PODCAST ★ Wie entstehen öffentliche Meinungen? Die neue Podcast-Folge von UniA Research to go widmet sich der Diskursforschung: Soziologie-Professor Reiner Keller, Entwickler der Wissenssoziologischen Diskursanalyse, im Gespräch mit Uni-Präsidentin Sabine Doering-Manteuffel. 🎙️ mit Podcast-Link
In der neuen ➽ Podcast-Folge von UniA Research to go der Universität Augsburg spricht Präsidentin Prof. Sabine Doering-Manteuffel mit dem Soziologen Prof. Dr. Reiner Keller über Diskursforschung. Wie werden Themen in einer Gesellschaft verhandelt? Unter welchen Einflüssen entsteht Wissen und zu welchen Entscheidungen führt es? Das sind hochspannende Fragen, mit denen sich die Diskursforschung beschäftigt.
Zu einem Diskurs zählen alle Aussagen, die zu einem bestimmten Thema in Umlauf sind. Die Soziologie untersucht meist Diskurse mit einer hohen gesellschaftlichen Relevanz oder stark kontroversen Meinungen wie beispielsweise Corona. Reiner Keller hat sich unter anderem angeschaut, wie unterschiedlich sich Deutschland, Frankreich und Polen zu Fracking positioniert haben.
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Wer warum aus welchen Interessen heraus an einem Diskurs teilnimmt wird bei solchen Forschungsvorhaben ebenso analysiert wie die kulturell prägenden Faktoren einer Gesellschaft oder bestehende Machtstrukturen. Es geht aber auch darum, wie sich ein Diskurs über die Jahre verändert, vielleicht durch veränderte Moralvorstellungen. Das alles auseinanderzuhalten und nachzuverfolgen, ist spannend und komplex. Erst recht in einer Zeit, in der enormes Wissen und auch Nichtwissen (Stichwort deep fakes) digital, schnell und massenhaft verbreitet wird. Verschwörungstheorien gab es schon immer, bemerkt Reiner Keller im Podcast-Gespräch, aber nicht KI-gestützt.
Entwickler der Wissensoziologischen Diskursanalyse
Keller hat die sogenannte Wissenssoziologische Diskursanalyse entwickelt, um gesellschaftliche Wissensverhältnisse und Wissenspolitiken umfassend analysieren zu können. In dem lebhaften Gespräch gibt es viele anschauliche Beispiele und es wird schnell klar, was die Soziologie so spannend, vielfältig und alltagstauglich macht. Perspektivwechsel ist der Schlüssel, betont Keller – auch für neue Ideen.
Er spricht mit der Universitätspräsidentin außerdem über seine Startvoraussetzungen aus einem nicht-akademischen Elternhaus heraus. Dank staatlicher Unterstützung hat er Soziologie, Sozialpolitik und Verwaltungswissenschaft studieren können und seit nunmehr 15 Jahren den Lehrstuhl für (Wissens-)Soziologie an der Universität Augsburg inne. ⟴ pm • auxlit
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