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Jüdisch – sicher.

AUTORINNEN-TALK ★ Antisemitismus in Deutschland nach dem 7. Oktober: Im Programm des Augsburger Friedensfestes fragen die Publizistinnen Laura Cazés und Shahrzad Eden Osterer: Was brauchen und vermissen jüdische Menschen in Deutschland, um sich sicher zu fühlen zu können? Wie untergräbt antisemitisches Denken die Grundlagen eines demokratischen Gemeinwesens? Eine Veranstaltung, konzipiert vom Schriftsteller Franz Dobler. Mehr zu allen weiteren literarischen Veranstaltungen im Rahmen des Friedensfestes ebenfalls im Artikel.

Praktische Solidarität gegen Antisemitismus – dazu gehört für Gerald Fiebig, Moderator der Veranstaltung Sicher sind wir nicht geblieben und Mitglied von Artists Against Antisemitism Augsburg auch, jüdischen Menschen zuzuhören, wenn sie darüber sprechen, wie sie die Gegenwart erleben. »In diesen Zeiten, wo jüdische Perspektiven vielerorts an den Rand gedrängt und unsichtbar gemacht werden sollen, ist dieses Zuhören ein politischer Akt«, so Fiebig, der die vom Augsburger Schriftsteller Franz Dobler konzipierte Veranstaltung moderiert.

Am Montag 27. Juli (19 bis 21 Uhr, S-Forum der Stadtbücherei AugsburgEintritt frei), diskutieren die jüdische Publizistin Laura Cazés und die deutsch-iranische Autorin und Journalistin Shahrzad Eden Osterer bei der Veranstaltung Sicher sind wir nicht geblieben darüber, wie antisemitisches Denken die Grundlagen eines demokratischen Gemeinwesens untergräbt, wie man dem entgegentreten kann und was jüdische Menschen und Communities von der Mehrheitsgesellschaft und anderen Gruppen bräuchten, um sich sicher(er) zu fühlen. Seit das genozidale Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 eine globale Welle der Gewalt gegen jüdisches Leben entfesselt hat, zeigt sich der mühsam in Schach gehaltene Antisemitismus unterschiedlichster Milieus immer unverhohlener. Das Gespräch findet im Rahmen des ➽ Augsburger Friedensfestes [zum ganzen Programm auxlitera litera:kul:tur-Übersicht] statt.

Die Bücher zum Gespräch

© S. Fischer Verlag

»Ein sicherer Ort ist der, an dem nicht jemand anderes bestimmt, wer ich zu sein habe«, schrieb Laura Cazés bereits 2022 in dem von ihr herausgegebenen Band Sicher sind wir nicht geblieben: Jüdischsein in Deutschland (S. Fischer, 2022). Das Buch beleuchtet, was es bedeutet, heute in Deutschland jüdisch zu sein. Cazés hat zwölf jüdische Autorinnen und Autoren gebeten, ihre Sicht auf das Leben in diesem Land, aber auch auf das »Jüdischsein« zu beschreiben. Entstanden sind sehr persönliche, vielschichtige Essays, nicht ohne Wut, aber auch nicht ohne Hoffnung, unter anderem von Mirna Funk, Daniel Donskoy, Richard C. Schneider, Erica Zingher und Shahrzad Eden Osterer.

© Rowohlt

Shahrzad Eden Osterer wird zusammen mit Richard C. Schneider am 18. September 2026 das Buch Eskalation. Der Kampf im Nahen Osten und der Umbruch der Weltordnung (Rowohlt) veröffentlichen. Osterer und der langjährige Nahost-Korrespondent Schneider nehmen die Ursachen der sich immer weiter verschärfenden Konfrontation in Nahost in den Blick und zeigen, welche komplexen Machtstrukturen und Ideologien sich dahinter verbergen. Ein fesselnder Bericht am Puls der aktuellsten Entwicklungen – und eine tiefgründige Analyse, die vor Augen führt, was in dieser gefährlichsten Krisenregion der Welt derzeit geschieht und was ihr bevorsteht. ⟴  pm • auxlit

LESUNGEN, BUCHPRÄSENTATIONEN & AUTORENTALKS beim Friedensfest*26:

Freitag, 31. Juli (Kresslesmühle, 19:30 Uhr – Eintritt frei):
Schattenleben – die in Augsburg lebende Comiczeichnerin Lisa Frühbeis und der Journalist Jonas Seufert präsentieren ihr fünfjähriges Rechercheprojekt, das Comicbuch »Schattenleben«.

Freitag, 31. Juli (Villa Schöne Felder, 19 Uhr, und Wärmestube SKM, 15 Uhr – Eintritt jeweils frei): Lesung des Fotografen Lars Klingenberg aus seinem Langzeitprojekt »Schlafquartier« über Obdachlosigkeit in deutschen Großstädten

Samstag, 1. August (St. Moritz, 20 Uhr – Eintritt frei): Wandelkonzert »Freiheit ist ein Risiko« in der Kirche St. Moritz Orgelmusik mit Texten von Hannah Arendt.

Mittwoch, 5. August (Jazzclub Augsburg, 19 Uhr – TICKETS je nach eigenem Finanzvermögen für 3, 10 oder 15 Euro) Miriam Davoudvandi liest aus ihrem Buch »Das können wir uns nicht leisten« und spricht über soziale Herkunft, Klassismus und die emotionalen Spuren materieller Unsicherheit

Donnerstag, 6. August, (Großer Moritzsaal, 19 Uhr – Tickets 10 € | erm. 6 Euro) »Trialog: Wie wir über Israel und Palästina sprechen« Buchpräsentation mit Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann

Montag, 27. Juli (Stadtbücherei Augsburg, 19 Uhr – Eintritt frei):
»Sicher sind wir nicht geblieben« – die Publizistin Laura Cazés und die Autorin Shahrzad Eden Osterer über Antisemitismus in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023.

Dienstag, 28. Juli, Kulturhaus Abraxas, 19:30 Uhr, TICKETS Anzeige)
»Innere Sicherheit« – Dokumentarstück von Marie Schwesinger. rekonstruiert auf Grundlage von Prozess-Mitschriften und Interviews den Themenkomplex NSU 2.0 – jene Drohschreiben, die seit 2018 aus dem Inneren des Polizeiapparats an Anwältinnen, Politikerinnen und Künstlerinnen versandt wurden. Mit Publikumsgespräch.

Dienstag, 13. Oktober (Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg, 20 Uhr – Tickets für 15 € | 8€ erm.)
»Lange Nacht der Augsburger Gespräche: Literatur – Theater – Engagement« Lesungen, Gesprächsrunden und Musik, u.a. mit Angela Aux, Emre Akal, Nava Ebrahimi, Mirna Funk, Michel Abdollahi und Ruth Maria Thomas, es moderiert Niels Beintker (Bayern 2). ⟴  pm • auxlit


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