litera:kul:tur ★ Die Lyrik Paul Èluards und Edgar Allen Poes sowie Texte japanischer Widerstandskämpfer bilden die Matrix für das Chorwerk »Human«. Der Münchner Via Nova Chor präsentiert das Stimmenwerk in Augsburg in der Kirche St. Anton. Ein Konzert über Gewalt, Widerstand, Resilienz, Trost – und Lyrik.
Am Sonntag, 16. November (18 Uhr) ist in Augsburg in der Kirche St. Anton (➳ Imhofstraße 47) der Münchner Via Nova Chor zu Gast (Eintritt frei). Der Klangkörper tritt damit mit dem Programm HUMAN in der Heimat seines Gründers Kurt Suttner auf. Gemeinsam mit Akkordeonist Ingmar Rosenthal präsentiert der Chor Werke von Jaakko Mäntyjärvi, Thomas Jennefelt und Yui Katada, umrahmt von Chansons und Schlagern der 1910er bis 1940er Jahre. Den Höhepunkt des Abends bildet die Kantate »Figure humaine« von Francis Poulenc. Die Kompositionen sind eindringliche Zeugnisse der Auseinandersetzung mit Krieg, Angst und Widerstand.
In Shishi no Uta vertonte die Komponistin Yui Katada Schriften zum Tode verurteilter japanischer Widerstandskämpfer. Yaakko Mäntyjärvi greift in seinem Alarum Bells die Glocken in Edgar Allen Poes Gedicht The Bells auf. Francis Poulencs Figure humaine, 1943 geschrieben während der Besetzung Frankreichs durch die Nazis, beruht auf Texten des Dichters Paul Èluard. Poulenc und Èluard hatten sich um 1916/17 in einer Pariser Buchhandlung kennengelernt. Die Gedichte der Cantata zählen zu den berühmtesten Texten Èluards, zu dem war er der einzige surrealistische Dichter, der Musik tolerierte. Thomas Jennefelt (Gesänge am ersten Abend des Krieges) hingegen ist eine textlose, stimmliche Umsetzung von Ängsten und Vorahnungen, eine Lautpoesie in Vokalmusik. Ein Konzert über Gewalt, Widerstand, Resilienz und Trost.
Den Chorwerken gegenüber stehen in HUMAN Chansons und Schlager der 1910er bis 1940er Jahre – mal heiter, mal melancholisch – kleine musikalische Fluchten aus düsterer Realität. Chor, Akkordeon, historische Polyphon-Aufnahmen und alte Spieluhren verweben sich zu einem Klangraum, der radikale Gegensätze hörbar und den Schrecken so noch greifbarer macht: Innigkeit und Verletzlichkeit stehen neben Furor und Härte – allein durch die Kontraste der Musik.
Chor, Akkordeon, historische Polyphon-Aufnahmen und alte Spieluhren verweben sich zu einem Klangraum, der radikale Gegensätze hörbar macht: Innigkeit und Verletzlichkeit stehen neben Furor und Härte – allein durch die Kontraste der Musik. Der Chor unter Leitung von Kerstin Behnke zählt rund 45 Sängerinnen und Sänger. Der Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Chormusik, ohne die musikalische Tradition zu vernachlässigen. ⟴ pm • auxlit
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