziel dieser Fahrt ist jedoch nicht allein – wie sich herausstellen wird – die blutige Ausbeutung der Weltmeere und ihrer riesenhaften Meeressäuger, sondern der persönliche, hasserfüllte Rachefeldzug eines «gottlosen, gottgleichen Mannes», des einbeinigen Kapitäns Ahab. Mit an Shakespeare erinnernder Sprachgewalt schwört der Kapitän seine Mannschaft darauf ein, den sagenumwobenen weißen Wal, der ihm einst das Bein abgerissen hat, in den Meeren zu suchen und zur Strecke zu bringen.

»Ich habe ein böses Buch geschrieben«, teilt Melville seinem Idol Nathaniel Hawthorne brieflich mit – und meint damit sein in vielerlei Hinsicht ausuferndes Werk Moby Dick. Zu Melvilles Lebzeiten fand der 1851 erschienene Roman kaum Beachtung. Erst im 20. Jahrhundert, dreißig Jahre nach dem Tod seines Autors, wurde er für die literarische Moderne und als Meisterwerk neu entdeckt.
Das Buch und der Wal – beide sind ein Rätsel, eine Chiffre, offen für die Deutungen der jeweiligen Jetztzeit: Ist Moby Dick das Drama eines Fanatikers oder vielmehr derer, die bereit sind, dem Wahngebilde eines Demagogen bis in den Untergang zu folgen? Beschreibt es eine epische Schlacht zwischen Naturgewalt und menschlichem Beherrschungswillen oder die Suche nach Sinn und Bedeutung in einem sinnentleerten Kosmos? Oder ist der Planet Erde etwa selbst wie ein Schiff im Meer des Weltalls? Aber wer zum Teufel ist dann dieser Moby Dick? ~ [pm/auxlit]

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