BRECHTHAUS ★ auxlitera präsentiert ★ Dr. Hanco Jürgens referiert im Brechthaus über Exil-Literatur. Zu Gast ist auch Joël Cahen, der frühere Direktor des Jüdischen Museums Amsterdam und der Initiator des Holocaust-Monuments und des Holocaust-Museums in den Niederlanden. Die Matinee mit anschließendem Gespräch begleitet die aktuell im Brechthaus zu sehende Sonderausstellung »Bücher und Tücher« über den Augsburger Brechtfreund und Exil-Verleger Hein Kohn.
Bücher und Tücher heißt die aktuelle, noch bis Ende des Jahres zu sehende Sonderausstellung im ➽ Brechthaus Augsburg. Sie widmet sich dem Brechtfreund und legendären, in der Niederlande agierenden Exil-Verleger Hein Kohn (1907 – 1979). Für Sonntag, 13. September (11 Uhr) lädt das Brechthaus zu einer weiteren begleitenden Ausstellungsmatinee ein. Zu Gast sind Dr. Hanco Jürgens vom Duitsland Institut der Universität Amsterdam und Joël Cahen, der frühere Direktor des Jüdischen Museums Amsterdam (Joods Historisch Museum) und Initiator des Holocaust-Monuments und des Holocaust-Museums in den Niederlanden. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Die Veranstaltung beleuchtet das Thema Exilverlag und erinnert an jene Verlegerinnen und Verleger, die im Exil Stimmen der Freiheit bewahrten. Die Matinee mit anschließender Diskussion will zeigen, wie trotz Vertreibung Literatur entstand, die Widerstand, Hoffnung und kulturelle Identität stärkte. Es wird sichtbar, welche Bedeutung diese Verlage für das Überleben verbotener Texte hatten. Dr. Hanco Jürgens wird auf das Thema Exil-Verlage eingehen, Joël Cahen wird als weiterer Experte und Diskutant an der Matinee teilnehmen.
Eine Veranstaltung im Brechthaus, die dazu einlädt, die Kraft des publizierten Widerstands neu zu entdecken. Es moderieren Dr. phil. Ingvild Richardsen, Dozentin, Autorin und Ausstellungskuratorin, und Uta Löhrer, Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
Amsterdam als verlegerisches Zentrum deutscher Exil-Literatur
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 entwickelte sich Amsterdam zu einem Zentrum für Verlage, die deutsche Exilliteratur druckten. Die niederländischen Verlage Querido und Allert de Lange veröffentlichten zahlreiche Bücher wichtiger deutschen Autoren, die in Nazideutschland nicht mehr veröffentlicht werden konnten. Weniger bekannt bisher ist der aus Augsburg gebürtige Verleger Hein Cohn jüdischer Herkunft, der 1933, fünf Tage vor der Bücherverbrennung in Deutschland, vor den Nazis nach Holland flüchtete, die deutsche Exilliteratur ins Niederländische übersetzen ließ und hier all das druckte, was die Nazis in Deutschland verbrannten und verbannten.
Hein Cohn war einer von etwa 50.000 Flüchtlingen, die zwischen 1933 und 1940 aus Deutschland in den Niederlanden Zuflucht suchten. Unter ihnen, Künstler, Schauspieler, Schriftsteller, Dichter, Fotografen, Soziologen und Philosophen, die einen erheblichen Einfluss auf das kulturelle Klima in den Niederlanden gewinnen. Viele von ihnen integrierten sich in die niederländische Kultur, andere reisten von hier weiter in andere Länder. Ein wichtiger Grund für Künstler und Intellektuelle, in die Niederlande zu fliehen, war die Offenheit der Kultur. Oft flohen sie in die Niederlande, weil sie dort bereits Kontakte geknüpft hatten. Die Lebendigkeit der niederländischen Kultur erhielt gerade deswegen einen enormen Impuls.
Die Ausstellung: die Geschichte Hein Kohns
Die Sonderausstellung Bücher und Tücher. Von Augsburg in die Niederlande: Hein Kohn (1907 – 1979), Brechtfreund, legendärer Exilverleger, Literaturagent und Kulturvermittler (zu sehen bis 31. Dezember 2026) widmet sich dem in Augsburg Hein Kohn, der während der Nazi-Zeit von Augsburg in die Niederlande flüchten musste. Die Ausstellung erzählt seine Geschichte. Mit dem jüdischen Tuchmacher Samuel Kohn, dessen Ansiedlung in Augsburg der bayerische König 1837 erlaubt hatte, wurden die Kohns in Augsburg ansässig, sind bis 1938 als Kaufleute und Unternehmer, Tuchmacher und Textilhändler vielfältig in Augsburg in der Textilbranche tätig. Mehrere Veranstaltungen im Brechthaus werden die Ausstellung begleiten.
Zu sehen während der Öffnungszeiten des Brechthauses, Di – So: 10:00 – 17:00 Uhr
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