Şeyda Kurt liest beim Brechtfestival: über die Menschen als Subjekte des Hasses in einer kapitalistischen, rassistischen und patriarchalen Welt.
Hass ist allgegenwärtig. Er brüllt von den Straßen oder flüstert in gutbürgerlicher Feindseligkeit. Er wächst in Parlamentsreden und Kinderzimmern – und ganz bestimmt nicht im Verborgenen, auch wenn viele ihn gerne dorthin verdammen würden. In ihrem Buch Hass. Von der Macht eines widerständigen Gefühls (HarperCollins) holt Şeyda Kurt den Hass aus der Verbannung und begibt sich auf die Spuren seines widerständigen Potentials. Dabei interessieren sie vor allem die Menschen als Subjekte des Hasses in einer kapitalistischen, rassistischen und patriarchalen Welt. Am Mittwoch, 28. Februar (19 Uhr, Brechts Kraftklub), ist Şeyda Kurt mit ihrem Buch beim Brechtfestival zu Gast. Im Anschluss an die Lesung findet ein Expertinnengespräch in Kooperation mit dem Büro für gesellschaftliche Integration und ZAM e.V. statt.
Wer sind sie, diese Hassenden, und aus welchen Machtverhältnissen kommen sie? Wer darf überhaupt hassen und wer nicht? Welche Gefühle lähmen, welche Gefühle helfen, nicht zu erstarren, und sich immer und immer weiter zu bewegen auf dem Weg in eine gerechtere und zärtliche Gesellschaft?Schonungslos, launig und jenseits selbstgerechter Entrüstung erkundet Kurt den Hass von seiner schöpferischen Seite: als Kategorie der Ermächtigung, der Menschen in ihrem innersten Unbehagen abholen und mobilisieren kann, als widerständiges Handwerk – und nicht zuletzt als dienliches Gefühl, das uns hilft, uns in einem Ozean aus möglichen Reaktionen auf die Welt zurechtzufinden.
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ŞEYDA KURT
(*1992) politisch engagierte Autorin, Moderatorin und Kulturjournalistin. Nach ihrem Studium an der Uni Köln und der Université Bordeaux Montaigne arbeitete sie als freie Journalistin unter anderem für die taz und Ze.tt. Als Redakteurin arbeitete sie für den Spotify–Podcast 190220 – Ein Jahr nach Hanau über den rassistischen Terroranschlag in Hanau, der 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie Information ausgezeichnet wurde.
2021 erschien ihr autobiografisches Sachbuch Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist, in dem sie ein Konzept der »radikalen Zärtlichkeit« als Programm der Gerechtigkeit entwirft. Sie analysiert darin bürgerliche Liebesnormen aus einer queerfeministischen, dekolonialen, anti-rassistischen und anti-kapitalistischen Perspektive und thematisiert unter anderem ihre eigenen, gescheiterten Beziehungen. Im März 2023 erschien Kurts zweites Sachbuch Hass – Von der Macht eines widerständigen Gefühls.
► www.seydakurt.de
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